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Polizei:19-Jährige rast im Mercedes mit 114 Stundenkilometern durch München

Erlaubt waren an der Stelle nur Tempo 50. Jetzt muss die junge Autofahrerin zurück in die Fahrschule.

Mit dem Frühling sind offenbar auch die Auto-Poser in die freie Wildbahn der Großstadt zurückgekehrt. In diesem Jahr bedingt durch die Ausgangsbeschränkungen zwar um ein paar Wochen verzögert, aber deswegen auf keinen Fall schüchtern. Erst vor zehn Tagen hatte die Polizei am Petuelring ein Rennen zwischen einem Ferrari und einer Corvette beendet, das auf der Leopoldstraße begonnen hatte. Am Freitagabend nun stoppte eine Streife der Inspektion Milbertshofen gegen 23 Uhr eine 19-Jährige, die in einem Mercedes mit 114 Kilometern pro Stunde über die Ingolstädter Straße dahingefegt war - mehr als doppelt so viel wie die erlaubten 50 km/h.

Wegen des jugendlichen Alters der Fahrzeugführerin wird nicht nur ein Bußgeldverfahren eingeleitet, das sie 280 Euro kosten und ihr zwei Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg sowie zwei Monate Fahrverbot einbringen dürfte. Sie wird darüberhinaus auch noch einmal die Fahrschulbank drücken müssen.

Da die Probezeit des frisch erworbenen Führerscheins noch nicht abgelaufen war, wurde die zuständige Führerscheinstelle informiert, so ist dem Polizeibericht vom Dienstag zu entnehmen. Erst wenn die 19-Jährige sich mindestens vier Stunden in einem sogenannten "Aufbauseminar" der Fahrschule noch einmal ausführlich mit ihrem riskantem Fahrverhalten befasst hat, bekommt sie die Fahrerlaubnis möglicherweise zurück.

Was die junge Frau zu solcher Eile trieb, ist nicht überliefert. Früher wurden solche Aktionen eher dem Balzverhalten junger Männer zugerechnet. So wie im Februar, als ein 28-Jähriger mit 195 km/h über die Fürstenrieder Straße raste. Seine Begleiterin auf dem Beifahrersitz filmte den Trip für Instagram. Das genügte der Polizei, um den Raser zu ermitteln.

© SZ vom 27.05.2020 / anh

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