Autonomes FahrenMünchen plant 500 Linienbusse ohne Fahrer – jetzt kommen die ersten

Lesezeit: 2 Min.

Noch sind bei den autonomen Bussen der MVG sicherheitshalber Fahrer an Bord, doch das soll sich bald ändern.
Noch sind bei den autonomen Bussen der MVG sicherheitshalber Fahrer an Bord, doch das soll sich bald ändern. MVG
  • Die MVG testet ab Herbst autonome Linienbusse ohne Fahrer auf Münchens Straßen im Rahmen des Forschungsprojekts Minga.
  • MAN hat einen vollelektrischen Bus mit Sensoren, Radar und Kameras automatisiert, der zunächst mit Sicherheitsfahrern getestet wird.
  • Bis 2035 sollen 500 autonome Fahrzeuge in München fahren, um Fahrermangel zu begegnen und Kosten zu sparen.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Die autonomen Busse sind in drei Varianten unterwegs, anfangs ohne, dann mit Passagieren. Wie die Fahrt abläuft und wer einsteigen darf.

Von Andreas Schubert

SZ bei Google bevorzugen

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren. Schon von kommendem Herbst an sollen auf Münchens Straßen Linienbusse verkehren, die ohne Fahrer auskommen. Der Hersteller MAN Truck & Bus hat mitgeteilt, dass nun ein geeignetes Fahrzeug bereitstehe.

Das Unternehmen hat gemeinsam mit seinem Technologiepartner Adastec einen vollelektrischen Solobus vom Typ „Lion’s City 12 E“ automatisiert. Das zwölf Meter lange Fahrzeug ist mit optischen Sensoren, Radar, Kameras und Satellitentechnik ausgestattet. Derzeit finden erste Erprobungsfahrten auf dem Münchner MAN-Gelände statt. Dabei testet MAN unter anderem spezifische Fahrmanöver wie das Heranfahren an Bushaltestellen. Sensoren erkennen dabei, ob Menschen an der Haltestelle stehen, das Fahrzeug hält dann selbständig.

Bei den Tests auf der Straße werden noch Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen, die im Notfall eingreifen können. Auch auf Fahrgäste will die MVG zunächst verzichten. Später allerdings sollen ausgewählte Passagiere mitfahren dürfen, die ihre Fahrten dann bewerten. Aus rechtlichen Gründen sei eine geschlossene Gruppe von Testpersonen vorgeschrieben, sagt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner. „Die Zusammensetzung der Gruppe soll aber die Vielfalt unserer Fahrgäste möglichst repräsentativ abbilden, darüber hinaus versuchen wir möglichst vielen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, mitzufahren.“

Die Tests erfolgen im Rahmen des Forschungsprojekts „Minga“, an dem 16 Partner aus Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Industrie zusammenarbeiten. Darunter sind neben MAN die Technische Universität München, die Universität Stuttgart, der Bushersteller Ebusco sowie Stadt und Landkreis München. Das Kürzel Minga steht für „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“. Wer gerne als Testfahrgast teilnehmen möchte, muss sich vorab auf der Homepage des Mobilitätsreferats muenchenunterwegs.de/minga/testgebiete registrieren. Noch ist das nicht möglich, weitere Informationen zum genauen Anmeldeprozess will das Referat auf der Seite rechtzeitig bereitstellen.

Schon 2023 hat das Mobilitätsreferat das Projekt Minga vorgestellt. Seit Anfang 2024 wurden die Pläne für die Gestaltung des Testbetriebs konkretisiert. Getestet werden ein Solobus, sogenannte Bus-Platoons mit mehr als einem Fahrzeug und fahrerlose On-Demand-Shuttles. Für jeden Fahrzeugtyp wurde ein eigenes Testgebiet ausgewählt. Der Solobus wird nach Auskunft des Mobilitätsreferats in Milbertshofen zwischen Petuelring und Kieferngarten getestet, auf der Strecke der Linie 178.

Das sogenannte Bus-Platoon erprobt die MVG in Neuperlach-Zentrum mit Fahrzeugen des Herstellers Ebusco auf der Linie 197. Dabei werden zwei Fahrzeuge digital miteinander verbunden und fahren in einer Art Kolonne – auf Englisch platoon – hintereinander. Den hinteren Teil kann man sich als Anhänger vorstellen, der mit einer virtuellen Deichsel an das vordere Fahrzeug gekoppelt ist. Das On-Demand-Shuttle, eine Art Ruf-Taxi, das Fahrgäste künftig per App buchen können, wird in Nymphenburg-Gern mit Autos vom Typ VW ID Buzz getestet.

Autonomes Fahren in München
:Wenn der Bus ohne Fahrer unterwegs ist

Schon Ende des Jahres sollen autonome Busse im Münchner Stadtgebiet erprobt werden - nur Fahrgäste dürfen noch nicht mit.

Von Andreas Schubert

Die autonomen Fahrzeuge sollen zunächst in Taktlücken und Randzeiten unterwegs sein. Die Teststrecken sollen möglichst abwechslungsreich sein und unter anderem mehrspurige Straßen, verkehrsberuhigte Bereiche und eine dichte Siedlungsstruktur beinhalten, um möglichst realistische Szenarien zu erproben.

Doch wozu braucht es überhaupt fahrerlose Busse? Verkehrsunternehmen können damit auf Fahrermangel reagieren. Die Busse, die in Platoons fahren, könnten auch einzeln als Solobusse eingesetzt werden, dadurch lassen sich die Fahrzeuge flexibler nutzen. Langfristig sollen die fahrerlosen Busse den Verkehrsunternehmen auch Geld sparen.

„Darüber hinaus kann autonomes Fahren dazu beitragen, Verkehrsunfälle auf den Straßen zu reduzieren und damit die Sicherheit zu erhöhen“, teilt Michael Roth, Leiter Produktstrategie Bus bei MAN, mit. Die Erkenntnisse aus dem Minga-Projekt sollen direkt in die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen einfließen.

Nach Plänen der MVG sollen im Jahr 2035 bereits 500 autonome Fahrzeuge auf Münchens Straßen unterwegs sein. Angedacht sind größere Busse sowie kleine Fahrzeuge, in die etwa zehn bis 15 Fahrgäste passen. Ganz abschaffen will die Verkehrsgesellschaft ihr Fahrpersonal aber nicht. Die selbst fahrenden Busse sollen die reguläre MVG-Flotte ergänzen, die weiterhin von Fahrerinnen und Fahrern gelenkt werden wird. Derzeit besteht die Flotte aus etwa 600 Fahrzeugen, inklusive der Busse privater Partner, die im Auftrag der MVG unterwegs sind.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Verkehrsärgernis
:Wo Rollstuhlfahrer Angst haben müssen, gerammt zu werden

An der Baustelle für die zweite S-Bahn-Stammstrecke gibt es viele Probleme. In der Unterführung am Bahnhof in Laim zeigt sich, dass darunter insbesondere Menschen leiden, die in ihrer Mobilität ohnehin schon eingeschränkt sind.

SZ PlusVon Andreas Schubert

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: