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München/Neuaubing:Mehr Ärzte für die Randviertel

Bessere Gesundheitsversorgung in den Außenbezirken gefordert

Die ärztliche Versorgung in den Stadtrandgebieten wird zum Thema im Rathaus. Die CSU-Stadträtinnen Heike Kainz und Alexandra Gaßmann wollen, wie zuvor schon ihre Kollegen von der Fraktion ÖDP/Freie Wähler, die ärztliche Versorgung dort gesichert wissen. Der Trend zeige "leider sehr deutlich" auf, dass Ärzte ihre Praxen zunehmend Richtung Innenstadt umsiedelten, so die Politikerinnen. Die Folge sei ein Mangel in den Außenbezirken. Verschärft werde diese Entwicklung noch durch massive Neubaumaßnahmen und einem damit einhergehenden Bevölkerungszuwachs in fast allen Stadtrandgebieten. Die Situation stelle die verbleibenden Mediziner und ihre Patienten vor große Herausforderungen.

Kainz und Gaßmann fordern die Stadt auf gegenzusteuern. Gemeinsam mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt und der Kassenärztlichen Vereinigung soll ein "Maßnahmenpaket entwickelt werden, das die haus-, kinder- und frauenärztliche Versorgung in den Stadtrandbezirken "auf Dauer" sicherstellt. Die Vergabepraxis, die Kassenzulassungen stadtweit regelt, sei "nicht mehr zeit- und sachgerecht". Statt die Stadt als Ganzes zu betrachten, könnte sich "eine Aufteilung nach Regionen oder Stadtbezirken als sinnvoller erweisen". Die Fraktion ÖDP/Freie Wähler hatte zuvor bereits das Bauleitplanverfahren ins Spiel gebracht: Die Problematik der hausärztlichen Grundversorgung müsse von Anfang an stärker berücksichtigt werden. Gegebenenfalls seien "Bebauungspläne zu vertagen, bis die ärztliche Grundversorgung in einem Stadtbezirk gesichert ist".

Dass die Stadträte diesen Antrag stellen, hat mit einer drohenden hausärztlichen Unterversorgung in Neuaubing zu tun. Das Viertel liegt im am stärksten wachsenden Stadtbezirk Münchens, der zugleich eines der Quartiere mit der schlechtesten ärztlichen Versorgung ist. Ärzte haben dort Alarm geschlagen: Viele von ihnen müssen aufgrund des Abrisses und Neubaus eines Ladenzentrums an der Wiesentfelser Straße und Kündigungen von Mietobjekten an der Riesenburgstraße ihre Praxisräume aufgeben und suchen nun Ersatz, zumindest temporär. Der Vorschlag von Kainz und Gaßmann zur schnellen Lösung: Eine zeitweise Umnutzung von GWG-Wohnraum in Freiham.

© SZ vom 31.08.2020 / eda
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