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Nockherberg:Beim Derblecken sind Söder, Laschet und Scholz virtuell dabei

Pressekonferenz am Nockherberg in München, 2020

Salvator-Bierflaschen stehen bei einer Pressekonferenz auf dem Nockherberg.

(Foto: Stephan Rumpf)

Eine Handvoll Politiker kriegt zur Fastenrede sogar Starkbier geliefert, der Rest muss sich selbst versorgen. Bei seiner Rede kann Fastenprediger Schafroth zumindest fünf seiner Opfer so halbwegs ins Gesicht blicken.

Von Franz Kotteder

Ein digitaler Nockherberg - das ist sicher noch gewöhnungsbedürftig. Immerhin: Eine handverlesene Auswahl von führenden Politikern bekommt Bier und Brotzeit am kommenden Freitagabend von der Paulaner-Brauerei frei Haus geliefert. Der Rest des Publikums muss Selbstversorger bleiben, denn für 2,72 Millionen Zuschauer - so viele waren bei der letzten Ausstrahlung im Jahr 2019 dabei - kann Brauereichef Andreas Steinfatt natürlich nicht auch noch extra einen Lieferservice beauftragen.

Am Dienstagmittag gaben Steinfatt und Fastenprediger Maxi Schafroth Details der Nockherbergsendung bekannt. 90 Minuten hat das Bayerische Fernsehen für die um 20 Uhr beginnende Live-Sendung eingeplant. Genug Zeit also für eine etwa einstündige "Fastenpredigt extended" (Schafroth) sowie Vor- und Nachbereitung. Maxi Schafroth, der die Fastenrede erstmals 2019 hielt, wird auch wieder seine Musiker dabei haben, die beim ersten Mal als "Chor der Jungen Union Miesbach" fungierten.

Immerhin wird er seinen Opfern so halbwegs ins Gesicht blicken können während seiner Rede. Denn fünf von ihnen werden im Nockherberg-Saal am Freitagabend in Echtzeit zugeschaltet sein (und sie sind es auch, denen die Brauerei Starkbier und Brotzeit spendiert): Die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU), Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Somit weiß man also schon, wer auf jeden Fall vorkommen wird in der Rede. Ebenso wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der aber am Freitagabend vermutlich doch lieber wichtige andere Termine hat.

Ganz auf den süffigen Salvator müssen die Münchner trotz des abgesagten Starkbierfests nicht verzichten, es gebe ihn im Lebensmitteleinzelhandel, so Andreas Steinfatt, "auch wenn wir heuer natürlich weniger gebraut haben". Auch auf das Singspiel musste man verzichten. Der Aufwand wäre zu groß gewesen, schließlich hätten sämtliche Darsteller und anderweitig Mitwirkende Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Steinfatt: "Das war einfach nicht machbar."

© SZ vom 03.03.2021/infu, van
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