München Online mitreden

Selbst Anträge verfassen: Auf der Webseite ist das möglich.

(Foto: Mauritius Images)

Studenten starten eine Internet-Plattform für politische Beteiligung in den Stadtbezirken

Von Simon Schramm

Studenten der Technische Universität München wollen mit einer Internet-Plattform die Beteiligung der Münchner Bürger an der Stadtbezirkspolitik fördern und haben dabei insbesondere junge Menschen im Blick. Ein Team der "Jungen Akademie" der TU, einem Förderprogramm für talentierte und engagierte Studenten, will die als Pilotprojekt angelegte Plattform in den kommenden drei Monaten für den Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl testen, sowie für die Bezirke Maxvorstadt und Aubing-Lochhausen-Langwied. Das Konzept: Unter der Website www.muc.me soll es eine leicht bedienbare Möglichkeit geben, Anträge an den Ausschuss zu formulieren, über die User dann etwa zwei Wochen lang in einer Umfrage abstimmen können. Gibt es Zuspruch, generiert die Internetseite automatisch einen Antrag an den Bezirksausschuss (BA), den die Antragsteller per Mail erhalten und nur noch an die Bezirksgeschäftsstelle abschicken müssen. "Es gibt viele Menschen, die gar nicht wissen, dass man in den Bezirksausschuss kommen kann und da sehr viele Möglichkeiten hat", sagte Philip Petzoldt von der Akademie in der jüngsten Sitzung des BA für Feldmoching. "Wir wollen, dass die jungen Leute über diese Plattform Zugang zum Bezirk finden." Die Beteiligungs-Plattform ist seit dieser Woche online.

Das Projekt werde zum Schluss wissenschaftlich ausgewertet, sagt Petzoldt; die Verantwortung für den Datenschutz liege bei der TU. Im Idealfall wollen die Studenten das Projekt auf die ganze Stadt ausweiten. Petzoldt erklärt, dass Stadtviertelvertreter aus der ganzen Stadt beobachteten, dass sich junge Münchner wenig einbringen. Die Test-Stadtbezirke seien aus Zufall ausgewählt worden, sagt Petzoldt. Die Junge Akademie will vor allem auch transparent machen, was mit den Anträgen geschieht. So wird der aktuelle Stand der Umfragen einsehbar sein. Zum Anmelden auf der Plattform werden nur Name, Passwort und Mail-Adresse nötig sein. Die Plattform solle möglichst wenig Daten sammeln, dafür möglichst einfach zu bedienen sein, sagt Petzoldt, und schnell Rückmeldung zu den Anträgen liefern.

Im Bürgergremium für Feldmoching-Hasenbergl erwähnte Ausschussvorsitzender Markus Auerbach (SPD), dass der Bezirk kaum Stadträte stelle. "Das ist die Chance, ein Forum zu haben. Es ist ein Sammelkorb, aus dem sich die Leute bedienen können." Max Bauer (CSU) und Klaus Mai (SPD) äußerten Bedenken wegen des Missbrauchspotenzial. "Es kann nicht sein, dass die Geschäftsstelle 300 Mails kriegt. Wenn man Ergebnisse hat, muss man schauen, ob man die Internetseite dann umbaut oder nicht", sagte Max Bauer.