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Verkehr in München:Ein günstiges MVV-Ticket? Am besten gleich kostenlos

Tram bei Nacht in München, 2019

Tag und Nacht: Die Tickets für den öffentlichen Nahverkehr sollten günstiger werden - das hatte Ministerpräsident Söder versprochen. Vor der Wahl.

(Foto: Florian Peljak)

Die Pläne für ein 365-Euro-Ticket sind gestoppt. Dabei würde ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr mit gerechtem Tarifsystem viele Menschen zum Umsteigen bewegen. Doch es fehlt der politische Wille.

Kommentar von Martin Mühlfenzl

Allzu viele Möglichkeiten, die Menschen im Ballungsraum München zu entlasten, gibt es nicht. Das liegt nicht nur am System, es fehlt allzu oft auch der politische Wille. Umso dringender müssen die wenigen Instrumente angewendet werden, die schnell zu einer spürbaren finanziellen Entlastung derer führen, die sich das Leben hier bald nicht mehr leisten können. Eine wirkliche Mietpreisbremse etwa. Und deutlich günstigere, einheitliche und verständliche Preise im öffentlichen Personennahverkehr.

Darüber, was günstig ist, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ministerpräsident Markus Söder etwa hält ganz offensichtlich die derzeit geltenden Preise für zu hoch und hat deshalb im Landtagswahltagswahlkampf vor drei Jahren vollmundig versprochen, sich für die Einführung des 365-Euro-Tickets einzusetzen. Nur zahlen will er, respektive der Freistaat nicht.

So bleibt es weiterhin bei einem undurchsichtigen Ticketsystem mit gravierenden Ungerechtigkeiten, in dem die Stadt dank ihres Einflusses innerhalb des Münchner Tarif- und Verkehrsverbunds besser gestellt ist als das Umland.

Günstig könnte übrigens auch kostenlos bedeuten. Der öffentliche Personennahverkehr gehört zur Daseinsvorsorge. Ein kostenfreier, zuverlässiger, attraktiver ÖPNV schafft mehr Gerechtigkeit. Und das Klima würde profitieren, wenn Menschen in Bus, Bahn und Tram umsteigen, weil sie wollen - und nicht müssen.

© SZ vom 12.06.2021
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