Pläne zum Olympia-Jubiläum:Im Zeichen der Ringe

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Wann gibt es in Deutschland wieder eine olympische Eröffnungsfeier, so wie 1972 in München? Die Pläne an Rhein/Ruhr für 2032 haben sich erledigt, für 2036 fehlt nicht nur DOSB-Boss Alfons Hörmann die Fantasie. (Foto: dpa)

Wie sehr die Olympischen Spiele München geprägt haben, will die Stadt zum 50. Jahrestag zeigen. Vor allem soll an die kulturelle Bedeutung des Großereignisses erinnert werden.

Von Ekaterina Kel

Olympia. Wenn Münchner dieses Wort hören, sollen sie nicht nur an sportliche Leistungen denken, sondern auch an die Idee einer offenen Begegnung, eines kreativen Miteinanders. Im Jahr 2022 feiern die Olympischen Sommerspiele von 1972 in München 50. Jahrestag, und die Erwartungen der Stadtpolitik an das Jubiläum sind groß.

Das Kulturreferat hat am Donnerstag die ersten Eckpfeiler für das Programm vorgelegt. Der endgültige Beschluss über das Programm wurde auf die Vollversammlung des Stadtrats am 19. November vertagt, doch soviel lässt sich schon sagen: Die Stadt will an die kulturelle Bedeutung des Großereignisses anknüpfen. Das Budget dafür soll sich auf 4,2 Millionen Euro belaufen.

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Man setze bei der Erinnerung "vor allem darauf, die visionären Impulse und die verbindende gesellschaftliche Kraft in die Gegenwart und Zukunft zu holen", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Stadt möchte an die Bedeutung der Spiele für die Entwicklung Münchens als Großstadt erinnern. Die Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, Viertel wie das Olympische Dorf, internationale Kulturevents, mit dem Olympiapark ein großes Freizeitgelände - das alles hätte es womöglich nicht gegeben, wären nicht die Olympischen Spiele von 1972 gewesen. Hier konnte sich das junge demokratische Deutschland als modernes, weltoffenes Land präsentieren.

Geplant ist unter anderem eine Eröffnungsfeier im Theatron im Olympiapark "mit choreografiertem und moderiertem Programm, mit Aktionen und Musik", ein Spektakel im Geiste des damaligen Kulturprogramms. 300 000 Euro soll das kosten. Das Olympiastadion als Ort für die Feier sei nur "bei maßgeblicher finanzieller Beteiligung Dritter" möglich, heißt es in der Vorlage. Zudem wünscht man sich ein Revival der "Olympischen Spielstraße". Es war das offizielle Kulturprogramm der Olympiade und soll mit interdisziplinären künstlerischen Aktionen rund um den Olympiasee zur Partizipation einladen. Man möchte außerdem, anknüpfend an 1972, Kunst und Design mit Bezug zu Olympia ausstellen. Die Fraktion ÖDP/Freie Wähler beantragt zusätzlich, die originale Olympiakunst von 1972 in einer Dokumentation zugänglich zu machen.

Ebenfalls feierlich und bereits geplant: Die European Championships 2022 werden im August im Olympiapark ausgetragen. So wird auch der sportliche Geist wieder aufleben. Erinnert wird außerdem an das Attentat palästinensischer Terroristen auf israelische Athleten, Veranstaltungen dazu sollen im Jüdischen Museum München stattfinden.

© SZ vom 30.10.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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