Olympia-BürgerentscheidBriefwähler waren deutlich olympiafreundlicher als Urnenwähler

Die Wahlhelfer – hier am Schulcampus Riem – hatten beim Olympia-Entscheid viel zu tun, denn die Beteiligung war so hoch wie bei noch keinem Bürgerentscheid in München.
Die Wahlhelfer – hier am Schulcampus Riem – hatten beim Olympia-Entscheid viel zu tun, denn die Beteiligung war so hoch wie bei noch keinem Bürgerentscheid in München. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Beim Olympia-Entscheid war die Briefwahl besonders einfach, denn die Stadt hat die Unterlagen bereits mit der Wahlbenachrichtigung mitgeschickt. Das hat Wirkung gezeigt – bei der Beteiligung und womöglich auch beim Ergebnis.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen auch Material von Nachrichtenagenturen.

Wichtige Updates
So wählt Ihr Stadtviertel
Reaktionen aus der Münchner Stadtpolitik: „Fast schon historisch“ 
Olympia-Gegner: „Dieses Verfahren war alles andere als fair"
Söder feiert: "Eine geile Geschichte heute" 
Dieter Reiter: „Sehr gespannt auf die Reaktionen aus den Mitbewerberstädten“ 
David Costanzo
David Costanzo

Neue Zahlen liefern interessante Einblicke über die Briefwahl

Das Münchner Wahlamt hat neue Daten zum Olympia-Entscheid veröffentlicht, die noch einmal interessante Details liefern - insbesondere zur Briefwahl. Die war bei dieser Abstimmung besonders einfach, weil die Stadt die nötigen Unterlagen bereits mit der Benachrichtigung mitgeschickt hat und die Wahlberechtigten diese nicht erst beantragen mussten. Das hat Wirkung gezeigt - bei der Beteiligung und womöglich auch beim Ergebnis.

Der Anteil der Briefwähler war rekordverdächtig. 85,9 Prozent aller gültigen Kreuzchen wurden vorab und nicht erst in der Wahlkabine gemacht, wie sich aus Zahlen errechnen lässt, die das Wahlamt am Montag veröffentlichte. Auf einen Wähler im Wahllokal kamen demnach sechs Briefwähler. Zum Vergleich: Bei der jüngsten Bundestagswahl im Februar war das Verhältnis nahezu ausgeglichen. Das dürfte beim Olympia-Entscheid zur Rekord-Beteiligung von 42,0 Prozent beigetragen haben.

Dabei unterscheiden sich die Ergebnisse je nachdem, wie die Münchnerinnen und Münchner ihr Kreuzchen machten: Die vielen Briefwähler zeigten sich nämlich deutlich olympiafreundlicher als die Urnenwähler. In den Wahllokalen liegt die Zustimmung bei 61,3 Prozent, bei der Briefwahl dagegen bei 67,3 Prozent, wie das Wahlamt am Montag mitteilte. Insgesamt stimmten 66,4 Prozent der Wahlberechtigten für die Olympia-Bewerbung - das deutlichste Ergebnis aller gültigen, bisherigen Bürgerentscheide.
Martin Moser
Martin Moser

Die SZ berichtet zum Münchner Olympia-Ja

  • Mehr als 60 Prozent Zustimmung und die Wahlbeteiligung auf einem Rekordwert: Mit dem Bürgerentscheid sendet die Stadt ein deutliches Signal an die nationalen Konkurrenten Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr. Die Reaktionen auf den Wahlabend.
  • München sichert sich die Pole-Position im Olympia-Rennen: Mit dem klaren Ja beim Bürgerentscheid werden die Konkurrenten deutlich abgehängt. Ein Kommentar (SZ Plus). 
  • Wie es nach Münchens Ja zu Olympia weitergeht: Worauf es jetzt bei der Vergabe der Sommerspiele ankommt und wann eine Entscheidung fallen könnte (SZ Plus).
  • Wenn Deutschland Olympia wirklich will, müssen jetzt die Profis ran. Die Bewerbung darf nicht wieder im Verbands-Klein-Klein versumpfen, sondern muss sich etwas trauen. Vorbild: Paris. Ein Kommentar (SZ Plus). 
David Costanzo
David Costanzo

München trainiert für Olympia - das vorläufige Endergebnis ist da

Gut drei Stunden nach Schließung der Wahllokale liegt das vorläufige Endergebnis des Münchner Olympia-Entscheids vor: Die Befürworter gewinnen klar mit 66,4 Prozent, entsprechend erreichen die Gegner nur 33,6 Prozent. 
Klare Verhältnisse herrschen auch in allen 25 Münchner Stadtbezirken. Dort erreicht die Zustimmung einer Bewerbung überall mindestens 61,7 Prozent, dieses Ergebnis gab es in Sendling. Die meisten Olympia-Befürworter leben im Stadtbezirk Allach-Untermenzing im Münchner Norden, dort wurden 71,7 Prozent erzielt.
Die Wahlbeteiligung liegt bei 42,0 Prozent - ein neuer Rekord für Bürgerentscheide in München.

