Freizeittipps für KinderWas Münchens Museen für Kinder zu bieten haben

Lesezeit: 5 Min.

Beim offenen Programm des Biotopia Labs schlüpfen Kinder in die Rolle von Forschern.
Beim offenen Programm des Biotopia Labs schlüpfen Kinder in die Rolle von Forschern. (Foto: Andreas Heddergott)

Toben, kritzeln und lachen, das ist in Münchens Museen ausdrücklich erwünscht: Spezielle Workshops und Führungen machen die Häuser für Kinder zu einem tollen Ausflugsziel. Ein Überblick.

Von Anna Grimbs

So ein Museumsbesuch kann schnell ziemlich langweilig werden: Die Eltern glotzen gespannt auf bunte Leinwände, obwohl man das doch selbst viel schöner malen könnte. Und letztes Mal im Naturkundemuseum hätte man so gerne die Dinosaurierknochen berührt. Die Konsequenz: großes Gequengel. Diese Situationen kennen viele Familien nur zu gut. Doch gerade in der Ferienzeit sind Museen ein beliebtes Ausflugsziel besonders, wenn das Wetter nicht mitspielt. Damit auch die Kleinsten auf ihre Kosten kommen, gibt es in vielen Münchner Museen bunte Angebote für Kinder. Bei Workshops, Aktionstagen und Führungen wird auf ihre speziellen Bedürfnisse eingegangen.

Maskenfest in der Pinakothek der Moderne

Bei „We are family“ kommt frischer Wind in die Alte Pinakothek.
Bei „We are family“ kommt frischer Wind in die Alte Pinakothek. (Foto: Severin Schweiger)

Nach dem Motto „Kinder können Kunst“ veranstaltet die Pinakothek der Moderne jeden Sonntagnachmittag das interaktive Programm PIN.k. Wöchentlich wartet ein brandneues Thema darauf, entdeckt zu werden. Passend dazu erkunden die Kinder einen Teil des Museums. Im Anschluss wird gemeinsam gebastelt, gespielt und gemalt. Am 24. August lädt die Pinakothek zum Maskenball der Kinder. Nach einem kurzen Streifzug durch die Ausstellung gestalten die Kinder fantasievolle Kostüme für ihren ganz eigenen Auftritt beim bunten Maskenfest.

PIN.k, für Kinder von fünf bis zwölf Jahren, jeden Sonntag von 13 - 17 Uhr, Dachterrasse FLUX, im regulären Eintrittspreis inbegriffen, Infos unter www.pinakothek-der-moderne.de

Das Familienprogramm We are family in der Alten Pinakothek bildet das klassische Gegenstück zur Kunstvermittlung der Pinakothek der Moderne. Auf den Spuren der Alten Meister werden ausgewählte Werke kindgerecht analysiert. Anschließend darf selbst gepinselt und gekleckst werden. Und wer weiß, vielleicht schlummert in dem ein oder anderen ein neuer Meister, der nur darauf wartet, entdeckt zu werden. We are family geht am 31. August in die nächste Runde. Wahlweise von 11 bis 14 Uhr oder von 14 bis 17 Uhr.

We are family, für Kinder ab sechs Jahren (in Begleitung eines Erziehungsberechtigten), im regulären Eintrittspreis inbegriffen, www.pinakothek.de

Experimentieren im Deutschen Museum

Kittel an und Schutzbrille auf, dann geht es im Deutschen Museum für die kleinen Forscher ab ins Labor.
Kittel an und Schutzbrille auf, dann geht es im Deutschen Museum für die kleinen Forscher ab ins Labor. (Foto: Hubert Czech)

Das Deutsche Museum ist ohnehin für seine besucherfreundlichen und interaktiven Ausstellungsräume bekannt. Kaum verwunderlich also, dass es ein großes Angebot für die Kleinsten bereithält. In den Besucherlaboren dürfen sie, betreut von Museumspersonal, in die Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schlüpfen. In den kommenden Wochen laden vor allem in der Chemieausstellung spannende Mitmach-Experimente zum Entdecken und Forschen ein. Dabei legt das Museum großen Wert auf Sicherheit: Es werden ausschließlich Chemikalien verwendet, die für Kinder und Schwangere keine Gefahr darstellen. Wie wäre es zum Beispiel mit „Chemische Experimente für Klein und Groß“ am 31. August von 14 bis 15 Uhr?

