Münchner Osten:Nachbarn protestieren gegen zu viel Wohnungsbau

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Münchner Osten: Auf der grünen Wiese: Allein im fünften Bauabschnitt der Messestadt, der sogenannten "Arrondierung Kirchtrudering, sollen bis zu 2500 Wohnungen entstehen.

Auf der grünen Wiese: Allein im fünften Bauabschnitt der Messestadt, der sogenannten "Arrondierung Kirchtrudering, sollen bis zu 2500 Wohnungen entstehen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Zwischen Trudering und Riem könnten mehr als 7000 Apartments entstehen. Bei der Bürgerversammlung zeigt sich, dass dies vielen Menschen Sorgen bereitet.

Von Patrik Stäbler

Er freue sich sehr, das betont Bezirksausschussvorsitzender Stefan Ziegler (CSU) in seinem Vortrag, dass zu dieser Bürgerversammlung für Trudering-Riem ein Vertreter aus dem städtischen Planungsreferat gekommen sei. Inwiefern der Angesprochene diese Freude aber teilt, das darf spätestens nach den Anträgen aus der Bürgerschaft bezweifelt werden. Denn etliche der gut drei Dutzend Eingaben drehen sich um verschiedene Wohnbauvorhaben im Münchner Osten. Und ihr Tenor ist eindeutig: Vielen Menschen aus Trudering bereiten die Pläne, die Tausende neue Wohnungen in ihrem Viertel vorsehen, große Sorgen. Und einige fühlen sich dabei vonseiten des Rathauses nicht ausreichend informiert.

Trudering-Riem zählt zu den rasant wachsenden Stadtbezirken. Aktuell leben dort 75 000 Menschen, mithin 10 000 mehr als vor zehn Jahren. Und bis 2030, so die Prognose, wird die Bevölkerungszahl noch mal um fast 10 000 Personen steigen. Einige Tausend könnten dabei eine Heimat zwischen dem Riemer Park und den Bahngleisen finden - im fünften Bauabschnitt der Messestadt, der sogenannten "Arrondierung Kirchtrudering". Für dieses Areal fand kürzlich ein städtebaulicher Wettbewerb statt, dessen Ergebnisse nun bis zum Jahresende überarbeitet werden.

Auf dem 25 Hektar großen Gelände sollen bis zu 2500 Wohnungen entstehen, was zu einer Einwohnerdichte wie in Manhattan führen würde - so rechnet es die "Anwohner-Interessengemeinschaft Kirchtrudering" vor. Der Antrag ihres Sprechers, die Zahl der Wohnungen dort auf höchstens 1800 zu reduzieren, erhielt eine klare Mehrheit. Überdies befürworteten die 150 Anwesenden im Truderinger Gymnasium, die Erschließungsstraße von vier auf zwei Spuren zu verkleinern und "klimatische Notwendigkeiten" bei der Planung einzuhalten.

Ebenfalls viel Zustimmung gab's für den Antrag eines Bürgers zum Planungsgebiet an der Heltauer Straße, wo 1500 Wohnungen entstehen könnten. Er forderte vom Rathaus mehr Transparenz und eine Bürgerbeteiligung, worauf der Vertreter des Planungsreferats erwiderte, dass man hier noch ganz am Anfang stehe. So fänden derzeit - ebenso wie beim Baugebiet am Rappenweg weiter östlich, wo nach einer "Maximalvariante" bis zu 3400 Wohnungen entstehen könnten - Voruntersuchungen statt, unter anderem der Deutschen Bahn.

Voraussichtlich im Frühjahr werde man einen städteplanerischen Wettbewerb vorbereiten. "Und dann wird es auch eine nicht-formelle Bürgerinfo geben", kündigte er an. "Da können Sie sich einbringen." Kritik am Rathaus übten auch mehrere Bürger, deren Anträge gegen das Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet an der Fauststraße ebenfalls mit klarer Mehrheit befürwortet wurden. Sie monierten die "vertröstenden Antworten der Stadtverwaltung" im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung von 80 Wohnungen auf dem Areal des einstigen Sportgeländes der "Neuen Heimat".

Die geballte Kritik an den Wohnbauplänen wohl vorausahnend, hatte Stefan Ziegler das Thema Nachverdichtung in seinem Vortrag nur kurz gestreift. Der Chef des Bezirksausschusses ging vielmehr auf den fertigen Umbau des Truderinger Ortskerns ein, der mehr Aufenthaltsqualität gebracht habe, wiewohl es auch noch Probleme gebe - vor allem, was die Situation für Radfahrer angehe.

Ein "echtes Ärgernis" seien derweil die Toiletten am Truderinger Bahnhof, betonte Stefan Ziegler. Diese seien wegen Sanierungsarbeiten seit Mai 2021 gesperrt. "Das ist nicht nachvollziehbar. Da müsste es möglich sein, dass man schneller zu einem Ergebnis kommt."

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