bedeckt München 17°

Rollerverbot:Das Oktoberfest ist für E-Scooter tabu

E-Scooter sollen auf oder in der Nähe des Oktoberfests nichts zu suchen haben.

E-Scooter sollen auf oder in der Nähe des Oktoberfests nichts zu suchen haben.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Die neuen E-Scooter haben sich seit ihrer Einführung als niederschwelliges Angebot für Trunkenheitsfahrten erwiesen.
  • Während des Oktoberfests gelten deshalb strenge Regeln rund um die Theresienwiese.
  • Absolut tabu für die E-Tretroller ist das Gebiet innerhalb des äußeren Sperrrings der Wiesn.
  • Zudem gibt es abends und nachts eine erweiterte Zone, in keine Roller ausgeliehen werden können.

Wer nicht mehr gehen kann, muss halt fahren, sagt ein alter Säuferwitz. Die neuen E-Scooter haben sich in den vergangenen drei Monaten als niederschwelliges Angebot für Trunkenheitsfahrten erwiesen, sei es aus Leichtsinn oder aus Unkenntnis der geltenden Promillegrenzen. Die Polizei, die schon Hunderte alkoholisierte Rollerfahrer aus dem Verkehr gezogen hat, findet das eher nicht so witzig.

Während des Oktoberfests, der Promillejahreszeit schlechthin, gelten deshalb strenge Regeln rund um die Theresienwiese. Darauf haben sich die Stadt, die Polizei und die Vermieter von E-Scootern jetzt geeinigt. Dabei achtet die Stadt auch darauf, dass keine wild geparkten Roller zu Stolperfallen für die zur Wiesn strömenden Menschenmassen werden. Außerdem wolle man niemand in Versuchung führen, teilt Thomas Böhle, Chef des Kreisverwaltungsreferats (KVR), mit.

Absolut tabu für die elektrisch betriebenen Tretroller bleibt das Gebiet innerhalb des äußeren Sperrrings der Wiesn. Der wird begrenzt durch die Schwanthalerstraße im Norden des Festgeländes, die Paul-Heyse- und Herzog-Heinrich-Straße im Osten, die Lindwurm-, Pocci- und Hans-Fischer-Straße im Süden und die Ganghofer-, Heimeran- und Schießstättstraße im Westen. An den Zufahrten zum äußeren Sperrring lässt die Stadt Hinweisschilder mit dem Text "NO E-Scooter" anbringen und richtet zum Parken der Roller fünf Sammelstellen entlang der Verbotszone ein. Die Anbieter sollen zudem die entlang des Sperrrings und an den Sammelstellen geparkten Roller regelmäßig entfernen.

Doch das ist noch nicht alles: Jeden Abend von 17 Uhr an bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr gelten in einem erweiterten Radius von bis zu einem Kilometer um den Sperrring herum Ausleihverbote. Diese werden von den Anbietern mittels "Geofencing" umgesetzt. Der Begriff steht für die technische Steuerung der Geräte in einem bestimmten Gebiet. Die Roller lassen sich dort dann gar nicht erst anmieten. Die abendliche Ausleihverbotszone umfasst Teile des Westends und das Bahnhofsviertel einschließlich Sendlinger Tor, Stachus, Bahnhofplatz und Hackerbrücke. Im nördlichen Teil der absoluten Verbotszone zwischen Schwanthalerstraße und Arnulfstraße, einschließlich Hackerbrücke, Bahnhofplatz und Stachus, können E-Scooter abends zudem auch nicht geparkt werden. Hier soll das Beenden eines Leihvorgangs von 17 Uhr an technisch nicht mehr möglich sein.

Rund 5000 E-Scooter bieten fünf derzeit in München vertretene Unternehmen zum Mieten an. Die Stadt hat mit den Anbietern vorab eine Vereinbarung getroffen, die verhindern sollen, dass die Roller zum Beispiel Bürgersteige blockieren und so zum Ärgernis werden. Bis auf die zahlreichen Alkoholfahrten ziehen die Stadtverwaltung, die Polizei und die Scooter-Vermieter bisher ein "grundsätzlich positives Fazit", wie das KVR mitteilt.

Dennoch sehen viele noch Verbesserungsbedarf. So hat die SPD jüngst eine Aufklärungskampagne seitens der Anbieter gefordert, um die Nutzer schon vor dem Start deutlich auf die Regeln hinzuweisen. Der Anbieter Voi geht hier noch einen Schritt weiter: Unter voi-safety-campaign.herokuapp.com können Kunden eine virtuelle Fahrschule absolvieren.

Verkehr in München "Da irgendwo müsste er sein"

E-Mobilität

"Da irgendwo müsste er sein"

3000 Leih-Elektroroller gibt es in München. Täglich nutzen Hunderte Touristen, Pendler und müde Fußgänger die E-Roller, bis sie leer sind. Und dann? Eine Nacht lang unterwegs mit einem Juicer.   Von Elisa Schwarz