Die Münchner Wohnen lenkt ein: Das städtische Unternehmen hat beschlossen, einige überhöhte Mieten im Hohenzollernkarree zu senken. Dies teilte es in einer Pressemeldung am Freitagmorgen mit. In insgesamt acht Fällen sei die Miete korrigiert und an den Mietspiegel angepasst worden, so ein Sprecher des öffentlichen Wohnungskonzerns, inklusive Rückerstattung der überzahlten Beträge seit der Übernahme der Altverträge im Januar 2024.
Im Herbst 2022 hatte die Stadt das Hohenzollernkarree, eine Anlage mit 230 Wohnungen im Herzen Schwabings, von privaten Investoren für 125 Millionen Euro abgekauft. Dabei wurden laut Münchner Wohnen 183 alte Mietverträge übernommen. Als bekannt wurde, dass die Bewohner einiger dieser Wohnungen Mieten weit über dem ortsüblichen Mietspiegel zahlten, machte die Opposition im Stadtrat Druck und forderte eine Korrektur der Mietpreise.
Zunächst war die Münchner Wohnen jedoch nicht bereit zu Anpassungen an den Mietspiegel, obwohl die damalige eigene Aufsichtsratschefin und Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) eine klare Aufforderung dazu formuliert hatte. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Neuvermietungen im Karree auf Mietspiegel-Niveau bei gut 15 Euro pro Quadratmeter lägen.
Nun vollzieht die Münchner Wohnung aber doch eine Wendung: Bei zwei Mietverhältnissen habe man Nettokaltmieten von mehr als 150 Prozent des Mietspiegels feststellen können, die habe man „vollständig korrigiert“, inklusive Rückerstattungen. Hinzu kämen sechs Fälle mit Miethöhen zwischen 110 Prozent und 150 Prozent über dem Mietspiegel. Nach Einzelfallprüfungen seien auch hier Senkungen erfolgt. Somit liege der aktuelle Durchschnittswert der Altvertragsmieten nun bei gut 19 Euro pro Quadratmeter. Eine „umfassende rechtliche Prüfung“ habe überdies ergeben, dass kein einziger Fall von Mietwucher nach Strafgesetzbuch vorliege.
Es müsse stets eine Einzelfallprüfung erfolgen, heißt es in der Pressemitteilung. Jeder Vertrag sei individuell zu betrachten, abhängig von Wohnfläche, Ausstattung, Modernisierungsstand oder Vertragslaufzeit. „Wir stehen zu unserer sozialen Verantwortung, aber auch zu Rechtssicherheit und Bestandsschutz“, so Geschäftsführer Christian Müller.

