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München heute:Ein Bürgerbegehren gegen Nachverdichtung / Umstrittenes Ethikzentrum an der TU eröffnet

Alles eine Frage der Ethik: Staatsministerin Dorothee Bär sitzt zwischen Institutsleiter Christoph Lütge, dem neuen TU-Präsidenten Thomas Hofmann und Gastredner Luciano Floridi (von rechts).

(Foto: Sebastian Gabriel)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

An der TU München eröffnete am Montag ein neues Institut mit dem zukunftsbewussten Titel "Intitute for Ethics in Artificial Intelligence", zu Deutsch Institut für Ethik in künstlicher Intelligenz. Das Forschungsfeld ist so neu wie dringend. Der Umgang mit Computerprogrammen, die selbst lernen und dann Entscheidungen fällen können, gilt weltweit als wissenschaftliches Neuland. Das passt zu München, das weltweit als einer der führenden Wissenschafts- und Technologiestandorte bekannt ist. Allerdings hat das Institut einen Konstruktionsfehler. Die Anschubfinanzierung kommt von Facebook. Die Konzernchefin Sheryl Sandberg hatte die Investition von 7,5 Millionen Dollar im Januar auf der Münchner Digitalkonferenz DLD mit großer Geste angekündigt.

Die Eröffnung des IEAI kommt damit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. In den USA gibt es in diesen Wochen eine heftige Debatte darum, wie Wissenschaft und Lehre finanziert werden. Dort gibt es keinen Bund und keine Länder, welche die Universitäten und Institute tragen. Es sind die astronomischen Studiengebühren, die Spenden und die Projektfinanzierungen, die das Wissenschafts- und Bildungssystem tragen.

Der Fall des New Yorker Investors Jeffrey Epstein hat die Debatte losgetreten. Der großzügige Förderer der Wissenschaften entpuppte sich als Massenvergewaltiger. Nach seinem Selbstmord in Untersuchungshaft fragten sich viele Wissenschaftler - von wem kommt das ganze Geld denn, das ihre Arbeit finanziert? Jenseits des Sensationsfalles sind ja auch Gelder der Streitkräfte, der Industrie und aus Ländern mit zweifelhaftem Verhältnis zur Demokratie ein ethisches Problem.

Ein zweifelhaftes Verhältnis zur Demokratie hat auch Facebook. Konzerngründer Mark Zuckerberg war erst vergangene Woche wieder in den Schlagzeilen, weil er seine Mitarbeiter zum Kampf gegen die mögliche Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren mobilisierte, die Tech-Riesen zerschlagen will. Auch die unselige und vielschichtige Rolle der sozialen Netzwerke aus dem Facebook-Konzern beim Aufstieg populistischer Regierungschefs und dem Anheizen von Gewalt bleibt ein Thema. Und ausgerechnet diese Firma finanziert nun ein Institut, das sich mit den Fragen der Ethik und künstlichen Intelligenz beschäftigt?

DER TAG IN MÜNCHEN

Bürgerbegehren gegen Nachverdichtung Ein überparteiliches Bündnis will die "maßlose" Bautätigkeit in der Stadt bremsen: Rund um neue Wohnungen sollen wieder mehr Grünflächen vorgeschrieben werden - und weitere Gewerbegebiete soll es gar nicht geben.

Eine neue Software für München Die Stadt will einen dreistelligen Millionenbetrag in eine bessere digitale Verwaltung investieren. Viele Einsatzmöglichkeiten sind denkbar, zum Beispiel könnten Schlaglöcher automatisiert erkannt werden.

Audifahrer missachtet rote Ampel, überfährt Frau und flüchtet In der Nacht auf Montag ereignete sich ein schwerer Unfall am Goetheplatz. Eine 22-Jährige wurde frontal von dem Wagen erfasst und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Hasselhoff besingt die Freiheit vor freien Sitzen In der Olympiahalle feiert David Hasselhoff den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren. Die Stimmung stimmt, doch sein Kultstatus scheint zu schwinden.

MÜNCHEN ERLESEN

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