Öffentlicher Nahverkehr In München ist die Monatskarte am günstigsten

Im Schnitt kostete das Monatsticket im Städte-Vergleich 77,50 Euro.

(Foto: Sonja Marzoner)

Das zeigt ein Vergleich des ADAC zwischen den Ticketpreisen von 21 deutschen Städten. Das Ergebnis überrascht - zumindest auf den ersten Blick.

Von Ana Maria Michel

Bei den Ticketpreisen für Bus und Bahn gibt es in Deutschland einige Unterschiede. Das zeigt nun ein Vergleich des ADAC, der die Preise für den öffentlichen Nahverkehr in 21 deutschen Städten untersucht hat. Demnach ist die Monatskarte in München besonders günstig: 55,20 Euro zahlen Erwachsene hier dafür. In Berlin kostet die Monatskarte 81 Euro, in Hamburg ist sie mit 109,20 Euro am teuersten.

Die Monatskarte zum Preis von 55,20 Euro gilt in München jedoch nur für den ersten und den zweiten Ring des Innenraums. Damit kann man etwa mit der S-Bahn von Laim im Westen der Stadt nach Berg am Laim im Osten fahren, was rund 20 Minuten dauert. Dazwischen liegen knapp zehn Kilometer Luftlinie. Wer eine Monatskarte für den gesamten Innenraum - das wären dann vier Ringe - kauft, zahlt schon 79,10 Euro. Für das gesamte Tarifnetz der MVV sind es 225,60 Euro, damit könnte man dann beispielsweise vom Starnberger See im Süden bis in die Hallertau im Norden fahren - dafür müsste man aber schon mehr als zwei Stunden Reisezeit einplanen. Mögliche Vergünstigungen und Spezialangebote, etwa für Auszubildende oder Senioren, sind im ADAC-Vegleich nicht berücksichtigt.

Verkehr in München SPD nennt von CSU und Grünen geforderte Nachtlinien "Populismus"
U-Bahn

SPD nennt von CSU und Grünen geforderte Nachtlinien "Populismus"

CSU und Grüne im Stadtrat wollen die U-Bahnen von Donnerstag bis Samstag rund um die Uhr fahren lassen. Der SPD gefällt der Plan überhaupt nicht.   Von Dominik Hutter

In Berlin, wo man für 81 Euro im Monat zwischen verschiedenen Tarifbereichen wählen kann, können Fahrgäste mit dem Monatsticket zum Beispiel zwischen Spandau und Ahrensfelde hin und her fahren. Das dauert mit der S-Bahn gut anderthalb Stunden, Luftlinie mehr als 20 Kilometer. Auch in Hamburg kommt man für 109,20 Euro im Monat weit. Man darf für den Preis im Tarifbereich AB fahren und zum Beispiel von Wedel nach Reinbek pendeln, was etwas mehr als eine Stunde dauert. Gut 37 Kilometer Luftlinie liegen dazwischen.

Neben München sind auch die Monatstickets in Dresden (61,50 Euro) und Hannover (63,00 Euro) verhältnismäßig günstig. Im Schnitt kostete das Monatsticket im Städte-Vergleich 77,50 Euro.

Unterschiede hat der ADAC auch bei den Wochenkarten festgestellt: In München zahlen Fahrgäste 15,40 Euro, in Berlin liegt der Preis für das Ticket bei 30 Euro. Einzeltickets sind in Mannheim mit 1,80 Euro am günstigsten, in Nürnberg zahlen die Fahrgäste für eine Einzelfahrt dagegen 3,20 Euro. In München kostet ein Einzelticket für eine Zone 2,90 Euro. Wer weiter will, etwa vom Marienplatz zum Flughafen, zahlt jedoch auch schon mal bis zu 11,60 Euro. Im Dezember wird in München das Tarifsystem reformiert, wie München dann abschneidet, zeigt die Untersuchung auch nicht.

Für den Vergleich hat der ADAC die Preise der sieben relevantesten Ticketarten im jeweiligen Stadtgebiet von deutschen Städten mit mehr als 300 000 Einwohnern erhoben.

Verkehr in München MVG setzt verstärkt auf Busse

Nahverkehr

MVG setzt verstärkt auf Busse

Beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs setzen Stadt und Verkehrsgesellschaft vor allem auf mehr Buslinien und -spuren. Der neue City-Ring ist bereits ein Erfolg.   Von Andreas Schubert