Menschenrechte der Uiguren:"Unsere Identität soll ausgelöscht werden"

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Shanura Kasim

"Warum schauen alle weg?", fragt Shahnura Kasim. Die Münchner Schülerin kämpft für die Rechte der Uiguren. "Wenn alle aus Angst leise sind, wird sich nie etwas tun", sagt sie.

(Foto: Catherina Hess)

Ihre Großmutter hat Shahnura Kasim nur einmal gesehen. Sie ist in einem chinesischen Umerziehungslager. Die Münchner Schülerin setzt sich gegen die Unterdrückung der Uiguren ein. Ob sie sich damit in Gefahr bringt? Sie weiß es nicht.

Von Ornella Cosenza

Mehr als 12 000 Likes. Shahnura Kasim zeigt Familienfotos in die Kamera. Oma, Tante, Onkel. Sie will auf Instagram nicht ihre Familie vorstellen. Sie hat dringlichere Gründe. In der Bildunterschrift steht: Wo sind meine Verwandten? Shahnura, 18-jährige Schülerin aus München, ist Uigurin. Ihre Großmutter befindet sich in einem chinesischen Umerziehungslager. Auf Instagram und TikTok macht Shahnura auf das Schicksal ihrer Verwandten und das vieler anderen Uiguren aufmerksam. In China gilt die uigurische Bevölkerung als Minderheit und wird seit Jahren von der chinesischen Regierung unterdrückt. "Warum schauen alle weg?", fragt Shahnura.

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