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Obersendling:Polizei unterbindet nicht-coronakonformen Gottesdienst

Polizei löst Gottesdienst auf

In Obersendling beendet die Polizei einen Gottesdienst (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Eine evangelikale Freikirche in Obersendling verstößt gegen Corona-Auflagen - einer von vielen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz in diesen Tagen.

Mehr als 130 Gläubige einer evangelikalen Freikirche haben sich am Sonntag in einem Veranstaltungsraum in Obersendling versammelt, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern - ohne Abstände und Mund-Nasen-Bedeckung. Nachdem ein Anrufer die Polizei um die Mittagszeit auf die Versammlung aufmerksam gemacht hatte, trafen die Beamten vor Ort 76 Erwachsene und 60 Kinder an. Der Raum sei für die große Zahl an Personen viel zu klein gewesen, außerdem habe weder ein Hygienekonzept vorgelegen noch sei bei der Veranstaltung gelüftet worden, teilte das Polizeipräsidium am Montag mit. Mehr als 30 Beamte lösten die Veranstaltung auf, alle Erwachsenen erhielten Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

In der Nacht zuvor hatte die Polizei eine Studentenparty in Freimann aufgelöst, allerdings mit weitaus weniger Beteiligten: Neun Studentinnen und Studenten im Alter zwischen 19 und 24 Jahren feierten gemeinsam in einer Wohnung. Weil dort noch ein Butterflymesser herumlag und der Nachbar kiffte, gab es außer Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz auch noch welche wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und wegen Drogenbesitzes.

Insgesamt nahm das Polizeipräsidium München im Zeitraum zwischen dem 30. Dezember und dem 4. Januar in der Landeshauptstadt und im Landkreis München 5900 Kontrollen vor. Dabei wurden 706 Verstöße angezeigt. In 195 Fällen ging es dabei um einen Verstoß gegen die zwischen 21 Uhr und 5 Uhr geltende Ausgangssperre.

© SZ vom 05.01.2021 / anh/van
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