Gastronomie:Ozapft wird auch in den Gaststätten

Lesezeit: 2 min

Gastronomie: Nach den gelungenen Versuchen 2020 (hier im Paulaner am Nockherberg) und 2021 findet die Wirtshaus-Wiesn auch heuer statt.

Nach den gelungenen Versuchen 2020 (hier im Paulaner am Nockherberg) und 2021 findet die Wirtshaus-Wiesn auch heuer statt.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Parallel zum Oktoberfest findet vom 17. September bis 3. Oktober die Wirtshaus-Wiesn statt.

Von Sarah Maderer

Als Gregor Lemke, Vorsitzender und Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, am Dienstagvormittag die Pressekonferenz zur diesjährigen Wirtshaus-Wiesn eröffnet, fängt er bei Adam und Eva an, das heißt bei Ludwig und Therese und deren Wiesn-Gründungsgeschichte. Die "Ur-Wiesn" anlässlich der königlichen Hochzeit im Jahr 1810, bei der das Brautpaar die Stadtbewohner zum Feiern in die Gasthäuser einlud, sei nämlich im Grunde auch eine Wirtshaus-Wiesn gewesen. Schon jetzt eine Traditionsveranstaltung also, wenn auch die Wirtshaus-Wiesn erst zum dritten Mal stattfindet.

Dass sie in diesem Jahr parallel zur richtigen Wiesn überhaupt stattfindet, habe für die Innenstadt- und Wiesnwirte außer Frage gestanden. "Die Wirtshaus-Wiesn ist ein eigenständiges Produkt und nachdem die Reservierungsnachfrage bei den Zelten heuer stärker ist als 2019, ist sie eine gute Ergänzung", meint Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte.

Wie bereits in den beiden Vorjahren, in denen die Wirtshaus-Wiesn als Corona-Ausweich-Manöver ins Leben gerufen wurde, wird es von 17. September bis 3. Oktober in den 50 teilnehmenden, festlich geschmückten Innenstadtlokalen Live-Musik, Wiesn-Schmankerln von Hendl bis Haxn, Lebkuchenherzerl und natürlich das saisonale Oktoberfestbier geben. Letzteres sei auch schon fertig gebraut, eine Sorge weniger in Zeiten des Gasmangels, scherzt Schottenhamel. Beim Bierpreis-Thema bleibt er aber ernst: Für die Wiesn habe der Masspreis "natürlich etwas angepasst" werden müssen, auf der Wirtshaus-Wiesn gelten aber je nach Gasthaus die herkömmlichen Bierpreise.

Neu hinzugekommen für die diesjährige Wirtshaus-Wiesn sind zwei Sponsoring-Partner: die BMW-Niederlassung München, bei der Konferenz vertreten durch Niederlassungsleiter Bernd Döpke, und der Verein der Münchner Brauereien, der den Wirtshaus-Wiesn-Krug gesponsert hat. Überschaubar in Größe und Gestaltung ist jener verglichen mit den offiziellen Krügen der Wiesn und Wiesnwirte: eine Halbe statt einer Maß, von Grafikdesignerin Manuela Zumbansen gestaltet mit Sehenswürdigkeiten aus der Münchner Skyline und den Logos der sechs Wiesnbier-Brauereien.

Man habe genug Service- und Sicherheitspersonal, sagen die Wiesnwirte

Dass trotz doppelter Wiesngaudi und generellem Personalmangel genug Service- und Sicherheitspersonal im Einsatz sein werden, bestätigen Stadt und Veranstalter. Die von der Stadt beauftragte Sicherheitsfirma Securitas und auch die Wiesnwirte hätten ausreichend Sicherheitspersonal zugesichert, sagt Susanne Mühlbauer vom Referat für Arbeit und Wirtschaft. "Spannend wird die Zeit nach der Wiesn, wenn Mitarbeiter wegen angehäufter Überstunden in den Urlaub geschickt werden müssen, während die Veranstaltungskalender noch immer voller Nachholtermine sind", so Mühlbauer weiter.

Beim Servicepersonal verließen sich die Innenstadtwirte auf ihr Stammpersonal, das sei für die Wirtshaus-Wiesn nicht zusätzlich aufgestockt worden, berichtet Lemke. Inselkammer ergänzt, für die große Wiesn sei das Personal "zu 98 Prozent gesetzt". Für seine Betriebe sei die doppelte Wiesn keine Zusatzbelastung, im Service wanderten nur Einzelfälle in die Zelte ab und der Rest komme eher von auswärts.

Dann unterbricht Lemke, die beiden Gastronomen werden vor der Tür auf dem Opernplatz erwartet, wo ein BMW mit dem Logo Wirtshaus-Wiesn geparkt steht. "Der Herr Döpke will uns das Auto zeigen", drängelt Lemke mit bübischer Vorfreude, ehe die Wirte auf der Rückbank verschwinden. Wer hier wohl wen bei der Partnersuche gesucht und gefunden hat?

Zur SZ-Startseite

SZ PlusDachauer Volksfest
:Von Tieren, Turnern und Rennfahrern

1887 wurde das erste Volksfest in Dachau gefeiert, inklusive Pferderennen und Tierausstellung. Warum es diese und andere Attraktionen heute nicht mehr gibt.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB