„Nebenan“ im UniviertelDieses Café muss nicht gehypt werden

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Im Schanigarten des „Café Nebenan“ lassen sich die Spritz-Getränke besonders gut genießen.
Im Schanigarten des „Café Nebenan“ lassen sich die Spritz-Getränke besonders gut genießen. Robert Haas

Das Café „Nebenan“ im Univiertel verbindet Retro-Optik geschickt mit modernen Elementen. Es besticht mit einem vielfältigen Frühstück und der besonderen Beziehung zu den Gästen.

Von David Scheidler

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Wo nach Perfektion gestrebt wird, müssen alle Details stimmen. So entschied sich Café-Betreiber Barry Berisha vor zwei Jahren zu einem etwas radikalen Schritt. Jahrelang hatte sein Café in der Barer Straße 61 auf den naheliegenden Namen Barer61 gehört. Doch nach einem Umbau, der sich wegen coronabedingten Personalmangels über drei Jahre erstreckte, war für Berisha klar: Ein erneuertes Konzept benötigt einen neuen Namen. Sonst könnte das höchste Gut der Gastronomie in Mitleidenschaft gezogen werden: die Kundenzufriedenheit. Schließlich weckt ein alter Name Erwartungen, dass die Dinge so geblieben sind, wie sie einst waren. Doch das Café „Nebenan“, so der neue Name, bringt einige Veränderungen mit sich.

Im Vergleich zu früher sind das hauptsächlich die Frühstücks-Platten, die nach den drei Lokalen benannt sind, die Barry Berisha gemeinsam mit seinem Bruder betreibt. Was alle drei eint: Das von Berisha heiß geliebte Rührei ist die Basis. Die „Königin43“ ist der Kassenschlager des Cafés, das es in seiner alten Form bereits seit 2007 gibt. Der Gast erhält neben dem obligatorischen Rührei, das mit Feta, Sesam und Tomate vermischt ist, auch eine halbe Avocado, Melone und eine kleine Portion feines Birchermüsli (14,90 Euro).

Das Frühstück „Königin43“ kommt bei den Gästen am besten an.
Das Frühstück „Königin43“ kommt bei den Gästen am besten an. Robert Haas
„Wenn 80 Prozent der Menschen wiederkommen, ist mir das viel mehr wert“, sagt Inhaber Barry Berisha, der hier gerade Gästen das Essen serviert.
„Wenn 80 Prozent der Menschen wiederkommen, ist mir das viel mehr wert“, sagt Inhaber Barry Berisha, der hier gerade Gästen das Essen serviert. Robert Haas

Ausgesprochen vielseitig kommt auch die Platte „Gegenüber“ daher, benannt nach Berishas Pizzeria, die gleich auf der anderen Straßenseite gegenüber vom Café Nebenan liegt. Es besteht aus einem mit Schinken und Käse gefüllten Croissant, einem Joghurt mit Früchten und dem Rührei (12,90 Euro). Neu ist auch die Wochenkarte, die diverse Mittagsgerichte wie ein Kokos-Paprika-Curry (13,90 Euro) oder ein Cornflakes-Putenschnitzel mit Mango-Rote-Beete-Feta Mix (14,90) anbietet.

Was es dagegen schon immer gab und seit jeher gut angenommen wird, sind die „Spritz“-Getränke, die vorzugsweise im Freien im Abendlicht genossen werden. Neben klassischen Angeboten wie Aperol und Limoncello Spritz gibt es hier den „Nebenan Spritz“, der Gin und Holunderblütensirup enthält.

Bei der Einrichtung des Nebenan hat Berisha, der sich schon in einigen Neugestaltungen verwirklicht hat, wieder einmal den Vorteil genutzt, der ihm einmal von einem Architekten bescheinigt wurde: Wem nicht beigebracht wurde, welche Stile zusammenpassen, der kann nichts falsch machen. So vermischen sich Retro-Elemente aus verschiedenen Jahrzehnten mit moderneren Gegenständen. Das Resultat: ein Raum, der durch goldene Wände aus echtem Blattgold und viel Licht charakterisiert wird.

Eine helle Atmosphäre, die im Nebenan laut Berisha nicht nur durch die vielen Fensterfronten und die günstige Lage mit Morgen- und Abendsonne entsteht. Auch die Gäste, die zu Berishas Stolz zu einem hohen Anteil Stammkunden seien, würden dafür sorgen, dass es zu allen Seiten strahlt. „Ich lege keinen großen Wert darauf, dass mein Café gehypt wird“, erklärt der Inhaber, der an seinem Beruf vorwiegend die direkte positive Resonanz der Gäste liebt. „Wenn 80 Prozent der Menschen wiederkommen, ist mir das viel mehr wert.“

Auch in Barry Berishas Café Nebenan läuft nicht immer alles perfekt, das muss auch der Perfektionist anerkennen. Doch wo die Gäste keinem Hype hinterherliefen, werde dem Personal vieles verziehen. Auch wenn die Bedienung mal nicht strahlen sollte.

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