Umbaupläne für Hochhaus am StiglmaierplatzHöher ja, dicker nein

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Die Vorhaben für den Innenhof des „Nymphe“ stießen in der Stadtgestaltungskommission auf weniger Bedenken als die vorgeschlagene Auffüllung der Winkel.
Die Vorhaben für den Innenhof des „Nymphe“ stießen in der Stadtgestaltungskommission auf weniger Bedenken als die vorgeschlagene Auffüllung der Winkel. (Foto: Florian Peljak)

Ein Investor möchte ein Büro-Ensemble am Stiglmaierplatz massiv verändern. Die Stadtgestaltungskommission stimmt dem Vorhaben in manchen Punkten zu. Der Sohn der ursprünglichen Architekten findet, in dem Entwurf sehe das Gebäude aus „wie eine gemästete Gans“.

Von Sebastian Krass

Das Hochhaus darf ein ganzes Geschoss höher werden, aber soll seine charakteristischen Winkel in der Fassade behalten: Die Stadtgestaltungskommission hat auch bei ihrer zweiten Befassung mit den Umbauplänen für das Büro-Ensemble an der Nymphenburger Straße 3 erhebliche Korrekturen angemahnt.

Nachdem sein Konzept in der ersten Runde Anfang März durchgefallen war, präsentierte das Architekturbüro Henn am Dienstag zwar eine überarbeitete Version der Hochhausfassade, die etwas mehr von der derzeitigen Struktur erhalten hätte. Dennoch wären die Winkel, die sich aus dem sternartigen Grundriss des Gebäudes ergeben, immer noch zu einem großen Teil ausgefüllt worden, um im Inneren mehr vermietbare Flächen zu schaffen. „Wir werden etwas aufdicken müssen“, sagte Fredrik Werner von Henn in seiner Präsentation.

Das Entgegenkommen bei der Fassade reichte der Kommission, die Politik und Verwaltung zu bedeutenden Bauvorhaben in der Stadt berät, nicht. „Mein Anliegen wäre, den Baukörper zu erhalten“, sagte Stadtheimatpfleger Bernhard Landbrecht. Seine Kommissionskollegin Rita Ahlers ergänzte: „Man sollte die Knicke beibehalten, wie sie sind.“ Dafür könnte aus ihrer Sicht das zusätzliche Geschoss, mit dem das Hochhaus am Stiglmaierplatz von derzeit knapp 36 Metern Höhe auf knapp 40 Meter wachsen würde, aus Sicht von Ahlers und der Kommission insgesamt voll ausgebaut werden, bisher war lediglich ein zurückgesetztes Geschoss plus Dachgarten geplant. Eine Erhöhung sei „sehr angemessen“, urteilte Landbrecht.

Während der intensiven Diskussion kam mehrmals auch die Frage auf, warum das Ensemble mit dem Namen „Nymphe“ überhaupt so grundlegend verändert werden soll, wie es Henn Architekten im Auftrag des Bauherrn Accumulata planen. Schließlich wurde es erst 2003 nach einem Entwurf des preisgekrönten Münchner Büros Betz Architekten fertiggestellt, der „eine sehr hohe architektonische Qualität hatte“, wie Peter Brückner festhielt.

So sieht das kleine Hochhaus an der Nymphenburger Straße gerade aus ...
So sieht das kleine Hochhaus an der Nymphenburger Straße gerade aus ... (Foto: Florian Peljak)
... und so sollte es laut des Entwurfs einmal aussehen, den die Stadtgestaltungskommission nun diskutiert hat.
... und so sollte es laut des Entwurfs einmal aussehen, den die Stadtgestaltungskommission nun diskutiert hat. (Foto: Visualisierung: Henn)

Doch nach Darstellung von Fredrik Werner aus dem Büro Henn führen die Glasfassaden, die das ganze Ensemble prägen, im Sommer zu sehr hohen Innentemperaturen, die mit viel Energieaufwand heruntergekühlt werden müssten. Auch hinten im Hof, wo sich vier weitere Gebäude befinden, will Henn die Grundrisse der Gebäude grundlegend verändern, um mehr Raum im Inneren zu schaffen. Aus Sicht des Münchner Architekten Oliver Betz, der das Urheberrecht am Entwurf seiner Eltern hält, sähe das ursprünglich „kristalline“ Ensemble nach dem geplanten Umbau aus „wie eine gemästete Gans“.

Die Vorhaben für den Innenhof waren ebenfalls Thema in der Kommissionsdebatte, stießen aber auf weniger Bedenken. Auch die Abkehr von Glasfassaden zu Fassaden aus Stein- oder Betonelementen, die ein bisher einheitliches Ensemble zweiteilen würde, stieß mehrheitlich auf Zustimmung – lediglich verbunden mit der Anmerkung, dass die Gestaltung einheitlicher werden soll.

Weil die Kommission vom Projekt aber weiterhin nicht überzeugt genug war, beschloss sie, dass das Projekt ihr ein drittes Mal vorgestellt werden muss. Das soll am 30. September geschehen.

Oliver Betz, der die Sitzung als Gast verfolgt hatte, war mit dem Votum der Kommission unzufrieden. „Der Erhalt des ursprünglichen Hochhauses reicht nicht aus“, schrieb er noch am Dienstagabend. „Der Innenhof und seine Baukörper sind in ihrer Gestaltung untrennbar mit dem Hochhaus verbunden.“

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