Wohnungsmarkt in München:Mieten steigen auch in der Corona-Pandemie

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Wohnen in München wurde auch in der Pandemie teurer (Symbolbild).

(Foto: dpa)

München liegt mit Abstand auf Platz eins im bundesweiten Vergleich. Wie hoch der Anstieg der Mieten war - und was man aktuell für einen Quadratmeter Wohnung bezahlen muss.

Von Sebastian Krass

Ein Balkon an der Wohnung oder ein bisschen Garten am Haus: Das sind Faktoren, auf die Menschen seit Beginn der Corona-Pandemie bei der Suche nach einer neuen Bleibe zunehmend Wert legen. Diesen Trend beschreibt das Marktforschungsinstitut der Maklervereinigung IVD in seinem am Dienstag veröffentlichten Frühjahrsbericht zum Mietmarkt in Bayern. Außerdem achteten die Suchenden "mehr denn je auf einen intelligenten Grundriss, der angesichts zunehmender Homeoffice-Tätigkeit eine geeignete Raumaufteilung oder eine zusätzliche Arbeitsnische bietet", schreibt das IVD-Institut.

Wer aber herbeigesehnt hat, die Pandemie könne auch zu einer Entspannung bei den Mietpreisen führen, "muss sich leider von diesen Hoffnungen verabschieden", sagt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Instituts.

Die Mieten für Wohnungen in München seien im Vergleich zum vergangenen Bericht von Herbst 2020 "auf ähnlichem Niveau" weitergestiegen: bei Altbau- und Bestandswohnungen um 1,9 Prozent, bei Neubauwohnungen um 2,5 Prozent - binnen eines halben Jahres wohlgemerkt. Etwas moderater als im Halbjahr zuvor wachsen die Mieten für Häuser. Aktuell liegt der Zuwachs etwa für Reihenmittelhäuser bei 1,4 Prozent für Bestandsimmobilien und bei 1,9 Prozent für Neubauten.

Noch anschaulicher wird die Entwicklung der Münchner Mieten im Zehn-Jahres-Vergleich, also zum Frühjahr 2011: In Altbauwohnungen (Baujahr vor 1950) sind sie um 38 Prozent gestiegen, in Bestandswohnungen (Baujahr nach 1950) um 42 Prozent und in Neubauwohnungen sogar um 49 Prozent.

Im bundesweiten Vergleich der Miethöhen liegt München mit Abstand auf dem ersten Platz. Die durchschnittliche Miete für eine Bestandswohnung mit gutem Wohnwert gibt das IVD-Institut mit 17,70 Euro pro Quadratmeter an, auf dem zweiten Platz liegt demnach Stuttgart mit 15,30 Euro, gefolgt von Hamburg (13,45 Euro) und Frankfurt (13 Euro). Unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen Großstädte wie Essen (9,65 Euro), Bremen (9,50 Euro), Dortmund (8,65 Euro). Für Berlin habe man wegen des Mietendeckels keine Vergleichszahlen ermitteln können, schreibt das Institut.

© SZ vom 30.06.2021/wean
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