Süddeutsche Zeitung

München heute:Eine seltsame Wiesn geht zu Ende / Söders Mini-Beichte zum S-Bahn-Desaster

Lesezeit: 3 min

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Franz Kotteder

Im Grunde sind das jedes Jahr wieder magische Zahlen, die vor allem Münchner wirklich interessieren: Wie hoch ist der Bierpreis auf der Wiesn? Wie viele Besucher sind gekommen? Wie viele Mass Bier wurden getrunken? Die Bierpreise werden im Frühsommer verkündet und sorgen alle Jahre wieder (in denen das Oktoberfest stattfindet, natürlich) für große Aufregung, die dann meistens bis zum Beginn der Wiesn anhält und angeblich viele davon abhält, "dieses Jahr rauszugehen". Am Ende waren sie aber dann doch wieder alle draußen und haben brav ihre Biere bezahlt und getrunken. Die ganze Aufregung ist dann wieder vergessen, weil es eine schöne Wiesn war.

In diesem Jahr war es aber dann doch ein wenig anders. Zehn Prozent weniger Besucher waren in diesem Jahr auf der Theresienwiese, nur 5,7 Millionen statt 6,3 Millionen wie 2019. Das ist ein neues Zehnjahrestief. Auf der Oidn Wiesn, die normalerweise das Refugium für jene ist, die es etwas ruhiger wollen oder kleine Kinder dabei haben, brach der Besuch sogar völlig ein: nur noch 230.000 statt 500.000 Besucher. Was vielleicht nicht nur am schlechten Wetter lag - fast durchgängig hatte es geregnet oder war zumindest kalt und bewölkt. Sondern auch daran, dass der Eintrittspreis von drei auf vier Euro erhöht worden war. Und dafür hätte man in manchem Zelt schon fast 300 Milliliter Bier bekommen!

Ach ja, das Bier: In diesem Jahr wurde fast ein Viertel weniger getrunken als 2019. Nur noch 5,6 Millionen Mass, vor drei Jahren waren es noch 7,3 Millionen gewesen. Das liegt natürlich auch am Wetter, denn draußen in den Gärten vor den Bierzelten, die immerhin bis zu einem Viertel des Fassungsvermögens eines Zelts ausmachen, ging praktisch überhaupt kein Geschäft. Sehr unbefriedigend für die Bedienungen, die normalerweise ja ganz ordentlich verdienen. Auch hier also Zahlen, die nicht gerade der Hit sind. Aber es gibt neben den Zahlen ja auch noch ein paar andere Dinge, die auffällig waren, bei dieser ersten Nach-Corona-Wiesn, mitten in der nächsten Welle. Ein paar davon habe ich neben den Zahlen noch aufgeschrieben - zusätzlich zum offiziellen Schlussbericht, den die Stadt am Montag vorlegte (SZ Plus).

DAS OKTOBERFEST GEHT ZU ENDE

Was Sie auf der Wiesn verpasst haben - oder auch nicht Eine Panne nach dem Anzapfen? Aufregung um angeblich gepanschtes Bier? Und was trieb der Apple-Chef auf der Wiesn? Die zehn wichtigsten Momente und Fakten zum Oktoberfest 2022 - damit Sie bei Freunden oder im Büro mitreden können. Zum Rückblick.

"Verschwinde, hau ab!", hat die Chefin mir nachgerufen Als Mandelverkäufer, Sanitäterin oder Bedienung waren sie erstmals dabei. Vier Wiesn-Angestellte erzählen, was sie fasziniert und schockiert hat auf dem größten Volksfest der Welt. Zu den Protokollen.

Der letzte Rest vom Promi-Fest in Bildern Zum Ende der Wiesn machen sich die A-Promis rar: Dafür taucht H.P. Baxxter mit mini Schirmchen auf, Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher hat eine ganz spezielle Oktoberfest-Mission und Verona Pooth trifft auf eine alte Freundin.

Wenn die Polizei vom Oktoberfest twittert Dreiste Diebe, fliegende Handys und entflogene Vögel: Auf dem größten Volksfest der Welt hat die Polizei auch einige eher kuriose Fälle zu lösen - und lässt die Welt bei Twitter an ihren Einsätzen teilhaben.

Polizeibilanz: Weniger Gewaltdelikte Die Einsatzkräfte sind mit der Sicherheit auf der 187. Wiesn zufrieden - beklagen aber, dass sie selbst Ziel von mehr Aggression wurden.

DAS WOCHENENDE IN MÜNCHEN

Söders Mini-Beichte, Söders Versäumnis Von Bayerns Verkehrsministerium eingesetzte Fachleute hatten frühzeitig gewarnt, dass die zweite Stammstrecke viel später kommt. Doch die Staatsregierung nutzte das teure Experten-Wissen nicht - und könnte sich bald mit einem U-Ausschuss konfrontiert sehen.

Fußgänger wird von Auto eingeklemmt und schwer verletzt Auf der Bayerstraße stoßen zwei Wagen zusammen, der eine wird auf den Gehsteig geschleudert und trifft einen Passanten.

Betrunkener Geisterfahrer auf A9 bei München unterwegs Ein Mann wendet auf der Autobahn 9 bei München und fährt in die falsche Richtung. Bei einer Ausfahrt kollidiert er mit der Leitplanke.

38-Jähriger verursacht mit geklautem Rettungswagen drei Unfälle Die Fahrt endet für den Mann, als er auf der Leopoldstraße gegen eine Ampel kracht. Vier Menschen werden leicht verletzt.

UNSERE LESE-EMPFEHLUNGEN

UNSER GASTRO-TIPP

Restaurants in München | Bars in München | Frühstück und Brunch

Zu den Landkreisen: Bad Tölz-Wolfratshausen | Dachau | Ebersberg | Erding | Freising | Fürstenfeldbruck | München | Starnberg

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5668085
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/flud
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.