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Wiesn-Pläne:München geht rechtlich gegen Dubai-"Oktoberfest" vor

Riesenrad auf dem Oktoberfest in München, 2019

Oktoberfest? Das soll bitte in München bleiben, findet die Stadt.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Unter dem Motto "Oktoberfest goes Dubai" werde der Eindruck erweckt, das Oktoberfest ziehe in diesem Jahr nach Dubai um. Das will sich die Stadt nicht gefallen lassen.

Die Stadt München geht rechtlich gegen die Veranstalter eines in Dubai geplanten "Oktoberfests" vor. Unter dem Motto "Oktoberfest goes Dubai" werde der unzutreffende Eindruck erweckt, das Oktoberfest ziehe in diesem Jahr nach der erneuten coronabedingten Absage in München nach Dubai um, teilte das städtische Wirtschaftsreferat am Mittwoch mit. Genau darauf zielten die Organisatoren mit der Bezugnahme auf den Begriff "Oktoberfest" jedoch ab. Die Stadt verlange deshalb von den Organisatoren eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereit erklären, nicht mehr mit dem echten Oktoberfest München für ihr geplantes Event zu werben.

Die Veranstalter setzten gezielt die Assoziation zum echten Münchner Oktoberfest ein, erläuterte die Stadt weiter. Der Erfolg dieser Strategie sei durch eine Vielzahl von Beiträgen in den Medien dokumentiert. Es wirke, als werde das Münchner Oktoberfest 2021 ersatzweise in Dubai veranstaltet oder als sei es vom Emirat Dubai als Ganzes in die Wüste geholt worden.

"Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe", sagte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU).

"Es ist daher im öffentlichen Interesse, dass die Stadt gegen solche unlauteren und rechtswidrigen Verhaltensweisen rechtliche Schritte einleitet. Ziel unseres rechtlichen Vorgehens ist es, den weltweit guten Ruf des Münchner Oktoberfestes zu schützen", so Baumgärtner weiter. Die Wiesn sei ein über 200 Jahre gepflegtes Kulturgut. Die Stadt veranstalte dieses "unverwechselbare Fest" mit hohem finanziellen und organisatorischen Aufwand und werde alles dafür tun, um das Oktoberfest als einmalige und ursprünglich Münchner Veranstaltung zu schützen.

Das Oktoberfest auf der Theresienwiese kann wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge nicht stattfinden. Dies hatten der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am 3. Mai verkündet. Die Entscheidung hat weitreichende wirtschaftliche Folgen für die Stadt.

© SZ vom 20.05.2021 / DPA, HOB/van/infu
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Von Franz Kotteder

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