Rote Farben dominieren den Raum, dazu ein wenig Marmor, polierter Edelstahl und gedämpftes Licht – die Lou Lou Tagesbar ist so eingerichtet, dass der Gedanke an den ein oder anderen Aperitif naheliegt, dazu vielleicht ein Schälchen mit Zitronenoliven. Und klar, durchzechte Nächte können durchaus in der Tagesbar in der Türkenstraße starten, bis 22 Uhr hat sie geöffnet. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass man es sich im Lou Lou nicht schon in der Früh gemütlich machen könnte. Im Gegenteil: Die Tagesbar ist ein exzellenter Ort, um in den Tag zu starten.
Das liegt unter anderem an der Frühstückskarte: Die ist zwar überschaubar, jedes Gericht hat aber eine eigene Note – und zu viel Auswahl braucht man frühmorgens ja ohnehin nicht unbedingt.
Wer es süß mag, kann zwischen einem French Toast und Granola wählen, mal gibt es außerdem Birchermüsli mit Apfelkompott und Zimt-Crème-Fraîche und Erdnussbutter, mal, so wie jetzt, eine Açaí-Bowl (ab 13 Euro). Kleine Abwandlungen dieser Gerichte sowie das Durchwechseln der Karte generell sorgen dabei für willkommene Abwechslung zum immer gleichen Frühstücksangebot. Dasselbe gilt für die Grill-Sandwiches: Die gab es zeitweise mit einer kleinen Tomatensuppe, derzeit gibt es sowohl zur vegetarischen Variante mit Schalotten-Konfit (15 Euro) als auch jener mit Schinken und Sauerkraut (17 Euro) Kimchi.
Wer ein klassisches Frühstück sucht, das auch auf Fotos etwas hermacht, der sollte das „Danish Breakfast“ (15 Euro) bestellen: Die aufgeschlagene Butter ist ein Hingucker – und schmeckt genauso gut, wie sie aussieht. Dazu gibt es Sauerteigbrot, ein gekochtes Ei, etwas Marmelade und wahlweise Käse oder Schinken.
Klar könnte man jetzt sagen: Das ist doch ein ganz gewöhnliches Frühstück – und recht hätte man. Aber dänisches Frühstück klingt schöner – und scheint mit Blick auf die sozialen Medien voll im Trend zu sein. Dass an den umliegenden Tischen vor allem junge, stilbewusste Frauen sitzen, überrascht daher kaum. Dazu passt, dass es nun, nach der Wiedereröffnung – im Januar musste das Lou Lou aufgrund eines Wasserschadens vorübergehend schließen – Kaffee der Marke Melrose gibt, den die Influencerin Emma Svenningson herausgebracht hat.

Zum „Danish Breakfast“ passt zumindest optisch auch eine der Matcha-Variationen. Auch hier beziehen die Betreiber das Pulver der Marke Health Bar von einer Influencerin: Stefanie Giesinger ist Mitgründerin und Markenbotschafterin. Allen, denen so was nicht so wichtig ist, sei ein frisch gepresster Saft aus Apfel, Karotte, Orange und Ingwer empfohlen. Der ist leicht scharf und strahlt ebenso schön wie der Matcha – nur eben orangefarben.
Außerdem, und das ist der Vorteil an einer Tagesbar wie dem Lou Lou: Die Übergänge vom Frühstück, zum Lunch und Abendessen sind hier fließend. Wer keine Lust hat auf ein Brot mit Rührei und Avocado (18 Euro), der muss einfach bis 11.30 Uhr warten. Von da an gilt parallel zur Frühstücks- auch die Lunchkarte, auf der unter anderem ein Rindertatar oder Spitzkohl mit Romanesco-Sauce und Haselnüssen stehen. Auch hier wird bis auf ein paar Klassiker alle paar Monate durchgewechselt.
Sicher ist: Es ist kein Problem, im Lou Lou auch weit über das Frühstück hinaus zu verweilen und sich durch den Tag zu snacken. Allein, das nötige Kleingeld braucht man: Selbst für Münchner Verhältnisse sind die Preise stattlich.
Lou Lou Tagesbar, Türkenstraße 37, 80799 München, Öffnungszeiten: täglich von 8.30 bis 22 Uhr. Die Frühstückskarte gilt bis 14 Uhr.