Chemische Experimente für Klein und Groß, für Kinder von fünf bis zehn Jahren (in Begleitung eines Erziehungsberechtigten), Chemie-Besucherlabor, www.deutsches-museum.de

Bauklötze staunen im Haus der Kunst

Im Haus der Kunst sind überdimensionierte Spielklötze Teil der Austellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“.
Im Haus der Kunst sind überdimensionierte Spielklötze Teil der Austellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“. (Foto: David Levene)

Die Chemie stimmt nicht nur im Deutschen Museum, sondern auch im Haus der Kunst – zumindest im übertragenen Sinne. Dies verrät bereits der Titel der aktuellen Ausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“. Dort dreht sich alles um Kunst und Kinder. Zwar ist die Ausstellung für Erwachsene konzipiert, doch bringen die interaktiven bunten Installationen auch Kinderaugen zum Strahlen. Bei den Familienführungen stehen vor allem die gemeinsame Neugierde und das spielerische Entdecken im Mittelpunkt. Die nächste Führung findet am 5. September von 16 bis 17 Uhr statt.

Familienführung Haus der Kunst, 5 Euro zzgl. Eintritt, weitere Infos unter www.hausderkunst.de

Als Flugsaurier unterwegs im Biotopia Lab

An den Wochenenden bitet das Biotopia Lab Naturwissenschaft zum Anfassen.
An den Wochenenden bitet das Biotopia Lab Naturwissenschaft zum Anfassen. (Foto: Andreas Heddergott)

Nach einer Entdeckungstour durch den Botanischen Garten und seine beeindruckenden Gewächshäuser lohnt sich ein Abstecher in das anliegende Biotopia Lab: ein hochmoderner Erlebnisraum mit wechselnden interaktiven Ausstellungen. Das Lab bietet einen Vorgeschmack auf die Wiedereröffnung des Museums Mensch und Natur. Fester Bestandteil der Ausstellung sind wechselnde Mitmachangebote. Diese finden vor allem an den Wochenenden statt. So auch am Samstag,  23., und Sonntag, 24. August: Unter unseren Füßen verbirgt sich eine geheimnisvolle Welt voller Leben – Helferlein, die den Boden lebendig und fruchtbar machen. Um diese kleinen Lebewesen dreht sich alles beim Workshop „Humus Sapiens“.

Offenes Programm, ab sechs Jahren, jeden Samstag und Sonntag, im regulären Eintrittspreis inbegriffen, biotopialab.snsb.de

Ein weiteres Highlight ist „Birdly“. In dem interaktiven, virtual-reality Simulator können die Besucher als Flugsaurier die Lüfte bezwingen, als Schildkröte Korallenriffe entdecken und als Schmetterling durch Blumenwiesen flattern.

Birdly, Zielgruppe mit einer Armspannweite von mindestens 1,20 Metern; Benutzung während der regulären Öffnungszeiten, pro Besucher eine Fahrt, biotopialab.snsb.de

Auf Spurensuche im Jüdisches Museum

Die Kinder lernen im Jüdischen Museum die Geschichte von Marylka Bender kennen und erfahren, was sie vor ungefähr 100 Jahren in München erlebte. In der Dauerausstellung ist das Bild „Ghettomädchen" ihres Vaters Stanislaus Bender zu sehen, der es 1915 malte.
Die Kinder lernen im Jüdischen Museum die Geschichte von Marylka Bender kennen und erfahren, was sie vor ungefähr 100 Jahren in München erlebte. In der Dauerausstellung ist das Bild „Ghettomädchen" ihres Vaters Stanislaus Bender zu sehen, der es 1915 malte. (Foto: Daniel Schvarc)

Neben unbeschwerten Museumsbesuchen darf und sollte man dem Nachwuchs auch ernstere Themen zutrauen. Vor allem, wenn diese kindgerecht aufbereitet sind. Dazu gehören auch die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, insbesondere die Schoa. Beim Workshop „Auf Spurensuche mit Marylka Bender“ des Jüdischen Museums wird Geschichte lebendig. Das jüdische Mädchen Marylka Bender nimmt die Kinder mit auf eine Zeitreise ins München der 1930er-Jahre. Anhand ihrer Geschichte wird das Schicksal vieler deutscher Jüdinnen und Juden exemplarisch erzählt; Millionen Lebenswege geprägt von Unterdrückung, Fluchterfahrungen und Verschleppung durch das NS-Regime.

Selbstverständlich setzt der Workshop sehr behutsam an. Er schildert Marylkas Geschichte anhand eines Comics und verzichtet dabei auf grausame und belastende Details. Im Anschluss reflektieren die Kinder über ihr eigenes Lebensweg, ebenfalls in Form von kleinen Comics.

