Neue RegelWarum Radfahrer im Olympiapark jetzt nicht mehr über Brücken fahren dürfen

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Eine von fünf Brücken im Olympiapark, die eigentlich nicht mehr mit dem Fahrrad befahren werden dürfen, weil das Geländer zu niedrig ist.
Eine von fünf Brücken im Olympiapark, die eigentlich nicht mehr mit dem Fahrrad befahren werden dürfen, weil das Geländer zu niedrig ist. Robert Haas
  • Radfahrer müssen seit Ende März auf fünf Brücken im Olympiapark absteigen und schieben, weil die Geländer zu niedrig sind.
  • Bei einer Bauwerksprüfung im Frühjahr stellten die Stadtwerke München fest, dass die Geländer nicht die seit 2003 vorgeschriebene Mindesthöhe von 1,30 Meter erreichen.
  • Die SWM arbeiten mit der Olympiapark GmbH an einer Lösung und prüfen eine Erhöhung der Geländer unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes.
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Seit Kurzem müssen Radler auf fünf Brücken offiziell absteigen und schieben. Der Grund ist ein Mangel, den seit mehr als 20 Jahren niemand bemerkt hat.

Von Andreas Schubert

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Für viele Menschen, die jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit oder zur Ausbildung fahren, ist die Route durch den Olympiapark seit mehr als fünf Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. Dabei müssen sie auch Brücken passieren, die sie sich mit Fußgängern teilen. Vermutlich hat sich noch nie jemand Gedanken über die Höhen der Geländer an den Seiten der 17 Brücken in dem denkmalgeschützten Ensemble gemacht. Doch seit Kurzem müssen Radlerinnen und Radler auf fünf dieser Brücken offiziell absteigen und schieben. Denn Ende März haben die Stadtwerke München (SWM) an diesen das Verkehrszeichen 239 aufgestellt, das einen reinen Gehweg kennzeichnet. Die Münchner Abendzeitung berichtete zuerst über das Thema.

Die SWM sind als Infrastruktur-Dienstleister der Stadt für die technische Instandhaltung und Sanierung des Olympiaparks verantwortlich sowie für die Anlagen und Wege im Park. Erst bei einer Bauwerksprüfung in diesem Frühjahr war ihnen aufgefallen, dass die Geländer für Radwege zu niedrig sind. Denn 2003 hat die Bundesanstalt für Straßenwesen festgelegt, dass bei Fahrradbrücken eine Mindesthöhe von 1,30 Meter zu gelten hat.

Mehr als 20 Jahre lang hatte den vermeintlichen Mangel niemand bemerkt. Über eine der nun für Radler gesperrten Überführungen, die elfeinhalb Meter breite Olympiasee-Brücke, führt sogar eine offizielle Radroute der Stadt: die zehn Kilometer lange Verbindung zwischen Marienplatz und Lerchenauer See.

Wieso also müssen die SWM die Radler jetzt ausbremsen, nachdem der Verkehr lange Zeit problemlos funktioniert hat? Die Brücken inklusive der Geländer im Park seien für die Olympischen Spiele 1972 errichtet worden, holt ein SWM-Sprecher aus. Die damaligen Normen hätten für Fußgänger eine Geländerhöhe von einem bis 1,20 Meter vorgesehen. Die jeweilige Dimension des Geländers richtet sich nach der sogenannten Absturzhöhe. „Eine Benutzung der Brücken von Radfahrenden war in den originalen Konzepten vermutlich nicht vorgesehen“, so der SWM-Sprecher.

Vor 2003 gebaute Brücken dürften oft ihre etwas niedrigeren Geländer behalten, solange keine wesentlichen Umbauten stattfänden, es gelte der Bestandsschutz. 1,20 Meter wären noch akzeptiert worden. Doch die fraglichen Brücken im Olympiapark liegen knapp darunter.

Um sich rechtlich abzusichern, blieb den SWM dem eigenen Bekunden nach nichts anderes übrig, als die Überquerungen für Radler zu sperren. Zusammen mit der Olympiapark GmbH arbeite man aber bereits an einer Lösung der Situation, teilt der SWM-Sprecher mit. „Herausfordernd ist dabei, die Vorschriften für den Ingenieursbau und die Anforderungen, die sich aus dem Denkmalschutz ergeben, unter einen Hut zu bringen.“

Alle Maßnahmen müssten im Vorfeld von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. „Wir sind jedoch zuversichtlich, hier eine Lösung zu entwickeln, die allen Anforderungen gleichermaßen gerecht wird, und gehen davon aus, dass wir die Situation rasch und unbürokratisch lösen können.“

Die „Lösung“, von der die SWM spricht, wäre, die fraglichen Geländer zu erhöhen. Dies werde gerade statisch geprüft, so der Sprecher.

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