Tram-WesttangenteDie Großbaustelle wandert ins nächste Viertel

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Der Bau der Tram-Westtangente führt an vielen Orten in München zu umfangreichen Bauarbeiten, die auch mit Einschränkungen einhergehen, wie hier in der Fürstenrieder Straße in Laim.
Der Bau der Tram-Westtangente führt an vielen Orten in München zu umfangreichen Bauarbeiten, die auch mit Einschränkungen einhergehen, wie hier in der Fürstenrieder Straße in Laim. Florian Peljak

Der Bau der Tram-Westtangente verlagert sich von Sommer an nach Neuhausen-Nymphenburg. Die Anwohner müssen mit teils erheblichen Einschränkungen rechnen. Wie der Zeitplan aussieht.

Von Katharina Haase und Andreas Schubert

Die Großbaustelle der Münchner Tram-Westtangente wandert ins nächste Viertel: Am Donnerstagabend haben die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die nächsten Schritte bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung vorgestellt. Rund 250 Menschen kamen, um sich über die Pläne im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg zu informieren. Dort müssen sich die Menschen auf drei Jahre Bauarbeiten inklusive Einschränkungen im Verkehr einstellen, wie Martin Schöneseiffen von der Projektleitung Ausführung & Inbetriebnahme bei den SWM und sein Kollege Alex Indra, Geschäftsbereichsleiter Großprojekte Mobilität, erklärten.

Denn die Inbetriebnahme der Tram ist erst für Ende 2028 vorgesehen. Dies liegt auch daran, dass – bevor überhaupt Gleise verlegt werden können – erst einmal aufwendige Arbeiten im Untergrund notwendig sind. Die benötigten Leitungen, sogenannte Sparten, sollten nicht direkt unter den Tramgleisen verlaufen, da sonst bei Wartungsarbeiten oder Störungen der Leitung die Tramtrasse aufgerissen werden müsste. Dies würde nicht nur einen immensen Aufwand bedeuten, sondern auch den Tramverkehr für längere Zeit unterbrechen. Deshalb müssen sie in zugänglichere Straßenteile verlegt werden.

Im Bereich der Tram-Westtangente verläuft zudem die rund 100 Jahre alte Hauptwasserleitung 5 (HW5), die rund 80 000 Haushalte mit Trinkwasser versorgt. Sie hat einen Durchmesser von bis zu 1,20 Metern und eine Durchflussrate von 720 Litern pro Sekunde. Insgesamt verlegen die SWM die Leitung zwischen der Lierstraße in Nymphenburg und dem Kreuzhof auf 5,5 Kilometern Länge. In Laim haben die Arbeiten dazu bereits Mitte September 2024 begonnen und sollen bis Ende 2025 fertig sein. In der Wotanstraße sowie zwischen der Autobahn 96 und dem Kreuzhof sollen die Arbeiten an der HW5 zwischen Sommer 2025 und Sommer 2026 erfolgen.

Für die Verlegung der HW5 müssen die SWM auch das darin fließende Wasser abstellen. Auf dem Trockenen werden die Münchner aber dennoch nicht sitzen. Die Arbeiten sind jeweils im Winterhalbjahr geplant, in dieser Zeit wird in München deutlich weniger Wasser verbraucht. Nach Angaben der SWM reicht das restliche Wassernetz aus, um den Münchner Westen und Nordwesten während der Bauzeit mit Wasser zu versorgen.

Auch auf den Verkehr werden die Bauarbeiten Auswirkungen haben. In der Wotanstraße wird es von 30. Juni 2025 bis August 2026 eine Einbahnregelung Richtung Norden geben. Die Buslinien 51, 151 und N78 werden zwischen Romanplatz und Laim Bahnhof über den Bahnhof am Hirschgarten umgeleitet. Die Haltestelle Romanplatz wird zur Einmündung Notburga-/Romanstraße hin verlegt. Entfallen sollen die Haltestellen Hirschgartenallee, Kemnatenstraße, Herthastraße und Winfriedstraße in Fahrtrichtung Laim. Für den Laimer Bahnhof ist östlich vom Laimer Kreisel eine Ersatzhaltestelle vorgesehen.

Der Baubeginn an der Hauptwasserleitung 5 ist am 1. Juli 2025 vorgesehen. Die Spartenmaßnahmen insgesamt – auch andere Leitungen sind betroffen – dauern voraussichtlich bis August 2026. Dann soll eine Baupause folgen, in der die Straße zwischenzeitlich wieder in den Originalzustand zurückversetzt werden soll, voraussichtlich von September 2026 bis Mai 2027. Danach wird die Wotanstraße erneut zur Einbahnstraße, geplant ist dies von Juni 2027 bis Dezember 2028. In dieser Zeit sollen der Bau der Gleise und Verkehrsanlagen erfolgen. Anschließend sollte, wenn alles nach Plan läuft, die Tram-Westtangente fertig sein.

SZ-Karte; Quelle: www.strassenbahn-muenchen.de

Auch für die übrigen Abschnitte gibt es bereits einen Zeitplan. Ende 2025 ist die Inbetriebnahme des Abschnitts Agnes-Bernauer-Straße bis Ammerseestraße geplant. Bis Ende 2027 sollen die Bauabschnitte Ammerseestraße bis Waldfriedhof und Waldfriedhof bis Ratzingerplatz abgeschlossen sein. Die Aidenbachstraße wird 2028 angeschlossen. Die komplette Tangente soll dann auf knapp neun Kilometern Länge fünf Stadtbezirke miteinander verbinden, drei U-Bahn-Linien verknüpfen und auch an die S-Bahn in Laim angeschlossen sein.

Bei den rund 250 anwesenden Interessierten am Donnerstag seien die Pläne zur Tram-Westtangente grundsätzlich auf Zustimmung gestoßen, wie ein Sprecher der MVG am Freitag mitteilte. Lediglich einige Beeinträchtigungen durch die Baustelle wurden als störend empfunden. Zudem gab es mehrere Fragen, die vorwiegend auf die bevorstehenden Einschränkungen in der Wotanstraße abzielten. Die Einbahnregelung sowie die geplante Umleitung der Buslinien lösten bei einigen Anwesenden Sorge aus.

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