Bei Marylka Bender handelt es sich übrigens um eine reale Person. Als junge Frau musste die Münchnerin ins Exil fliehen. Ihre Geschichte war zuvor Teil der Ausstellung „Bildgeschichten – Münchner Jüdinnen und Juden im Porträt“, die bis März 2025 im Jüdischen Museum zu sehen war. Marylka Bender starb 2014 im Alter von 104 Jahren in München. Sie überließ den Nachlass ihres Vaters dem Jüdischen Museum.

Auf Spurensuche mit Marylka Bender, für Kinder von sieben bis zwölf Jahren, 10. September, 11–12.30 Uhr, www.juedisches-museum-muenchen.de

Zeitreise zu den Pharaonen im SMÄK

Woran glaubten die Menschen im Alten Ägypten? Auch diese Frage stellt sich bei einer Kinderführung im SMÄK.
Woran glaubten die Menschen im Alten Ägypten? Auch diese Frage stellt sich bei einer Kinderführung im SMÄK. (Foto: SMÄK , Claus Rammel)

Wie wäre es mit einem kurzen Abstecher ins faszinierende Jenseits des Alten Ägyptens? Das SMÄK bietet eine Zeitreise 3000 Jahre in die Vergangenheit.  Woran glaubten die Menschen? Welche Vorstellungen hatten sie vom Leben nach dem Tod? Und wie sah ihre Reise ins Jenseits aus? All diese Fragen und mehr beantwortet die Kinderführung „Senet-Reise in die Ewigkeit“ am Dienstag, 26. August, Beginn 10.30 Uhr. Sie ist ein Teil der Ferienaktion des Ägyptischen Museums. Im Anschluss zur Führung finden jeweils thematisch passende Kreativangebote statt. In diesem Fall basteln die Kinder das beliebte altägyptisches Brettspiel Senet.

Wer nicht auf die nächste Führung warten möchte, der kann den „Archäologischen Rucksack“ schultern und das Museum auf eigene Faust erkunden. An der Kasse steht er jederzeit kostenfrei zur Ausleihe bereit. Auf spielerische Weise weckt der Ranzen die Neugier auf archäologische Arbeit und macht Geschichte zum Abenteuer.

Senet – Reise in die Ewigkeit, ab sieben Jahren; 4 Euro zzgl. Eintritt; Anmeldung erforderlich, www.smaek.de

Känguru-Führungen: Mit Babys ins Museum

Still- und Wickelpausen sind feste Programmpunkte der sogannnten Känguruführungen, hier beispielsweise in der der Pinakothek der Moderne.
Still- und Wickelpausen sind feste Programmpunkte der sogannnten Känguruführungen, hier beispielsweise in der der Pinakothek der Moderne. (Foto: Severin Schweiger)

Mit Baby ins Museum? Während einer Führung Stillen oder Wickeln? Und was tun, wenn das Baby schreit? Gedanken, die sich junge Eltern bei Känguru-Führungen gar nicht erst machen müssen.  Sie richten sich an Familien mit Kindern bis zum vollendeten ersten Lebensjahr. Sie bieten eine entspannte Atmosphäre, in der Eltern Kultur erleben können, ohne sich Sorgen um die Bedürfnisse ihrer Kleinen machen zu müssen. Still- und Wickelpausen sind feste Programmpunkte. Auch die Dauer der Führungen ist abgestimmt auf das Wohlbefinden der Babys. Um das Tragen der Kinder im Wickeltuch wird ausdrücklich gebeten, deshalb auch die Bezeichnung Känguru-Führung.

„Känguru-Führungen“ in München bieten:

  • Museum Brandhorst (www.museum-brandhorst.de)
  • Pinakothek der Moderne (www.pinakothek-der-moderne.de)
  • Deutsches Museum (www.deutsches-museum.de)
  • Haus der Kunst - Baby hört mit (www.hausderkunst.de)
© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Andrea Sawatzki
:„Immer, wenn ich an meine Mutter denke, fange ich fast an zu heulen“

Sie ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands, ihre Kindheit war geprägt von Leid, Angst, Wut und Hass. In ihrem neuen Roman „Biarritz“ arbeitet Andrea Sawatzki das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter auf. Ein Gespräch über Schuld und Vergebung, Liebe und die Heilkraft des Schreibens.

SZ PlusInterview von Bernhard Blöchl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: