Obersendling:Traum vom Quartierszentrum geplatzt

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Obersendling: Die Straßenmeisterei breitet sich auch in die dahinterliegende, pittoreske Zeppelinhalle aus.

Die Straßenmeisterei breitet sich auch in die dahinterliegende, pittoreske Zeppelinhalle aus.

(Foto: Florian Peljak)

Weil die Stadt den Stützpunkt der Straßenreinigung an der Gmunder Straße umbaut, bleibt kein Platz für den lange erhofften Nachbarschaftstreff.

Die Lokalpolitiker im Münchner Süden hatten eine Vision: An der Gmunder Straße, unweit des Ratzingerplatzes, sollte ein Quartierszentrum entstehen. Ein bisschen Markthalle, ein bisschen Kulturpark mit Möglichkeiten zwischenmenschlicher Begegnung - so stellten sich die Stadtteilvertreter die Szenerie auf dem Gelände bei der pittoresken Zeppelinhalle vor, auch als Gegengewicht zum boomenden Büro- und Wohnungsbau in Obersendling.

Doch um den Traum zu realisieren, hätte die Stadt ihren Straßenreinigungsstützpunkt an der Gmunder Straße 32 räumen müssen. Weil aber Alternativstandorte für die Straßenmeisterei partout nicht in Sicht kommen wollten, lag das Projekt Quartierzentrum jahrelang auf Eis. Jetzt haben ihm Umstrukturierungspläne endgültig den Garaus gemacht.

Das städtische Baureferat sieht für seinen Stützpunkt in Obersendling neuerdings gravierende bauliche Veränderungen vor. So soll ein Teil des Geländes für die Wendeschleife der Tram-Westtangente sowie für einen Weg zwischen den beiden neuen Schulen am Ratzingerplatz - Grundschule und Gymnasium - reserviert werden.

Keineswegs verschwinden werden nach neuestem Planungsstand die Fahrzeuge und Geräte der Straßenreinigung und des Winterdienstes. Diese sollen vielmehr nach gründlicher Modernisierung des Gebäudes in der Zeppelinhalle unterkommen. Ältere Betriebsgebäude, wie die Waschhalle oder das Salzlager, werden durch Neubauten ersetzt. Ob dann noch Platz für Kaffee und Kultur bleibt, ist fraglich. Noch in diesem Jahr fällt der Startschuss für all die Maßnahmen. 21 Millionen Euro hat der Stadtrat für die Umstrukturierung eingeplant.

Enttäuscht von der Entwicklung zeigt sich der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Dem Gremium ist klar: Mit der raumgreifenden Umstrukturierung des kommunalen Straßenreinigungsstützpunkts hat sich die Idee eines Treffs mit Aufenthaltsqualität im Herzen von Obersendling erledigt.

Gleichwohl unterstützte der BA einstimmig einen SPD-Antrag, sich in Sachen Gmunder Straße 32 ans Planungsreferat zu wenden. Die Behörde möge ihre Neustrukturierung und die damit verbundenen Investitionen noch mal überprüfen, heißt es im Beschluss. Der BA wiederum sollte "unbedingt versuchen", sein ursprüngliches Vorhaben eines Quartierszentrums wenigstens partiell zu retten, forderte Hannelore Prechtel (SPD).

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