In seinem 1935 erschienenen Propagandabuch „Maske und Gesicht – Reise eines Nationalsozialisten von Deutschland nach Deutschland“ berichtet Hanns Johst, Präsident der „Reichsschrifttumskammer“ und enger Freund des SS-Führers Heinrich Himmler, über einen Spaziergang durch München, in dessen Verlauf Erinnerungen an alte Zeiten, an seine Studienjahre, an die „braune Milch des Salvator“ und die „dampfende Weißwurst“ hochkommen. Von seiner „Liebe zu dieser Stadt“ spricht Johst – und lässt im feierlichen Ton den Satz folgen: „Hier ist das Bethlehem der Hitler-Bewegung.“
Nationalsozialist Hanns JohstDer Gewalt und Mord verherrlichende Schriftsteller
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Hanns Johst, Schriftsteller und ehemaliger Präsident der Reichsschrifttumskammer.
Foto: SZ Photo/picture alliance / SZ PhotoHanns Johst gilt als verheißungsvoller Dramatiker – doch er ist auch glühender Nazi, schreibt seinem „Freund Heini Himmler“ Briefe und will Thomas Mann inhaftieren. Wie konnte er bis 1978 unbehelligt bei Starnberg leben?
Von Wolfgang Görl
