Neue StudieMieten in München knacken die 25-Euro-Marke

Lesezeit: 2 Min.

Schön, aber teuer: Die Mieten in München erreichen neue Rekorde.
Schön, aber teuer: Die Mieten in München erreichen neue Rekorde.
Johannes Simon
  • Die Kaltmieten in München stiegen moderat um 1,3 bis 2,8 Prozent, die Nettomieten jedoch seit 2020 um 14 Prozent.
  • Die Energiekosten explodierten um 42 Prozent und werden laut IVD-Experte Kippes "völlig aus dem Ruder laufen".
  • Das Wohnungsangebot schrumpft durch 30 Prozent weniger Neubau-Genehmigungen und stockende Sanierungen öffentlicher Wohnungen.
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Der Immobilienverband verzeichnet neue Rekord-Preise fürs Wohnen im Neubau und in allen anderen Segmenten. Gleichzeitig laufen die Nebenkosten „aus dem Ruder“, sagt ein Experte. Und es gibt weitere Gründe zur Sorge.

Von Linus Freymark

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Es gibt gleich mehrere Entwicklungen, die Stephan Kippes Sorge bereiten. Bevor er aber darauf zu sprechen kommt, referiert der Experte vom Immobilienverband IVD Süd zunächst einmal die neuesten Zahlen seines aktuellen Marktberichts. Im Vergleich zum Herbst 2025 haben die Marktforscher des Verbands bei den neu abgeschlossenen Mietverträgen wieder einen Anstieg verzeichnet: Bei Altbauwohnungen stiegen die Mietpreise um durchschnittlich 1,3 Prozent auf 22,70 Euro pro Quadratmeter.

In Neubauten müssen Mieter 2,8 Prozent mehr für ihre Wohnung bezahlen, der Quadratmeterpreis liegt hier im Mittel erstmals bei 25,40 Euro. Bei den Bestandswohnungen, die den größten Anteil auf dem Münchner Mietmarkt ausmachen, stellt der IVD einen Anstieg von 1,4 Prozent auf 21,90 Euro pro Quadratmeter fest. Für Kippes fällt der Anstieg angesichts der allgemeinen Preissteigerungen moderat aus, was laut IVD auch daran liegt, dass „viele Haushalte zunehmend an ihre finanziellen Belastungsgrenzen stoßen“.

Anders sieht das bei der Bruttomiete aus, also dem Betrag inklusive Nebenkosten, womit man bei Kippes’ Bauchschmerzen wäre. Denn die ist seit dem ersten Corona-Jahr 2020 um 14 Prozent angestiegen. Vor allem die Kosten für Energie sind explodiert – um 42 Prozent. Für Kippes sind das Summen, „die völlig aus dem Ruder laufen“. Auch in Zukunft dürften die Energiepreise kaum sinken, denn die Folgen des Krieges in Iran schlagen sich in den aktuellen Zahlen des IVD bisher noch gar nicht nieder. „Das wird sich weiter aufbauen“, prophezeit Kippes.

Mietern in München dürfte zudem noch ein weiteres Problem zu schaffen machen: Die Zahl der angebotenen Objekte ist in der bayerischen Landeshauptstadt zurückgegangen. Dadurch wird die ohnehin schon knappe Ware Wohnung noch begehrter. „Es wird schwieriger für die Leute, die was suchen“, sagt Kippes. Das liege auch daran, dass viele Wohnungen gar nicht erst auf dem Markt für Normalverdiener landen, sondern saniert und im Hochpreissegment angeboten werden. Zudem können Wohnungen in öffentlicher Hand oft nicht bezogen werden, da die Sanierung stockt – zum Beispiel in der Studentenstadt in Freimann, wo rund 2000 Wohnungen leer stehen.

Befeuert werden dürfte diese Entwicklung durch drastisch gesunkene Genehmigungen für Neubauten. Denn im Vergleich zum März vergangenen Jahres sind in München 30 Prozent weniger Wohnungen genehmigt worden. Kippes sieht hier die Stadt in der Pflicht, Prozesse zu beschleunigen und Verfahren zu vereinfachen. „Jeder, der eine Wohnung baut, hilft der Stadt bei ihrem größten Problem“, sagt er. Da dürfe man den Leuten keine Steine in den Weg legen, erst recht, weil die Situation für Bauträger durch ungünstige Zinsen und stark gestiegene Baukosten extrem schwierig sei. Auch vor diesem Hintergrund sieht Kippes die Ankündigung des neuen Oberbürgermeisters Dominik Krause (Grüne), 50 000 neue Wohnungen zu schaffen, skeptisch. „Das ist ein sehr mutiges Versprechen“, sagt der Immobilienexperte.

Gleichzeitig nimmt Kippes die bayerische Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern in die Pflicht, die laut dem IVD-Fachmann nicht genügend Gelder aus ihren Fördertöpfen in die Landeshauptstadt fließen lässt. Von im vergangenen Jahr bayernweit 1400 Wohnungen aus dem Programm der Einkommensorientierten Förderung (EOF) befinden sich lediglich 83 in München. „Das ist gar nichts“, kritisiert Kippes. Hier sei „dringendes Nachdenken angesagt“.

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