Konzerte:Noch Feuer im Blut

Lesezeit: 2 min

Konzerte: Meister und Urvater theatralischer Rock-Bühnenshows: Arthur Brown.

Meister und Urvater theatralischer Rock-Bühnenshows: Arthur Brown.

(Foto: Harvey Waller)

Arthur Brown hat mit achtzig Jahren zwei neue Alben veröffentlicht. In München stellt sie der legendäre Rocksänger nun vor.

Von Jürgen Moises

Es dauert keine 20 Sekunden, dann kommt er schon, der erste hohe Schrei. Und muss er auch. Denn seit "Fire", seinem bis heute größten Hit, gehören die markigen Schreie zu den Markenzeichen von Arthur Brown. Dass der britische Rocksänger das mit seinen 80 Jahren immer noch so hinkriegt: Respekt! Auch sonst lässt sich der "God of Hellfire" nicht lumpen. Ist das Ende Oktober erschienene "Monster's Ball", das mit dem erwähnten Schrei beginnt, doch bereits das zweite neue Studioalbum in diesem Jahr. Am 24. Juni, Browns Geburtstag, kam "Long Long Road" heraus. Und als ob das an Geschenken an sich und seine Fans nicht genug wäre, kommt der Achtzigjährige auch noch auf Tour. Am 4. Dezember spielt er in München in der Roten Sonne.

Aber okay. Achtzig ist heutzutage eben kein Alter mehr, siehe Bob Dylan oder die darauf zu steuernden Keith Richards und Mick Jagger. Dass er mit immerhin 74 Jahren körperlich und stimmlich noch gut drauf war, hat Brown 2016 im Münchner Technikum bewiesen. Was leider auch zu sehen war: Obwohl er das Idol und Vorbild von Musikern wie Elton John, Bruce Dickinson, David Bowie, Peter Gabriel und Ian Gillan war oder ist, und Alice Cooper sogar sagt, es würde ihn ohne Arthur Brown und seine theatralischen Bühnenshows nicht geben, ist der Sänger doch leider etwas vergessen. Nur wenige Leute waren da, um ihr Idol dafür umso hymnischer zu feiern. Zu den Riesenstadien bei den Rolling Stones aber kein Vergleich.

Ein bisschen liegt das sicher auch an "Fire". Dem vor 54 Jahren erschienenen Hit, zu dem Brown auf der Bühne seinen berühmten Feuerhelm trägt. Der stellte vieles in den Schatten, was danach kam. Dazu gehören zahlreiche gute Alben und Kollaborationen mit Musikern wie David Gilmore, Bruce Dickinson oder Die Krupps. Auch die neuen Alben sind äußerst hörenswert. "Long Long Road" ist überraschend ruhig und bluesig. Und auf "Monster's Ball" lebt Brown sein Faible für Psychedelic- und Prog-Rock und für Schauergeschichten aus. Das macht er gemeinsam mit Gastmusikern wie James Williamson von den Stooges, Nik Turner von Hawkwind oder Deep-Purple-Drummer Ian Paice. Für eine feurige Geburtstagssause ist das mehr als genügend Material. Jetzt braucht es nur noch viele Zuschauer als Gäste.

Arthur Brown, So., 4. Dez., 20 Uhr, Rote Sonne, Maximiliansplatz 5, www.rote-sonne.com

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema