Markus Söder, Ministerpräsident (CSU)
„Es hat etwas gedauert, bis Dieter Reiter und ich zusammengefunden haben. Dabei gab es nicht dieses eine Schlüsselerlebnis, sondern das Vertrauen ist gewachsen. Bis wir beide wussten: Man kann sich aufeinander verlassen.
Unsere sichtbarsten Begegnungen waren natürlich die beim Oktoberfest: Der Oberbürgermeister reicht dem Ministerpräsidenten die erste Mass und wünscht eine friedliche Wiesn. Dieter Reiter hat das Anzapfen beherrscht – es ist ja nicht leicht, wenn die ganze Welt zuschaut. Diese friedliche Wiesn haben Landeshauptstadt und Freistaat immer gut hinbekommen, wie auch vieles andere. Manches öffentlich wie das Werben für Olympia, anderes unsichtbar wie die Befüllung der Gasspeicher in der Energiekrise.
Als der damalige Bundeswirtschaftsminister es für eine gute Idee hielt, wenn Bayern seine Speicher als einziges Bundesland für mehrere Milliarden Euro selbst befülle, haben Dieter Reiter und ich beim Kanzler erfolgreich interveniert, dass dies Bundesaufgabe sei. Für Bayern ist es wichtig, dass es zwischen Stadt und Staat funktioniert. Das hat es mit Dieter Reiter, dafür herzlichen Dank. Unsere Zusammenarbeit hatte Handschlagqualität. Alles Gute für die Zukunft, vor allem Gesundheit!“
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

„Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Tag im Sommer 2020: Es war der erste Pandemiesommer, das städtische Leben lief behutsam wieder an. Ein Termin, der mir besonders wichtig war, fand trotz der Einschränkungen statt: die Übergabe des städtischen Erinnerungszeichens für meine g’ttselige Großmutter, auf den Tag genau 78 Jahre nach ihrer Deportation nach Theresienstadt. Erinnerungszeichen gibt es in München seit 2018, Dieter Reiter hatte das Projekt als Oberbürgermeister von der Idee zur fertigen Umsetzung begleitet.
Wenn seitdem Plaketten oder Stelen übergeben werden, sind immer Vertreter der Landeshauptstadt, meist Mitglieder des Stadtrats, dabei – diese Repräsentation war Reiter wichtig. Dass er sich für dieses Erinnerungszeichen nun sogar persönlich die Zeit nahm, bedeutet mir bis heute sehr viel. Und als er in Bezug auf den neuen alten Judenhass sagte, „keine Handbreit“ dürfe man von der Seite der Bedrängten weichen, da konnte ich das ernst nehmen. Mehr als nur symbolisch stand Reiter direkt neben mir: Er war wirklich an unserer Seite.“
Gerhard Wittmann, Reiter-Double auf dem Nockherberg

„Beim Singspiel auf dem Nockherberg herrscht ja der Brauch, dass nach der Aufführung die Politiker zu ihren Schauspieler-Doubles auf die Bühne kommen, um miteinander anzustoßen. Dabei hatte ich immer den Eindruck, auch Dieter Reiter habe eine gewisse Anspannung, um nicht zu sagen: ein gewisses Lampenfieber, gehabt – gerade so, als hätte er selbst auf der Bühne gestanden –, das sich nach dem Singspiel langsam auflöste.
Stets hat er sich für die Darstellung und vor allem für das Lied, sofern man von den Autoren eines geschrieben bekam, bedankt.
Besonders erinnere ich mich an das Jahr 2014, als ich ihn zum ersten Mal auf dem Nockherberg mit dem „Goldigen Reiter“ etablierte und die gesamte Presse durchaus positiv war. Als wir uns eine Woche später beim Schauspielerempfang im Alten Rathaus wieder trafen, rief er mir schon von Weitem über die Köpfe all der anderen Gäste laut zu: „Gerhard, wir haben super Kritiken bekommen!“
Kristina Frank, ehemalige Kommunalreferentin und OB-Kandidatin der CSU

„Dieter Reiter ist zwar kein echtes Münchner Kindl – aber eins geworden. Auf dieser Ebene haben wir uns immer gut verstanden – trotz OB-Stichwahl, unterschiedlicher politischer Heimat und durchaus mal divergierenden Meinungen. Gutes zu tun für unsere Stadt war unser Ansporn. Dafür haben wir gern am selben Strang in dieselbe Richtung gezogen. Vom Urgewächs der Münchner Stadtverwaltung bis zu seinem zuletzt präsidialen Rollenverständnis als OB hat er München geprägt.
In meiner Aufgabe als Stadtministerin im Kommunalreferat hatten wir zwar wenig Berührungspunkte. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber ein 6. Dezember, als Dieter Reiter mit noch etwas dicken Backen überraschend auf dem Viktualienmarkt aufgetaucht ist. Dort war ich unterwegs, um mich wie so oft mit der Händlerschaft auszutauschen.
Obwohl er gerade vom Zahnarzt kam, wollte Herr Reiter mit seiner Mannschaft Schoko-Nikoläuse an die Passanten verteilen. Damit er noch etwas Zeit zur Erholung hatte, haben wir erstmal bei einem Käseladen einen Zwischenstopp eingelegt. Die Nikoläuse fanden im Nachgang umso schnelleren Absatz, weil das Reden wieder besser funktioniert hat. Für diese nahbare Art war er bei den Menschen beliebt. Ich wünsche ihm alles Gute für den Ruhestand!“
Christine Strobl, ehemalige Bürgermeisterin (SPD)

„Ich habe Dieter Reiter während unserer Zusammenarbeit als einen empathischen Menschen kennengelernt, der allen Münchnerinnen und Münchnern offen begegnet. Er ist immer für ein tolerantes, weltoffenes München eingestanden und hat in vielen Reden deutlich gemacht, dass München eine Stadt für alle Bevölkerungsgruppen ist und auch bleiben soll.
Dieter Reiter hat als Chef der Verwaltung auch schwierige Situationen gemeistert: die Ankunft von 67 000 Flüchtlingen an zehn Tagen im September 2015, die Corona-Pandemie oder das Attentat im OEZ. Und Dieter Reiter hat auch gehandelt: Er hat die Schließung der Flüchtlingsunterkunft Bayernkaserne aufgrund unzumutbarer Zustände angeordnet.
Er hat gegen viele Widerstände eine bessere Bezahlung des Erziehungspersonals veranlasst, ebenso fiel in seine Amtszeit die Einführung der München-Zulage für städtisches Personal, also für die Münchner, die die Stadt am Laufen halten. Oder der Mietenstopp für städtische Wohnungen. Oder ein milliardenschweres Schul- und Kita-Bauprogramm für unsere Kinder und Jugendlichen. Oder der Ausbau der ambulanten Betreuung von Senioren. Entscheidungen, die München geprägt und vielen Menschen das Leben in unserer Stadt erleichtert haben. Das wird über den Tag hinaus bleiben.“

