Süddeutsche Zeitung

Actionsport:Im Vollsprint über die Rampe

Lesezeit: 2 min

Nach zwei Jahren Zwangspause kehrt das Extremsport-Spektakel Munich Mash in den Olympiapark zurück. Geschäftsführerin Marion Schöne freut sich über die wiederkehrende Normalität - und weitere Großveranstaltungen.

Von Ralf Tögel

Marion Schöne hat derzeit viel Grund zur Freude. Mehr als zwei Jahre habe man gedürstet, erzählt die Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH (OMG) bei einem Rundgang durch das Gelände, die Pandemie hatte den Betrieb bekanntlich lahmgelegt. Nun aber brummt es wieder im Park, die Rolling Stones waren da, Die Ärzte und die Toten Hosen. Und nun wird wieder gesprungen, geflogen und gerast im Park, denn das Actionsport-Festival Munich Mash geht nach einer zweijährigen Zwangspause von Freitag bis Sonntag wieder über die Bühne. Es ist sozusagen eine Generalprobe für die European Championships, erzählt Schöne - jener Multi-Europameisterschaft, die demnächst in neun Sportarten (11. bis 21. August) 50 Jahre nach den Olympischen Spielen in München ihre kontinentalen Meister sucht.

Erst aber wird vor allem die jüngere Generation in den Park geholt, wenn sich die weltbesten Skateboarder, BMX-Fahrer und Wakeboarder im Park vergleichen. Dabei kann sich der Veranstalter auf Bewährtes stützen, wie Markus Schnetzer erklärt, der zusammen mit Frank Seipp für die Organisation verantwortlich ist: "Es gab wenig Anlass, an der Organisation viel zu ändern, wir bauen vielmehr auf unserem erfolgreichen Konzept auf." Die Idee ist so einfach wie erfolgreich, Actionsport auf höchstem Niveau, dazu ein szenetypisches Umfeld mit dem sogenannten Mash-Fest, keine Eintrittsgebühr, viel Spaß. Es gibt zahlreiche Stände, Kunst, Kultur sowie Mitmach-Angebote auf vielen Aktionsflächen. "Spirit und Lifestyle des Actionsports kommen dabei zusammen", erklärt OMG-Pressechef Tobias Kohler. Foodtrucks, eine Chill-out-Area zum Relaxen und das Cultural Village runden das Angebot ab, zudem werden insgesamt 18 Bands auf einer Bühne auf dem Dach der Kleinen Olympiahalle auftreten.

Zum ersten Mal werden in allen Contests Frauen starten, bei gleichen Siegprämien

Mit diesem bunten Angebot hat sich Munich Mash, seit 2014 in OMG-Eigenregie, zu einem unterhaltsamen Spektakel für alle Altersgruppen entwickelt, das die Menschen in Massen in den Olympiapark lockt. Bei der jüngsten Veranstaltung vor zwei Jahren waren es 80 000 Zuschauer, die in den Park strömten. Ob die Zahlen nach der Pandemie-Zwangspause ähnlich hoch ausfallen, werde sich zeigen, sagt der Veranstalter, das Wetter jedenfalls dürfte der OMG in die Karten spielen. Dabei kommt dem Olympiapark zugute, dass keine Mitarbeiter hätten entlassen werden müssen, wie Olympiapark-Chefin Schöne nicht ohne Stolz mitteilt. Während in der Veranstaltungsbranche händeringend nach Fachkräften gesucht werde, konnte die OMG, seit die Pandemie-Maßnahmen gelockert und Großereignisse wieder möglich sind, in die Vollen gehen.

Was nun im Park zu bestaunen ist: In den Olympiasee wurde vor den Rasenstufen neben dem Theatron eine Miniramp-Landschaft auf einer Plattform in den See gebaut, die den Roller Coaster von 2019 ersetzt. Der hatte die Skateboarder auf einer Strecke mit Steilkurven und Sprüngen von einer Rampe am Olympiastadion zum See geführt, dieses Mal werden die Athleten auf mehreren Rampen im See ihre waghalsigen Sprünge und Tricks zeigen - und diese Rampen-Insel wird auch von den BMX-Cracks genutzt. Die Wakeboarder toben sich wie gewohnt auf dem unteren Olympiasee aus, dort lassen sie sich von einem mobilen Lift mit bis zu 40 Sachen über die Hindernisse ziehen. Diese "Obstacles" wurden im Übrigen von drei Wakeboarderinnen mitentwickelt, beim vorherigen Mal waren das noch die männlichen Kollegen.

Wobei man bei der großen Neuerung des Mash 2022 wäre: Erstmals werden in allen drei Contests Athletinnen mit von der Partie sein, was schon lange ein besonderes Anliegen von Olympiapark-Geschäftsführerin Schöne war: "Das freut mich ganz besonders, denn ich bin eine absolute Verfechterin der Gleichstellung." Die Siegprämien seien daher ebenfalls gleich hoch, ergänzt Schöne. Neben ihr horcht Wakeboarderin Julia Rick auf, dann lächelt die Siegerin von 2019 und sagt: "Oh, das habe ich gar nicht gewusst."

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5608084
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/tek/van
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.