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München heute:Ein Rückschlag für den Mieterschutz / Tabuthema Fehlgeburt

Zur Trauer nach einer Fehlgeburt kommt oft noch ein Gefühl von Einsamkeit.

(Foto: imago stock&people)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Karin Kampwerth

Es zerreißt mir auch nach vielen Jahren noch das Herz, wenn ich an die Kollegin denke, die bewundernswert offen darüber sprach, wie ihre Schwangerschaft im fünften Monat abrupt endete. Sie brachte ihr Kind zur Welt, deren Licht es aus unerklärlichen Gründen nie erblicken durfte. Das Baby war tot. Gestorben im Mutterleib, aber geboren unter denselben körperlichen Qualen, die normalerweise am Ende einen Schwall Glückshormone freisetzen. Ein biochemischer Vorgang, der jede zuvor erlittene Presswehe augenblicklich aus dem Schmerzgedächtnis zu löschen scheint. Die Kollegin weinte stattdessen über dem grauen Bündel, das man ihr kurz in den Arm legte, damit sie sich gemeinsam mit dem Vater des Kindes verabschieden konnte.

Die Kollegin sollte nicht die einzige in meinem Freundinnen- und Bekanntenkreis bleiben, die ein derartiges Schicksal zu verarbeiten hatte. Doch längst nicht jede konnte über ihren Verlust auch sprechen. Dabei enden bis zu 20 Prozent aller klinisch festgestellten Schwangerschaften mit einer Fehl- oder Totgeburt, weiß Antje-Kathrin Allgaier. Sie ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. In zwei Studien, die meine Kollegin Daniela Bode in ihrer Geschichte zum "Tabuthema Fehlgeburt" vorstellt, widmet sie sich der individuellen Belastung durch Schwangerschaftsverlust und Geburt. Damit spannt sie einen Bogen zwischen todtraurig und himmelhochjauchzend - oder, wie es die Wissenschaftlerin ausdrückt, zwischen Lebensereignissen, die immer kritisch sind, aber in einem Fall positiv besetzt und im anderen Fall traumatisierend.

Noch aber fehlt es an ausreichend Probandinnen, um zu erforschen, was Frauen in ihrer Trauer hilft und wie sie nach einen Schwangerschaftsverlust besser versorgt werden können. Ich bin sicher, dass nicht nur Mütter dem Studienteam gutes Gelingen wünschen.

DER TAG IN MÜNCHEN

Ein Rückschlag für den Mieterschutz Der VGH kippt die Regelung, dass nach Abriss eines Mietshauses dort keine teuren Eigentumswohnungen entstehen dürfen. Die Begründung: Die Stadt überschreite ihre gesetzlichen Kompetenzen.

Kritik an später "Querdenker"-Demo Statt genehmigter 200 Personen kommen 300 zur spätabendlichen Kundgebung vor dem Verwaltungsgerichtshof. Das empört viele Münchner, ruft bei der Stadt aber nur ein Achselzucken hervor.

Aus für Abercrombie & Fitch in der Hofstatt Die amerikanische Modekette gibt ihren Flagship-Store in München auf. Das liegt weniger an den Folgen der Pandemie als an Problemen mit dem Image der Marke.

Acht Polizeistreifen verfolgen ein Rennpferd Die Stute ist aus einem Gatter in der Nähe des Langwieder Sees ausgebrochen. Erst nach einer Dreiviertelstunde gelingt es einem pferdeerfahrenen Beamten, das Tier zu beruhigen und einzufangen.

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