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Jones Diner:Amerikanisches Frühstück für die schweren Jungs

Jones Diner an der Karlstraße in München

Frühstück gibt es im "Jones Diner" den ganzen Tag.

(Foto: Catherina Hess)

Im "Jones Diner" an der Karlstraße fühlt man sich wie im Amerika der Sechzigerjahre. Frühstück gibt es den ganzen Tag: Bagels, Erdnussbutter, gegrillte Würstchen. Das lockt viele Gäste aus den USA - und Footballspieler.

Wären da nicht die großen Flachbildfernseher an der Wand, man könnte meinen, man sei aus einer Zeitmaschine gestiegen und geradewegs im Amerika der Sechzigerjahre gelandet. Aus dem Radio flötet die sanfte Stimme von Elvis. Kellner, gekleidet in Hemd und Fliege, balancieren Burger und Milchshakes über schwarz-weiß gekachelte Fliesen zu den Gästen, die auf roten Lederbänken sitzen.

Die Liebe zu den USA dringt im "Jones Diner" an der Karlstraße förmlich aus jeder Pore. Die Wände sind voll mit Coca-Cola-Reklame und Pin-up-Girls. Der Weg zu den Toiletten führt durch eine hölzerne Schwingtür, Stars and Stripes finden sich sogar auf dem Stöpsel im Handwaschbecken.

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Die Inhaberfamilie stammt aus Kalifornien - hat aber Münchner Wurzeln. Nathalie Kunze (51) betreibt das Diner zusammen mit ihrem Sohn Phillip (27). Sie lebt in München, er in Los Angeles. Im Jahr 1960 eröffnete Kunzes Großvater, ein Ford-Händler, ein erstes Diner für seine Mitarbeiter in L.A. - das es noch heute gibt! 53 Jahre später folgte das Lokal in der Maxvorstadt. "Wir wollten den Münchnern das Lebensgefühl der Sechzigerjahre möglichst authentisch vermitteln", sagt Nathalie Kunze.

Was gibt es da und was kostet das?

Frühstück gibt es hier - wie es sich für ein richtiges Diner gehört - den ganzen Tag lang, aber erst ab 11.30 Uhr, wenn das Lokal öffnet. Die Frühstücksvariationen sind allesamt nach amerikanischen Orten benannt. "Überall, wo ein Onkel aus der Familie wohnt, haben wir ein Frühstück draus gemacht", sagt die Inhaberin und lacht. "Beverly Hills" - der Klassiker - ist ein Bagel mit Cream Cheese und Marmelade (5,50 Euro). Bei "Venice Beach" kommen zum Bagel noch Fruchtsalat und Orangensaft dazu (11,50 Euro). "St. Monica" beinhaltet Rühreier mit gegrillten Würstchen, zwei Scheiben Toastbrot, Butter, Marmelade und Erdnussbutter (9,50 Euro). Weil manch Münchner mit Würstchen zum Frühstück jedoch nichts anfangen kann, bekommt man stattdessen auch gebratenen Speck. Das Rührei ist zwar mit wenigen Happen weg, dafür freut man sich über das in die Butter geritzte Herzchen.

Wer es deftiger mag - greift gleich zu Burger und Pommes.

(Foto: Catherina Hess)

Das Frühstück "Pasadena" kommt ein wenig exotischer daher. Hier spürt man den südamerikanischen Einfluss auf die kalifornische Küche: Es besteht aus Pico de Gallo (mexikanische Würzsauce aus gehackten Tomaten und Chili), Nachos, Chicken Pops (kleine panierte Hühnchenstücke) und Avocado Bites (15,50 Euro).

Ebenfalls gut zum Frühstück passen die gegrillten Sandwiches (mit Pommes ab 7,50 Euro) oder die Pancakes mit geschmolzener Butter und Ahornsirup (7,50 Euro), die man auf der normalen Karte findet. Ein "American Coffee" dazu kostet moderate 2,80 Euro, ein kleiner Eistee 3,30 Euro. Für das authentische Diner-Gefühl ist die Karte übrigens komplett auf Englisch gehalten.

Wer geht da hin?

Da Nathalie Kunzes Söhne beide American Football spielen und eng mit den München Rangers verbandelt sind, kehren viele Footballspieler im Jones Diner ein. Das Diner hat längst viele Stammgäste, die rund 80 Prozent der Kundschaft ausmachen, schätzt Kunze. Darunter auch viele Amerikaner. Ansonsten trifft man hier Menschen, die gerne Burger essen, aber zu keiner der üblichen Ketten gehen wollen. Modefirmen und Fernsehsender buchen das Diner zudem gerne für Fotoshootings und Videodrehs. Da sitzt dann schon mal ein zwei Meter großer Basketballer mit Milchshake in der Hand am Tresen und posiert für den Fotografen.

Das American Breakfast ist vielleicht nicht für jedermann etwas, definitiv aber für hungrige Footballspieler.

(Foto: Catherina Hess)

Wie viel Zeit bringt man mit?

Man sollte ein Diner nicht mit einem Schnellrestaurant verwechseln, betont Inhaberin Nathalie Kunze. Deswegen kann es schon mal eine halbe Stunde dauern, bis Pancakes oder Burger, frisch in der offenen Küche zubereitet, auf dem Tisch stehen. Dafür dürfen die Gäste dann aber auch in Ruhe schlemmen. Kunze sagt, es gefalle ihr, wenn die Leute in ihrem Lokal die Zeit vergessen. Und sei es, wenn sie nur auf ein Stück Apple Pie und ein Glas Milch gekommen sind.