Mehr als 100 000 Euro SchadenMietbetrüger „Fabrizio“ taucht mit Geld seiner Opfer unter

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Die Polizei kennt den mutmaßlichen Täter.
Die Polizei kennt den mutmaßlichen Täter. Peter Kneffel/dpa

Unter Tränen berichten zwei junge Frauen auf Tiktok, wie sie um Tausende Euro gebracht wurden, als sie eine Wohnung in der Türkenstraße anmieten wollten.  Die Münchner Polizei kennt mittlerweile den 34-jährigen Täter – und es soll noch zahlreiche weitere Geschädigte geben.

Von Martin Bernstein

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Die Münchner Kriminalpolizei ist einem professionellen Mietbetrüger auf der Spur. Mehr als 100 000 Euro soll der Mann von Interessenten kassiert haben, die sich Hoffnung auf einen schnellen Erfolg auf dem überhitzten Münchner Mietmarkt gemacht hatten. Mehr als 20 Geschädigte kennt die Polizei mittlerweile, vermutlich kommen weitere dazu. Das Geld ist jedoch weg, der Betrüger ist abgetaucht. Zwei Schwestern, 22 und 19 Jahre alt, brachten mit ihrer Anzeige den Stein ins Rollen – und die beiden berichteten unter Tränen darüber in einem Video auf der Plattform Tiktok. Das Video wurde inzwischen rund 1,7 Millionen Mal angeklickt.

Ihnen hatte der Mann, der sich „Fabrizio“ nannte, Anfang Februar im Internet eine Wohnung in der Türkenstraße in der Münchner Maxvorstadt offeriert. Sogar zum Besichtigungstermin durften die beiden kommen. Der angebliche Vermieter hatte den Schlüssel für die Dreizimmerwohnung – und für ein weiteres Apartment im selben Haus. Noch am selben Tag machten die beiden Schwestern Nägel mit Köpfen und überwiesen für die vereinbarte Kaution 8200 Euro, die ihnen ihre Mutter vorgeschossen hatte.

Es war das letzte Mal, dass sie „Fabrizio“ sahen. Über den Kurznachrichtendienst Whatsapp vertröstete der Mann die beiden Studentinnen ein ums andere Mal. Die vereinbarte Schlüsselübergabe fand nie statt. Schließlich dämmerte den jungen Frauen, dass sie geleimt worden waren. Und offenbar nicht nur sie. 16 „vollendete“ Betrugsfälle und einen Versuch konnten die Ermittler vom Kommissariat 63 inzwischen nachweisen. Immer ging es um die beiden Wohnungen in der Türkenstraße.

Wie der Tatverdächtige an die Schlüssel gekommen war, ist derzeit noch offen. Den mutmaßlichen Täter kennen die Ermittler inzwischen, es handelt sich um einen 34-Jährigen aus dem Landkreis München. Er ist in der Vergangenheit schon durch andere Betrügereien mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Seinen Mietbetrug hat der Mann offenbar gründlich vorbereitet. Er hatte nicht nur Schlüssel für die Wohnungen, sondern verstand es auch, den Eindruck zu erwecken, er sei im Haus gut bekannt.

Das Konto, auf dem die Kautionszahlungen der Geprellten landeten, ist inzwischen leer geräumt. Der 34-Jährige ist verschwunden, möglicherweise nach Italien. Fragen zu den Fahndungsmaßnahmen beantwortete die Polizei nicht. Grundsätzlich haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, ausländische Sicherheitsbehörden um Rechtshilfe zu bitten oder einen internationalen Haftbefehl zu beantragen. Bei schweren Delikten können sich auch Zielfahnder an die Fersen von Tatverdächtigen heften.

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