Nach Anschlag NS-Dokuzentrum schließt für ein halbes Jahr

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Das Gelände vor dem NS-Dokuzentrum war im September Schauplatz eines bewaffneten Angriffs.
Das Gelände vor dem NS-Dokuzentrum war im September Schauplatz eines bewaffneten Angriffs. (Foto: Florian Peljak)

Der Eingang soll besser gesichert werden, das Café zieht ins Erdgeschoss um. Als Eröffnungstermin ist der 8. Mai 2025 angepeilt.

Von Stephan Handel

Nach dem Anschlag auf das israelische Generalkonsulat vom 5. September sollen beim Umbau des benachbarten NS-Dokuzentrums die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden. Deshalb wird das Zentrum von Dezember an für Einzelbesucher geschlossen sein. Die Angebote für Schulklassen und Gruppen sollen erhalten bleiben, wenn auch in eingeschränktem Maße.

Ein 18-jähriger Österreicher bosnischer Abstammung hatte Anfang September das Generalkonsulat in der Barer Straße mit einem Gewehr angegriffen und dabei auch Schüsse auf das Dokuzentrum abgegeben. Es wird vermutet, dass er die beiden Gebäude verwechselt hat: Um das Generalkonsulat herrscht Fotografierverbot, weshalb bei der Google-Bildersuche stattdessen häufig das Dokuzentrum auftaucht. Der Mann wurde nach kurzer Zeit von Polizisten erschossen.

Eine Sprecherin des Zentrums sagte, der Umbau sei seit 2023 geplant, nach dem Anschlag seien die Pläne aber mit Polizei und Stadt noch einmal überprüft worden. Einzelheiten konnte sie nicht nennen, weil die Planung noch nicht abgeschlossen sei. Klar ist aber, dass sich am Eingang etwas ändern wird. Dort steht seit kurz nach dem Anschlag außerhalb des Hauses jetzt schon ein Zelt, in dem Sicherheitsleute Taschen- und Körperkontrollen vornehmen.

Die Sicherheit des Gebäudes ist aber nicht der einzige Bereich, der durch den Umbau angegangen wird. „Endlich“, so die Sprecherin, soll das Zentrum ein Café bekommen. Zwar gab es ein solches auch früher schon, es lag aber im zweiten Untergeschoss und wurde deshalb von den Besuchern nicht angenommen. Nun soll das Lokal im Erdgeschoss angesiedelt werden, mit der Möglichkeit, auch im Freien zu sitzen. Es soll zudem unabhängig von einem Besuch der Ausstellungen zugänglich sein. „Wir wollen das Haus damit auch für die Stadtgesellschaft öffnen“, so die Sprecherin.

Eine weitere Modifikation hat bereits ihren Anfang genommen: Im Innenhof steht seit diesem Herbst eine hölzerne Tribüne, geschaffen vom Künstlerduo Empfangshalle, die verschiedene Sitzmöglichkeiten bietet. Solche Angebote sollen nun auch im Inneren des Hauses eingerichtet werden, im Foyer und in den Ausstellung-Etagen, um dort „die Aufenthaltsqualität zu verbessern“. Das Raumprojekt „Open Doors“ hat das Dokumentationszentrum zusammen mit dem Büro Studio Miessen entwickelt.

Gut ein halbes Jahr soll das NS-Dokuzentrum für den Umbau geschlossen bleiben. Der Termin für die Wiedereröffnung steht auch schon fest: Sie soll am 8. Mai 2025 erfolgen, dem 80. Jahrestag des Kriegsendes. Gleichzeitig kann das Zentrum dann sein zehnjähriges Bestehen feiern. Geplant ist „ein vielfältiges Programm aus Rundgängen, Workshops, Konzerten und Aktionen“.

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