Patisserie SießlMünchens erste rein vegane Konditorei

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Bei Paula Sießl gibt es natürlich auch Croiassants in verschiedenen Varianten.
Bei Paula Sießl gibt es natürlich auch Croiassants in verschiedenen Varianten. Catherina Hess

Geht das, eine Konditorei ganz ohne Butter und Ei? Ein Besuch im Café von Paula Sießl, wo die Macarons und Törtchen eigentlich zu schön zum Essen sind.

Von Berit Kruse

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Mit dem veganen Brunch ist es so eine Sache: In den vergangenen Jahren hat sich viel getan, pflanzliche Frühstücksalternativen gibt es mittlerweile auch in vielen Münchner Cafés. Auf den Karten stehen dann aber oft bloß uninspirierte Avocadotoasts, bei denen dann, na gut, das Ei weggelassen werden kann, oder aber das klassische Bananenbrot. Gut, dass es mittlerweile einige vegane Frühstückscafés in München gibt. Noch besser, dass es mit der Patisserie Sießl seit vergangenem Dezember auch die erste rein vegane Konditorei in München gibt.

„Und das ist wirklich alles vegan?“, dürfte einer der häufigsten Frage sein, die Gäste nach dem Betreten des Cafés in der Maxvorstadt stellen. Nachvollziehbar: Die Auslage ist voller Törtchen und Macarons aus der Kategorie „eigentlich zu schön zum Essen“. Gerade in der Konditorei gibt es außerdem oft noch die Haltung, dass es dringend Butter und Eier braucht, damit es auch wirklich schmeckt.

Die Konditormeisterin Paula Sießl hat selbst in diesem Dilemma gesteckt: Schon als Jugendliche hat sie davon geträumt, eine Konditorei zu eröffnen. „Mein Vater ist Koch und hat ein eigenes Restaurant“, erzählt sie, sie sei also mit Gastronomie aufgewachsen. Gleichzeitig ist ihr Tierwohl wichtig. Nach Ausbildung und Meisterschule also alles aufgeben, um vegan zu leben? Keine einfache Entscheidung. Nach einer Fortbildung zu veganer Patisserie in Spanien war Paula Sießl klar, dass das nicht sein muss – und ihr eigenes Lokal zu hundert Prozent vegan sein würde.

Zum Frühstücken gibt es Pancakes mit Beerenkompott (11,80 Euro), eine Bowl mit Sojajoghurt, Früchten und Granola (10,80 Euro), belegte Croissants und Bagels und – natürlich – Avocadobrot (12,90 Euro). Letzteres kommt mit gebratenen Pilzen, frischem Spinat und Sprossen und schmeckt damit deutlich aufregender als die schlichte Variante. Außerdem gibt es vegane Croissants und ein Pain au chocolat, das goldbraun glänzt, außen knusprig und innen fluffig ist. Also ganz so, wie es sein sollte, und das eben ganz ohne Butter.

Inhaberin Paula Sießl hat in Spanien gelernt, wie vegane Patisserie funktioniert.
Inhaberin Paula Sießl hat in Spanien gelernt, wie vegane Patisserie funktioniert. Catherina Hess
Die Kreationen von Sießl sind kleine Kunstwerke.
Die Kreationen von Sießl sind kleine Kunstwerke. Catherina Hess
Das Auge isst bei den farbenprächtigen Macarons auf jeden Fall mit.
Das Auge isst bei den farbenprächtigen Macarons auf jeden Fall mit. Catherina Hess

Neben Veganerinnen kämen auch viele Allergiker, erzählt Sießl. Viele Laufkunden dagegen merken erst gar nicht, dass sie in einer veganen Konditorei sind. „Bis es dann keine Kuhmilch gibt“, erzählt sie. Angeboten werden alle frühstücksüblichen Kalt- und Heißgetränke optional mit Pflanzenmilch. Auf der Karte steht außerdem Oolong-Tee (6,30 Euro), eine trendige Tee-Variation, die geschmacklich zwischen Grün- und Schwarztee liegt.

Zehn bis zwölf Sitzplätze gibt es gerade im Innenraum der Patisserie Sießl, eine Erweiterung ist geplant. Die Plätze draußen sollen dazu kommen, „sobald die Tische ankommen“. Reservieren kann man nicht. Die Einrichtung ist modern, es gibt eine Blumentapete, rosa Stühle, frische Tulpen, an einer Wand hängen alte Kupferbackformen, aus den Boxen tönt Fleetwood Mac. Eine Gruppe junger Frauen, die am Dienstagmorgen zu Gast ist, verleiht dem Café direkt das Prädikat „instagrammable“. Der eigentliche Star, auch auf Instagram, dürften aber natürlich die Törtchen sein.

Patisserie Sießl, Hiltenspergerstraße 15, 80798 München, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr

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