Süddeutsche Zeitung

Entschädigungen:1,2 Millionen für Opfer des Oktoberfestattentats

Insgesamt 1,2 Millionen Euro hat der von der Stadt gemeinsam mit Bund und Freistaat eingerichtete Fonds für die Überlebenden und Hinterbliebenen des rechtsextremistischen Oktoberfestattentats vom 26. September 1980 ausbezahlt. Das gesamte Fondsvermögen ging an 90 Betroffene, informierte jetzt das Sozialreferat den Stadtrat. Verletzte erhielten je nach individueller Schadensschwere Pauschalen zwischen 5000 und 50 000 Euro, Hinterbliebene entsprechend des Verwandtschaftsverhältnisses 15 000 oder 20 000 Euro.

Antragsberechtigt waren durch das Attentat unmittelbar Verletzte, die noch heute unter gesundheitlichen Folgen leiden, sowie Hinterbliebene der Getöteten, also Eltern, Ehepartner, Kinder und Geschwister. In sechs Fällen wurden Anträge mangels Berechtigung abgelehnt. Die ausbezahlten Solidarleistungen könnten das unsägliche Leid der Betroffenen "nicht lindern und die eklatanten Fehler und Versäumnisse der Behörden bei der Verhinderung und Aufklärung des Anschlags sowie bei der Entschädigung der Opfer nicht ungeschehen machen", erklärte OB Dieter Reiter. "Es bleibt aber zu hoffen, dass sie als nachträgliches und überfälliges Zeichen der Anteilnahme und der Anerkennung des erlittenen Unrechts angenommen werden können."

Durch den Bombenanschlag wurden zwölf Menschen und der Attentäter getötet. 221 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

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