Tim Brack
Tim Brack

Auch Augsburg befragt seine Bürger zu Olympia

München sagt Ja zu Olympischen Spielen, aber wie sieht es in Augsburg aus? Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger um ein Stimmungsbild per Internet-Umfrage. Denn sie ist mit zwei Sportstätten an dem Münchner Bewerbungskonzept für die Sommerspiele und Paralympische Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt. 
Tim Brack
Tim Brack

Münchner Ja ist für DOSB keine Vorentscheidung im Auswahlverfahren

Trotz des klaren Bürgervotums für eine Münchner Olympia-Bewerbung sieht Otto Fricke als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes noch keine Vorentscheidung im Auswahlverfahren der nationalen Kandidaten. „Ich sehe das ganz sportlich. Das Erste von Vieren hat die Qualifikation geschafft“, sagte Fricke im Deutschlandfunk. Er verwies auf die anderen Bürgerbeteiligungen bei den weiteren deutschen Kandidaten für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Interesse haben auch Hamburg, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region.

Der DOSB werde dann „ganz demokratisch“ auf seiner Mitgliederversammlung im September nächsten Jahres entscheiden, „wer von den Vieren das beste Ergebnis ist – nach all den Kriterien, die dann notwendig sind, um dann auch auf internationaler Ebene zu überzeugen“.

Nachdem am Sonntag in München die klare Mehrheit von 66,4 Prozent für ein Olympia-Projekt und eine Rekord-Beteiligung beim Münchner Bürgerentscheid für ordentlich Rückenwind gesorgt hatten, kamen bereits Forderungen aus Bayern, den nationalen Bewerbungsprozess abzukürzen.

Der nationale Wettbewerb helfe vielmehr dem ganzen Prozess, betonte Fricke. „Wenn ich sehe, wie die vier Bewerber im Rahmen des Wettbewerbes seit Mai ihre Angebote an die Sportlerinnen und Sportler weiter verbessert haben, dann kann man sehen, im Wettbewerb wird das wieder an Energie frei, was dieses Land wahrscheinlich so dringend benötigt.“

Lesen Sie hier, wie es im Bewerbungsverfahren weitergeht:


Tim Brack
Tim Brack

Polizeigewerkschaft zu Olympia: „Wird ein Ausnahmezustand“

Die Polizeigewerkschaft DpolG sieht mit einer möglichen Münchner Olympia-Bewerbung massive Aufgaben auf die Beamten zukommen, das berichtet die Deutsche Presseagentur. „Das wird ein Ausnahmezustand“, sagte der bayerische Landesvorsitzende Jürgen Köhnlein für den Fall einer tatsächlichen Ausrichtung der Spiele. Es werde eine massive Herausforderung, in ganz Bayern die Sportler und Gäste zu schützen. Schließlich müsse man mit allen Eventualitäten rechnen – dazu zwinge auch die Weltlage.

Schon bei nicht ganz so großen Ereignissen sehe man, was für ein Aufwand nötig werde, um sie zu schützen, sagte Köhnlein. Wenn man beispielsweise an Drohnen denke, werde klar, dass man vorbereitet sein müsse, „sonst können solche Spiele auch schnell gelähmt werden“. Und das sei nur ein Beispiel von heute. Man wisse nicht, was in zehn Jahren aktuell sein werde. Deswegen müsse man am Ball bleiben und in Ausrüstung und Personal investieren. Das koste allerdings Geld.

