In den US-Städten Austin oder San Francisco sind sie bereits unterwegs: Sogenannte Level-4-Taxis, die Fahrgäste ganz autonom – also ohne Fahrer – ans Ziel bringen. Im Münchner Stadtteil Gern/Nymphenburg können von kommendem Jahr an drei automatisierte Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr bestaunt werden. Allerdings zu Beginn noch ohne Fahrgäste. Gemeinsam mit der Münchner Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) werden die Münchner Stadtwerke (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft im Westen der Landeshauptstadt autonom fahrende Kleinbusse im On-demand-Betrieb erproben.
Der Testbetrieb der Kleinbusse in Gern ist Bestandteil des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“ – kurz: Minga.
Hinter dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich eine Initiative unter der Führung des Mobilitätsreferats, die den öffentlichen Personennahverkehr durch voll automatisierte Fahrzeuge und digitale Technik weiterentwickeln soll. 16 Partner aus der Stadtverwaltung, Forschung und Industrie arbeiten dabei an neuen Mobilitätslösungen; von kommendem Jahr an sollen etwa 24 Monate lang in mehreren Testgebieten in der Stadt Shuttles, Solobusse und Platoons – Konvois aus Kleinbussen, die automatisiert gesteuert werden – unter realen Bedingungen getestet werden, wie die MVG mitteilt.
Der Anfang wird dabei im Stadtteil Gern gemacht, der sich, so die Verkehrsgesellschaft, als lebendiges Quartier und aufgrund seiner „komplexen Verkehrssituationen“ bestens für einen Testbetrieb eigne. Zunächst werden die Testfahrten aber ohne Fahrgäste stattfinden, allerdings mit Sicherheitspersonal an Bord. Sobald der Betrieb „sicher und reibungslos“ laufe, erhalten auch Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zur Mitfahrt, so die MVG.
Für die Testfahrten hat IAV auf Grundlage eines VW ID Buzz, eines elektrisch betriebenen Kleinbusses des Wolfsburger Herstellers, ein Hightech-Shuttle mit entsprechender Sensorik entwickelt. Für Sinaida Cordes, stellvertretende Geschäftsführerin Mobilität bei der SWM und MVG, könne mit autonomen Fahrzeugen der öffentliche Nahverkehr flexibler gestaltet werden. Zudem, so Cordes, biete die Technik die Chance, dem zunehmenden Fachkräftemangel auch bei Busfahrern etwas entgegenzusetzen.

