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Landkreis München:Mit Aktionen und Kampagnen das Klima retten

Wind- und Solarenergie

Der Landkreis will den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Doch Investitionen etwa in Wind- oder Solarkraft sind dafür in der Neuauflage der Energievision nicht vorgesehen.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Der Maßnahmenkatalog zur Energievision setzt vor allem auf Beratung und Aufklärung. Investitionen in alternative Technologien sind kaum vorgesehen

Mit der Zustimmung zur Neuauflage der Energievision für den Landkreis hat der Kreistag sich auf ein Bündel von Maßnahmen verständigt, die künftig den C0₂-Ausstoß in allen 29 Gemeinden und Städten merklich reduzieren sollen. Folgenden Maßnahmen räumt der Landkreis besondere Priorität ein:

Neue Kompetenzstelle

Um dauerhaft eine größere Anzahl von Akteuren einzubinden, wird eine zentrale Kompetenzstelle mit einem Experten für erneuerbare Energien und Energieeffizienz eingerichtet. Dieses Büro könnte bei der Baugesellschaft München Land (BML) angesiedelt sein. Hier soll die Beratung Dritter (Kommunen, Unternehmen, Bürger) stattfinden. Zudem sollen die Strukturen im Landratsamt genutzt und das Referat für Energie und Mobilität mit drei zusätzlichen Planstellen verstärkt werden.

Kampagnen

Hierbei geht es um die Förderung der Solarenergie sowie die Energieeinsparung in Gebäuden, insbesondere die Senkung der Heizenergie in Wohngebäuden. Dazu muss die Sanierungsrate im Bestand erheblich gesteigert werden. Wichtig ist dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen. Auch die Fachverbände wie die Handwerkskammer und Experten wie die Energieberater sollen mit eingebunden werden. Hierfür soll das gleiche Personal eingesetzt werden wie schon für die Solarenergie-Kampagne, die mit öffentlichkeitswirksamen und zielgruppenspezifischen Aktionen gemeinsam mit den Gemeinden die Nutzung der Solarenergie bewirbt und unterstützt.

Umweltbildung

Die Bildung im Bereich Klimaschutz soll an den Schulen und Jugendeinrichtungen intensiviert werden. Man geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche in ihrem sozialen Umfeld auch bei den Erwachsenen und Eltern als Multiplikatoren wirken. Eine Person soll die Aktivitäten und Akteure koordinieren und die Beteiligten schulen.

Hausmeisterschulungen

Um bei öffentlichen Gebäuden mehr Energie einzusparen, sollen die Hausmeister firm werden im Umgang mit Heiztechnik und Stromverbrauch, zumal sie auch als wichtige Multiplikatoren und Partner gelten. Sie könnten gezielter und besser auf die Nutzer der Gebäude einwirken, so die Hoffnung.

Förderung des Radverkehrs

Gemeinsam mit den Landkreiskommunen soll die Attraktivität des Radverkehrs erhöht werden. Dazu gehören die Verbreiterung von Radwegen und Lückenschlüsse im Netz ebenso wie weitere Machbarkeitsstudien zu Radschnellwegen und Potenzialstudien von Fahrradstraßen. Auch sollen Abstellanlagen gefördert und eine Anbindung von Gewerbegebieten mit hohem Verkehrsaufkommen an das Radnetz verwirklicht werden. Der Landkreis soll sowohl in der Umsetzung, etwa an Kreisstraßen als auch als Anschubfinanzierer aktiv werden.

E-Mobilitäts-Offensive

Die Reduzierung fossiler Mobilität soll durch den Ausbau der Elektromobilität vorangetrieben werden. Ein Gesamtkonzept soll sowohl die finanzielle Förderung für die Beschaffung elektronischer Verkehrsmittel, die Infrastruktur und Kampagnenarbeit enthalten. Außerdem will der Landkreis seinen eigenen Fuhrpark um Elektrofahrzeuge erweiteren.

Sharing-Angebote

Die klimafreundliche Mobilität soll durch die Bereitstellung und Verknüpfung von Verkehrsmitteln gefördert werden. Sharing-Angebote sollen insbesondere in Räumen mit ausreichendem Nahverkehrsangebot in der Infrastruktur und den Taktangeboten die Lücken schließen.

Beratung von Unternehmen

Die öffentliche Wahrnehmung der Klimaschutzaktivitäten im Landkreis soll verbessert werden. Dazu wird die Information zur Vermittlung zu unternehmensrelevanten Themen bereitgestellt. Dazu gehören das betriebliche Mobilitätsmanagement genauso wie ein Klimaschutzmanager im Unternehmen.

Förderung von Unternehmen

Durch die Kostenübernahme oder Förderung von Beratungsangeboten sollen diese für Unternehmen attraktiver werden. In einem zweiten Schritt soll überprüft werden, ob auch direkte finanzielle Förderung von Maßnahmen wie etwa eine Sanierung oder die Elektromobilität möglich ist.

Klimapakt mit Unternehmen

Der Landrat will Unternehmen aus verschiedenen Branchen dazu einladen, gemeinsam ein Konzept zum Klimaschutz in der Region zu erarbeiten.

Klimaschutz im Landratsamt

Das Landratsamt soll eine Vorbildfunktion übernehmen. Im Zuge der laufenden Ausarbeitung eines Leitbilds werden Leitlinien für eine klima- und umweltfreundliche Unternehmenskultur aufgestellt.

Austausch der Klimabeauftragten

Das Personal- und Zeitbudget von kleinen Gemeinden ist begrenzt. Durch eine stärkere und schnellere Vernetzung zwischen den Energie- und Klimaschutzbeauftragten können Synergien genutzt werden.

Energie-Controlling

Auch künftig soll der Landkreis den gesamten Energieverbrauch, den Zubau erneuerbarer Energien und auch die im Landkreis umgesetzten Energieaktivitäten und Projekte darstellen und beschreiben. Damit sollen die Ziele überprüft und der Energiebericht den Kommunen zur Verfügung gestellt werden.