München heute:Strompreis verdoppelt? Es kommt noch schlimmer / Aktivisten besetzen Luitpoldbrücke

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Eine Hochstromleitung

Ohne Strom läuft nichts, auch keine Wärmepumpe. Dass die Preise für Wärmestrom sich zum Jahreswechsel verdreifachen, ist für viele Verbraucher ein Schock.

(Foto: Robert Haas)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Catherine Hoffmann

Nicht zu heiß und nicht zu kalt - die meisten Menschen mögen es wohltemperiert. Dass sie dabei die Atmosphäre aufheizen, nehmen die meisten in Kauf. Aber zum Glück gibt es Ausnahmen, und gar nicht mal so wenige. Viele Münchnerinnen und Münchner nutzen mittlerweile Wärmepumpen zum Heizen, eine Technik, die fossile Brennstoffe wie Öl und Gas weitgehend überflüssig macht - und so das Klima schützt. Allerdings funktioniert so eine Pumpe nur mit Strom, und der wird für alle immer teurer. Besonders hohe Rechnungen kommen dabei ausgerechnet auf Besitzer von Wärmepumpen zu.

Kunden der Stadtwerke München (SWM) haben in den vergangen Tagen Post von ihrem Versorger bekommen: Die Strompreise werden zum Jahreswechsel 2022/23 noch einmal deutlich steigen. Allerdings gibt es hier große Unterschiede: Während sich der Preis für einen Zwei-Personenhaushalt, der Strom lediglich für Fernseher, Laptop, Kühlschrank, Herd, Waschmaschine und Licht verbraucht, verdoppelt, müssen die Besitzer von Wärmepumpen künftig den dreifachen Preis für den benötigen Strom zahlen (SZ Plus). Das wurmt einige SZ-Leserinnen und Leser, die uns verwundert geschrieben haben: "Sollen Kunden, die sich zukunftsorientiert für eine Wärmepumpe entschieden haben nun frieren, während die Gaskunden staatlich unterstützt werden?", will einer von ihnen wissen. Ein anderer fragt: "Sieht so die Einladung zur Umrüstung von Heizungen aus? Ist das vom Gesetzgeber so gewollt oder die Politik der Energieerzeuger?"

Erstaunen löst bei vielen SWM-Kunden auch der hohe Preise für Ökostrom aus. Brüstet sich das Unternehmen doch damit, 90 Prozent des Strombedarfs von Haushalten, Industrie und U-Bahn in München mit eigenen Anlagen für erneuerbare Energien zu erzeugen. Und anders als auf dem Gas- und Ölmarkt, wo sich die Preise zeitweise vervielfacht haben, hat man von abenteuerlichen Preissprüngen für Wind, Sonne und Wasserkraft noch nichts gehört. So weit reicht Putins eiserner Arm dann wohl doch nicht. Was ist da los am Strommarkt, warum wird die dringend nötige Wärmewende so schwer gemacht? Und warum zahlt sich das Engagement der SWM bei erneuerbaren Energien nicht für die Kundschaft aus? Antworten auf diese Fragen zeigen: Bei der Energiepolitik liegt noch vieles im Argen.

DER TAG IN MÜNCHEN

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