Köhnlein fordert, schon jetzt in die Konzepte für die Olympia-Bewerbung auch die Investitionen in Personal und Technik aufzunehmen. „Denn Begeisterung allein schützt niemanden, das haben wir in der olympischen Geschichte schmerzhaft erfahren“, betonte er mit Blick zurück auf das Olympia-Attentat 1972 in München.
Damals habe man die Erfahrung gemacht, wie schnell sich Spiele der Freude umkehren könnten. So etwas dürfe nicht wieder passieren. „Olympia kann ein Gewinn für Bayern werden“, sagte er. „Aber nur, wenn von Beginn an in Sicherheit investiert wird.“ 
David Costanzo
David Costanzo

Vier Erkenntnisse aus dem Abstimmungsergebnis

  • Noch keine politische Sachfrage hat die Münchnerinnen und Münchner in einem Bürgerentscheid so sehr bewegt wie die Olympia-Bewerbung. Die Beteiligung erreicht mit 42 Prozent einen neuen Rekord. Das mag auch daran liegen, dass die Briefwahlunterlagen bereits mit der Wahlbenachrichtigung zugestellt wurden. Der bisherige Rekord lag bei 37,5 Prozent, als die Münchnerinnen und Münchner 2001 über den Bau der Allianz Arena entschieden.
  • So ein klares Ergebnis hat noch kein gültiger Entscheid in München erbracht. Der Anteil der Olympia-Befürworter von 66,4 Prozent bedeutet die bislang größte Zustimmung in einem Bürgervotum, das nicht am sogenannten Quorum scheiterte. 2003 gab es zwar mit 69,4 Prozent eine etwas größere Mehrheit gegen die Schließung von Stadtteilbibliotheken, allerdings gingen nur 12,9 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen, weswegen das Votum scheiterte.
  • Die Münchnerinnen und Münchner sind sich einig: Zwischen dem Stadtbezirk mit der höchsten und der niedrigsten Zustimmung liegen zehn Prozentpunkte. Ausreißer nach unten gibt es nur einen - Sendling. Nur drei weitere erreichen deutlich unterdurchschnittliche Werte.
  • Das Gefälle zwischen Urnen- und Briefwählern dürfte selten so krass ausgefallen sein, auch wenn sich dieses derzeit nur abschätzen lässt. Die vorerst letzten Zahlen dazu veröffentlichte die Stadt mit dem Stand 17.30 Uhr, also kurz vor Schließung der Wahllokale. Da lag die geschätzte Beteiligung an der Briefwahl bei 33,7 Prozent, während nur 5,4 Prozent aller Berechtigten ins Wahllokal gingen - auf einen Wähler im Wahllokal kamen demnach mehr als sechs Briefwähler. Zum Vergleich: Bei der jüngsten Bundestagswahl im Februar war das Verhältnis annähernd ausgeglichen.

David Costanzo
David Costanzo

So wählt Ihr Stadtviertel

Hier sind die Ergebnisse für alle 25 Münchner Stadtbezirke: Die meisten Fans einer Olympiabewerbung leben in der Innenstadt - und am nordwestlichen Münchner Stadtrand. In Allach-Untermenzing gab es eine Zustimmung von 71,7 Prozent.

Die meisten Gegner einer Bewerbung für Sommerspiele wohnen im Stadtteil Sendling. Doch auch dort bilden sie mit 38,3 Prozent eine klare Minderheit, die Zustimmung liegt bei 61,7 Prozent. Auf unserer Karte erfahren Sie alle Ergebnisse für Münchens Stadtviertel:
Heiner Effern
Heiner Effern

Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg: "Ein brutales Zeichen"

Wenn sich an einem Abend alles um den Sport dreht und olympische Euphorie zu spüren ist, dann ist eine Goldmedaillen-Gewinnerin natürlich gefragt. Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg steht auf der Bühne im Haus des Sports und ratscht mit Stanislaus von Bayern aus dem Hause Wittelsbach. "Ein brutales Zeichen" sei das deutliche Ergebnis, sagt sie. Sie hofft nun auf eine Aufbruchstimmung nicht nur in München, sondern in die ganze Region hinaus bis ins Oberland und ihre Heimat im Berchtesgadener Land. "Wir können es, und wir trauen es uns zu."

Ein Großereignis wie Olympische Spiele würde die Menschen positiv motivieren, sagt Gerg. Stadt und Region müssten sich für ihre Entwicklung die Frage stellen: "Was kann ich optimieren?" Sportstätten, überall schnelles Internet, neuer Wohnraum, die Kinder und auch die Enkelkinder könnten von Sommerspielen profitieren, sagt die Olympiasiegerin.

Gerg hat die Kampagne in den sozialen Medien unterstützt und würde das auch weiter gerne tun. "Man steht in der Verantwortung, wenn man die Möglichkeit hat, gehört zu werden", sagt sie. Olympia sei für eine Sportlerin etwas einzigartiges. Man treffe die Athleten aus den anderen Disziplinen, es kämen nur die Besten aus der ganzen Welt, man vertrete sein Land. "Man hat das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein."
Der Kanute Sideris Tasiadis und Olympiasiegerin Hilde Gerg jubeln über das klare Ergebnis.
Der Kanute Sideris Tasiadis und Olympiasiegerin Hilde Gerg jubeln über das klare Ergebnis. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Anna Hoben
Anna Hoben

Reaktionen aus der Münchner Stadtpolitik: „Fast schon historisch“ 

Jubelschreie hat es nicht gegeben, als die ersten Ergebnisse verkündet wurden – aber große Freude und viele Umarmungen. Seit dem Nachmittag sei er mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Kontakt gewesen, sagt OB Dieter Reiter (SPD). Dessen Prognose sei „noch defensiver“ gewesen als seine eigene. Nun habe man „das beste Ergebnis jemals bei einem Bürgerentscheid“. Es sei ein „gutes Gefühl, sagen zu können, wir machen Politik für die Mehrheit“. 

Auch Grünen-Stadtrat Beppo Brem sagt, das Ergebnis sei viel deutlicher, als er es erwartet hatte. Die „stille Mehrheit“ habe entschieden. „Ich bin happy.“ Damit könne man gut in den Bewerbungsprozess gehen. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sagt: „Ich freu’ mich total.“ Vor allem darüber, dass „das Miesepetrige von einer großen Mehrheit nicht goutiert wird“.

Michael Asbeck vom Sportreferat hat für die Stadt mit seinem Team das Konzept verfasst und die Kampagne organisiert. Wie sich der vorläufige Erfolg anfühle? „Fragen Sie mich morgen noch mal.“ So ganz scheint Asbeck es noch nicht fassen zu können. Aber dann sagt er doch noch etwas: So ein Bürgervotum wie an diesem Tag, das sei schon „völlig ungewöhnlich“. Es handle sich international um das erste Referendum für Olympische Sommerspiele, das gewonnen wurde; „fast schon historisch“ sei das. 
Olympia-Brezn für die Kameras: Dieter Reite rund Verena Dietl freuen sich über das Ergebnis des Bürgerentscheids.
Olympia-Brezn für die Kameras: Dieter Reite rund Verena Dietl freuen sich über das Ergebnis des Bürgerentscheids. . Robert Haas
Joachim Mölter

Olympia-Gegner: „Dieses Verfahren war alles andere als fair"

Bei den Olympia-Gegnern wird das Ergebnis immer noch intensiv diskutiert. Landtags-Vizepräsident Ludwig Hartmann führt die „Dauerbeschallung“ der Pro-Seite in den vergangenen Wochen an. An allen Trambahn- und U-Bahnhaltestellen habe er Werbeplakate für die Bewerbung gesehen. „Dabei dürfen Parteien da gar nicht werben“, sagte er angesichts der von der Stadtratsmehrheit getragenen Kampagne.

Stefan Jagel ergänzte: „Wir respektieren selbstverständlich das Votum, müssen aber feststellen: Dieses Verfahren war alles andere als fair. Die Pro-Seite und die Stadtspitze haben massiv getrickst – mit Werbekampagnen auf öffentlichen Flächen und finanziert mit öffentlichen Mitteln, sogar auf dem angeblich unpolitischen Oktoberfest.“

„Leider recht deutlich“ sei die Niederlage des NOlympia-Bündnisses ausgefallen, resümierte Tobias Ruff, der Chef der ÖDP-Fraktion im Stadtrat. „Aber wir wollen ja Bürgerentscheide, dann müssen wir das Ergebnis auch akzeptieren und es sportlich nehmen.“ Er glaube ja nicht, dass München am Ende den Zuschlag für eine Olympia-Ausrichtung bekommt, „trotzdem kostet uns das jetzt erstmal Geld.“ Auch er kündigte an, die weiteren Schritte kritisch zu begleiten. 
Heiner Effern
Heiner Effern

Söder feiert: "Eine geile Geschichte heute" 

In der Arena des Sports des BLSV, an diesem Abend des Bürgerentscheids das sportliche Zentrum Bayerns, überschlagen sich die Ereignisse. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich auf der Bühne noch gar nicht ausgefreut, als Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Saal betritt. Es geht für Söder gleich direkt auf die Bühne, wo er seine Stimmungslage in ein paar kurzen Worten zusammenfasst: "eine geile Geschichte heute". Vorher bläst er aber noch erleichtert und demonstrativ ins Mikrofon, um seiner Erleichterung Ausdruck zu verleihen. "Es scheint alles sicher zu sein", sagt er. "Ein ganz starkes Signal", sei das Ergebnis des Bürgerentscheids. "Jetzt starten wir durch, jetzt ziehen wir ein."

Der Ministerpräsident ist bester Laune, er bedankt sich nicht nur bei der Stadt und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), sondern sogar bei den Münchner Rathaus-Grünen, die die Bewerbung unterstützen. Nicht nur die wohl mehr als 60 Prozent Zustimmung seien wichtig, sondern die gleichzeitig hohe Wahlbeteiligung. Das Ergebnis sei ein Ausdruck von "Sympathie und Lebensfreude". Wenn München olympische und paralympische Sommerspiele ausrichte und danach das Oktoberfest, könnten Besucher zwei tolle Monate in München verbringen. „Das ist für die ganze Region überragend, aber auch für den ganzen Sport.“ 
Bei den Sportstätten liege München mit weitem Abstand vor allen anderen deutschen Bewerbern, so Söder. "Wir können es, wir wollen es, wir sind wirtschaftlich das stärkste Land, das sicherste und wir können nachhaltige Spiele anbieten. Bei uns müssen keine neuen Prunktempel gebaut werden, wir werden aber manches aufhübschen.“
 


Martin Moser
Martin Moser

Blitzanalyse: Was das Ja zur Olympiabewerbung bedeutet

Von vorne weg das nationale Bewerberfeld kontrollieren: Das war von Anfang an der Plan der Initiatoren der Münchner Olympiabewerbung. Mit dem klaren Ja beim Bürgerentscheid werden die Konkurrenten Berlin, Hamburg und Rhein-Ruhr nun abgehängt. Eine erste Einschätzung, wie das Olympia-Ja nun zu bewerten ist, von München-Ressortleiter René Hofmann (SZ Plus):

Joachim Mölter

Olympia-Gegner:  „In der Deutlichkeit hatten wir das nicht erwartet“


Als OB Reiter den Sieg der Olympia-Befürworter im BR verkündet, versteinern die Gesichter der Gegner im Griechischen Haus. „In der Deutlichkeit hatten wir das nicht erwartet“, gibt Stefan Jagel zu, der Fraktionschef der Linken im Stadtrat. Der Grünen-Politiker Ludwig Hartmann spricht von einem Kampf David gegen Goliath angesichts der rund zwei Millionen Euro teuren Pro-Kampagne der Stadt. Die ehrenamtlich tätigen Gegner hätten gerade mal ein Prozent dieser finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung gehabt. „Als Demokraten akzeptieren wir das Ergebnis natürlich“, sagte Hartmann. Gleichzeitig kündigte er an: „Wir werden genau beobachten, ob die Versprechen aus der Bewerbung so umgesetzt werden.“ Auch Jagel versprach: „Wir werden genau hinschauen, wofür das Geld ausgegeben wird und wie die Versprechen umgesetzt werden.“
Enttäuschung bei den Olympia-Gegner bei ihrer Wahlparty im Westend.
Enttäuschung bei den Olympia-Gegner bei ihrer Wahlparty im Westend. . Paul Dittmann
Heiner Effern
Heiner Effern

Kein Halten mehr im Haus des Sports

Laute Jubelrufe, Klatschen, Arme nach oben. Als die Nachricht eintrifft, dass Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) einen Zwischenstand von 62 Prozent verkündet hat, gibt es im Haus des Sports kein Halten mehr. In der ersten Reihe jubelt Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg, auf der Bühne steht BLSV-Chef Ammon neben dem gerade eingetroffenen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Es war anstrengend und kein Selbstläufer", sagt er in einer ersten Reaktion. "In einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung" hätte man es geschafft, die Vorteile einer Bewerbung zu vermitteln.

In der Stunde des Erfolgs warnt Herrmann vor Überheblichkeit. Es gebe keinen Grund, auf die Konkurrenten herabzublicken. "Wir haben unser Konzept und reden nicht über Konkurrenten." Einer Forderung nach einem vorzeitigen Ende des deutschlandweiten Wettbewerbs um Sommerspiele erteilt er eine deutliche Absage.

Die Olympia-Befürworter feiern das Ergebnis.
Die Olympia-Befürworter feiern das Ergebnis. . Catherina Hess
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