Es ist fast schon ein Ritual. Jedes Jahr wird im Spätsommer bekannt gegeben, um wie viel die Bierpreise auf dem Münchner Oktoberfest steigen. Denn dass die Besucher bei jeder Wiesn mehr für die Mass zahlen müssen, steht quasi außer Frage. Bayerns Bierbrauerpräsident Georg Schneider bringt angesichts dieser Tatsache die Idee ins Spiel, Eintrittspreise für das Münchner Oktoberfest zu verlangen. Bei Münchens Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) kommt dieser Vorschlag allerdings nicht gut an.
Kann der Bierpreis bei Volksfesten die „Haupt-Kalkulationsgrundlage“ für alle Kosten sein? Darüber müsse man nachdenken, sagte Bierbrauerpräsident Schneider der Augsburger Allgemeinen (Dienstag). Denn die Oktoberfest-Besucher trügen über ihren Bierkonsum dazu bei, dass dieses Fest finanziell getragen werden könne, dass Zelte aufgebaut, Musikkapellen spielen und Personal bezahlt werden könne. Sein Vorschlag: „Bei einer Veranstaltung wie dem Oktoberfest sollte man darüber nachdenken, Eintritt zu verlangen.“ So könne man einen Teil der Kosten tragen.
Ein Vorstoß, dem Wiesn-Chef Scharpf (SPD) allerdings umgehend eine Absage erteilt. „Das Oktoberfest ist ein Volksfest und kein Freizeitpark“, sagte der Wirtschaftsreferent der Stadt München der Nachrichtenagentur dpa. Ein Eintritt passe überhaupt nicht zum Volksfestcharakter der Wiesn und komme nicht infrage. „Die Wiesn ist für jeden und jede da, nicht nur für die, die sich einen teuren Eintritt leisten können“, sagte Scharpf weiter. Die Gäste, die nur durchschlendern und die Atmosphäre genießen wollten, seien genauso willkommen wie die, die in den Bierzelten feiern oder sich in einem Fahrgeschäft vergnügen wollten.
Das Münchner Oktoberfest gilt mit mehr als sechs Millionen Besuchern pro Jahr als das größte Volksfest der Welt, der Eintritt auf das Festgelände ist frei, nur die Oide Wiesn, der Teil, auf dem das Volksfest besonders traditionell ist, kostet Eintritt.
Das Bier auf der Wiesn wird jedes Jahr teurer: Zwischen 14,50 und 15,80 Euro kostete die Maß 2025 auf dem Oktoberfest. Das waren im Schnitt 3,52 Prozent mehr als 2024. Damals kostete der Liter noch zwischen 13,60 und 15,30 Euro. Die Stadt überprüft als Veranstalter des Oktoberfestes, ob die von den Wirten kalkulierten Preise angemessen sind. Wie teuer die Maß in diesem Jahr wird, ist noch nicht bekannt.

