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Katholische Männerfürsorge:Hohes Risiko in Unterkünften

Verein sieht Wohnungslose durch Corona besonders gefährdet

Zu den besonders von Corona-Infektionen gefährdeten Einrichtungen zählen Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäuser. Nach wie vor sei es offenbar den zuständigen Behörden aber nicht bewusst, dass die Pandemie auch für die Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe leben, eine besondere Bedrohung darstelle, klagt der Katholische Männerfürsorgeverein (KMFV). "Die meist beengte Unterbringung, die Mehrbettzimmer und die vielfach gemeinschaftlich genutzten Küchen, Sanitäranlagen und Aufenthaltsräume führen zu einem sehr hohen Risiko für ein Ausbruchsgeschehen in den Einrichtungen", warnt Vorstand Ludwig Mittermeier. Der Träger bietet rund 1500 Plätze für Wohnungslose und beschäftigt rund 580 Mitarbeiter. Zu deren Schutz müssten die Unterkünfte bei den Reihentestungen berücksichtigt werden. Dass die Staatsregierung die Tests für jedermann eingeführt habe, sei zu begrüßen, es sei jedoch "für unseren Bedarf nicht zielführend", sagt KMFV-Sprecher Ralf Horschmann. "Wir müssten jeden Bewohner einzeln zum Hausarzt schicken." Nur eine Reihentestung sei praktikabel.

Bislang habe es lediglich vereinzelt Infektions-Fälle in den Wohnungsloseneinrichtungen gegeben. Angesichts der oftmals vorliegenden Vorerkrankungen und Behinderungen sowie der Voralterung der Bewohner sei das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöht, betont Mittermeier. In vielen Fällen lebten in den Häusern des KMFV genau jene Menschen, die wegen fehlender Bereitschaft oder mangels freier Plätze bisher nicht in eine Pflege- oder eine Behinderteneinrichtung vermittelt werden konnten.

Dass die besondere Situation der Wohnungslosenhilfe konsequent ignoriert werde, geschehe nicht zum ersten Mal. Immer wieder habe es besonderer Anstrengungen bedurft, um staatlichen Behörden die Bedarfe bewusst zu machen. Das habe sich bereits bei der Verteilung dringend benötigter Schutzausrüstungen und Schutzkleidung gezeigt.

© SZ vom 07.07.2020 / loe
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