Zehn Jahre Netzwerk Frauen VerbindenHier können Frauen nur gewinnen

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Die Direktorinnen des Netzwerks Susanne Hennigers (links) und Jennifer Hader (rechts) beim Gala-Abend in der Messe München.
Die Direktorinnen des Netzwerks Susanne Hennigers (links) und Jennifer Hader (rechts) beim Gala-Abend in der Messe München. Stephan Rumpf

Sorge vor der Zukunft? Ach wo. Beim Gala-Abend in der Messe München feiern Frauen aus den Führungsetagen Deutschlands den zehnten Geburtstag ihres Netzwerks. Wer sich extra hübsch gemacht hat, sind die Männer.

Von Ulrike Heidenreich

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Es gibt solche und solche Frauennetzwerke. Zum Beispiel jenes, das Silke Launert (CSU), Staatssekretärin im Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, einst aufgebaut hat: „Schon mit sechs Jahren habe ich eine Mädchenbande bei mir im Dorf in Oberfranken gegründet“. Am Donnerstagabend geht es mutmaßlich ein wenig aufgeräumter zu beim Treffen eines anderen Netzwerks mit höherem Altersdurchschnitt: Rund 200 Frauen, allesamt in Führungspositionen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Medien, versammeln sich bei einem feinen Gala-Diner, um sich und die anderen Damen an den vielen runden Tischen zu zelebrieren. Sie feiern das zehnjährige Bestehen des Netzwerks Frauen Verbinden, das in der Messe München angesiedelt ist.

Im ICM, dem International Congress Center Messe München, ist eine große Bühne in warmem Orange illuminiert, goldene und rosafarbene Luftballon schweben, auf dem Damast stehen hübsche Kugelvasen mit Rosen. Inspiration, Austausch und Zukunftsperspektiven bieten, das ist laut Einladung die Zielrichtung dieses branchenübergreifenden Abends. Und die Politikerin Launert, Schirmherrin des Festabends, legt noch einmal nach, in dem sie einen Spruch von Mahatma Gandhi zitiert: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Frauen Verbinden – diese Zusammenkunft von sogenannten Entscheiderinnen haben vor zehn Jahren Monika Dech, damals in der Messe-Geschäftsführung, und Margit Dittrich gegründet. Ihr Credo: „Trotz zahlreicher Fortschritte gibt es immer noch zu wenige Netzwerke, in denen Frauen in Führungs­positionen auf Augenhöhe diskutieren und sich unter­stützen können.“ Die schnöden Zahlen heutzutage: Der Frauenanteil in Führungspositionen in der deutschen Industrie beträgt 39 Prozent, der Frauenanteil von Gründerinnen in Deutschland liegt bei nur 18 Prozent.

Inzwischen hat das Netzwerk mehr als 1000 Mitglieder und an der Spitze stehen Susanne Hennigers und Jennifer Hader, beide Spitzenfrauen bei der Messe München, die eine als Director Corporate Partnerships, die andere Executive Director Human Resources. Wer solche Titel trägt, kann über normale Hemmnisse des Lebens, etwa den aktuellen Streik bei der Lufthansa, hinwegschauen. Fast alle geladenen Damen haben das Ziel vor den Toren Münchens erreicht. Nur wenige Plätze bleiben leer.

200 Frauen in Führungspositionen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Medien sind gekommen.
200 Frauen in Führungspositionen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Medien sind gekommen. Stephan Rumpf

Und die beiden Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel freuen sich bei ihrer Begrüßung sichtlich über die ungewohnte Kulisse in ihren Hallen, wo sich zum Beispiel zu Bauma-Messe-Zeiten ja immer noch hauptsächlich Männer ballen. „Wir haben uns ein bisschen hübsch gemacht“, sagen sie und wissen um die Durchschlagskraft des weiblichen Publikums: „Fortschritt ist machbar, wenn man ihn gemeinsam denkt.“

Die beiden Herren sind eine Ausnahmeerscheinung beim Gala-Abend, ebenso wie Christian Vorländer, der seit vergangenem Sommer die Leitung des Geschäftsbereichs Mobility bei der Messe München und damit die Weiterentwicklung der IAA Mobility übernommen hat. Als ehemaliger SPD-Stadtrat hatte Vorländer von 2020 bis 2025 ein Aufsichtsratsmandat bei der Messe München ausgeübt, das er auf eigenen Wunsch aber mit dem neuen Job ablegte.

Hennigers und Hader nutzen den Abend für den Launch ihres Buches „Standort Deutschland“. Sie sagen: „In einer Zeit, in der viele um Lösungen ringen, wollen wir einen Blick auf das richten, was gelingt. Auf die Menschen, die anpacken. Auf Initiativen, die wirklich etwas bewegen.“ 20 Geschichten sind zwischen den Buchdeckeln gesammelt – über junge Start-ups bis zu Familienunternehmen, aus den Branchen Bauindustrie bis Klimatechnologie. Sie sollen als Beispiel dastehen, wie man im globalen Wettbewerb, bei Fachkräftemangel und weltweiten Krisen bestehen kann. Viele der porträtierten Protagonistinnen sitzen im Saal und applaudieren da sehr fröhlich und laut.

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