Nach mehreren Monaten Pause gibt es von nächster Woche an wieder ein Leihrad-System in München und im Umland. „My Radl“ nennt sich das System, das die Firma Nextbike im Auftrag des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) betreibt. Von Donnerstag, 7. Mai, an werden in München und 36 weiteren Städten und Gemeinden, vor allem in den Landkreisen München und Fürstenfeldbruck, die neuen Räder an rund 1000 Standorten verteilt. Zu Beginn sollen zunächst 2000 Räder zur Verfügung stehen, 700 davon in München. Künftig wird die gesamte Flotte 6700 Räder umfassen, darunter sind auch elektrisch angetriebene Pedelecs.
Mit dabei sind etwa Städte wie Unterschleißheim und der Universitätsstandort Garching im Landkreis München. Der Vorteil für die Nutzerinnen und Nutzer: Sie können das Bike in einer Kommune ausleihen und in einer anderen zurückgeben. Wer gerne weite Strecken radelt, könnte mit einem „My Radl“ von Holzkirchen südlich von München rund 60 Kilometer nach Neufahrn bei Freising strampeln.
Auf der Homepage myradl.de ist eine Karte der teilnehmenden Kommunen zu finden. Die Standorte sind keine physischen Stationen mehr, sondern rein virtuelle. Ausleihe und Rückgabe sind ausschließlich dort möglich. Sie finden sich auch in den Apps, über welche die Räder gebucht werden. Das sind die MVV-App, die MVGO-App und die Nextbike-App.
Der Grundpreis für 30 Minuten liegt bei einem Euro für ein klassisches Fahrrad und bei drei Euro für ein Pedelec. Der Tagestarif liegt bei neun Euro für das normale und 18 Euro für das elektrische Bike. Vergünstigte Preise zahlen Nutzer, die ihr Deutschland-Ticket direkt in der MVV-App gekauft haben oder als Studierende der Hochschule Landshut ein ermäßigtes Deutschland-Ticket des MVV besitzen. Auch Kunden, die ein Abo bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) haben, können My Radl vergünstigt nutzen. Im ermäßigten Tarif ist beim klassischen Radl die erste halbe Stunde gratis, danach gilt der Basistarif. Beim E-Bike kostet die erste halbe Stunde 1,50 Euro, danach gilt auch der Basistarif.
My Radl löst das frühere MVG-Rad ab, das ebenfalls von Nextbike stammte. Der Nachfolger des früheren Systems kommt mit Verspätung. Eigentlich sollte er vergangenen Oktober nahtlos auf das MVG-Rad folgen. Und zunächst hatte ein anderer Anbieter den Zuschlag. Doch Nextbike klagte erfolgreich gegen die Vergabe und kam nach einer erneuten Ausschreibung doch wieder zum Zug. Die Wiedereinführung eines Leihradsystems nach dem Ende des MVG-Bikes war nicht unumstritten. So sprach sich etwa in München die CSU gegen die Räder aus. Die Kosten von 6,7 Millionen Euro pro Jahr hält die Partei in Zeiten knapper öffentlicher Kassen für zu hoch.

