Fehler in Präsentation der Münchner OlympiabewerbungWarum München doch keinen neuen Olympiaberg bekommt

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Blick vom Olympiaturm: Auf der rechten Seite ist das Gelände zu erkennen, auf dem die Zelte für das jährliche Tollwood-Festival aufgebaut werden. Dort sollen, wenn München den Zuschlag erhält, temporäre Anlagen entstehen. Aber welche?
Blick vom Olympiaturm: Auf der rechten Seite ist das Gelände zu erkennen, auf dem die Zelte für das jährliche Tollwood-Festival aufgebaut werden. Dort sollen, wenn München den Zuschlag erhält, temporäre Anlagen entstehen. Aber welche? Wolfgang Maria Weber/Imago

Park statt Berg: München führt vor, wie die Sommerspiele in der Stadt aussehen sollen. Eine Ankündigung aber entpuppt sich als Tippfehler.

Von Joachim Mölter

Wenn es um die aktuellen Olympia-Ambitionen des deutschen Sports geht, ist München immer vornedran: Die Stadt hat Ende Mai als erste der vier nationalen Interessenten ihre Bewerbungspläne der Öffentlichkeit vorgestellt, stilgerecht im 72er-Olympiastadion und im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Sie hat dann auch als erste ihre Unterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht, ganz streberhaft schon ein paar Tage vor dem Abgabetermin am 31. Mai.

Und an diesem Mittwoch hat sie schließlich auch als erste ihre Überlegungen den Vertretern der Spitzensportfachverbände präsentiert, die mit ihren Disziplinen für das ganze Spektakel sorgen. Angekündigt wurde ihnen dabei in typischer Münchner Bescheidenheit „das beste Sportstätten-Konzept, das Deutschland zu bieten hat“, wie sich ein Teilnehmer der Runde tags darauf erinnerte. Aber wie das manchmal so ist: Die Ersten sind nicht automatisch auch die Besten.

Einige Verbandschefs bemängelten jedenfalls, dass bei der rund zweistündigen Präsentation in der Werner-von-Linde-Halle keine Fragen zugelassen waren zu den diversen Grafiken und Simulationen, die ihnen auf einer großen Leinwand gezeigt wurden. Hätten sie die Möglichkeit gehabt, hätte vielleicht auch jemand wissen wollen, was es mit dem „Neuen Olympiaberg“ auf sich hat.

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Münchens Sportbürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) präsentierten den Verbands-Granden die Pläne, wie der Olympiapark nach Süden erweitert werden soll. Nicht alles daran stimmte. Das Bild verbreitete die Stadt später selbst in den sozialen Medien.
Münchens Sportbürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) präsentierten den Verbands-Granden die Pläne, wie der Olympiapark nach Süden erweitert werden soll. Nicht alles daran stimmte. Das Bild verbreitete die Stadt später selbst in den sozialen Medien. Instagram

Das hätte man sich jedenfalls denken können, es stand ja so neben einem riesengroßen Gebilde, das durchaus als pyramidenförmige Erhebung zu interpretieren war: „Neuer Olympiaberg“. Platziert war das Ganze in der Ecke Dachauer Straße und Landshuter Allee, in der aktuell noch eine Behörde steht, das Bundesverwaltungsamt. Der Grafik zufolge sollten in dem Areal südlich des Stadions auch temporärer Anlagen entstehen – für Basketballer, Moderne Fünfkämpfer, urbane Sportler wie BMX-Radler, Skateboarder oder Parkour-Sportler.

In der Beschlussvorlage zur Olympia-Bewerbung, die jüngst vom Münchner Stadtrat abgesegnet wurde, firmiert das Areal als „südliche Erweiterung des Olympiaparks“ oder als „Neuer Olympiapark“. Und so hätte es auch neben dem riesengroßen Gebilde stehen sollen, das sich letztlich als Freiluftbühne herausstellte, die auch nicht in die Höhe ragt, sondern in die Tiefe geht. Das mit dem „Neuen Olympiaberg“ sei schlicht ein Schreibfehler gewesen, erklärte ein Sprecher des Referats für Bildung und Sport (RBS) am Donnerstag, geschuldet der Eile, in der die ganze Präsentation erstellt worden sei.

Dummerweise war da das falsche Bild schon in der Welt: Die Stadt selbst hatte am Abend noch ein Foto auf ihrem Instagram-Kanal gepostet, auf dem Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) auf dem Podium zu sehen waren – vor eben just jener Grafik mit dem „Neuen Olympiaberg“.

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Tags darauf war die Stadt sichtlich bemüht, den Lapsus herunterzuspielen: Es habe sich nur um „die Visualisierung von grundsätzlichen Überlegungen“ für die ortsunkundigen Gäste gehandelt, versicherte der RBS-Sprecher, keinesfalls um konkrete Pläne oder eine belastbare Planung. Alles sei noch sehr grob, sehr oberflächlich, sehr unverbindlich. Vertieft würden die Planungen jedenfalls erst nach der sportfachlichen Überprüfung des DOSB im Herbst.

Vor der müssen die Münchner Olympia-Bewerber offensichtlich keine große Angst haben. Wie aus den Teilnehmerkreisen der Präsentation zu hören war, kam das Konzept im Großen und Ganzen gut an. Zu hören waren Begriffe wie „exzellent“, „hat alles Hand und Fuß“, „interessante und spannende Geschichte“.

Kritisiert wurde allenfalls, dass sich die Stadt nicht vorab bei den Verbänden nach deren Wünschen und Vorstellungen erkundigt habe: „München ist einfach losgerannt und hat niemanden mitgenommen.“ Bei der ganzen Eile kann man ja nicht auf jedes Detail achten.

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