Bier und Weißwurst zum Frühstück, das ist nichts Neues in Bayern. Aber Brunch in der Brauerei, mit Mimosas und Bircher Müsli? In der Max-Emanuel-Brauerei funktioniert das.
Normalerweise liege der Fokus der Wirte auf traditionellem Handwerk und regionalen Zutaten, sagt Konstantin Schottenhamel, der das bayerisch-österreichische Wirtshaus gemeinsam mit Daniel Pietsch und Oscar Schlehaider betreibt. Für den Brunch sei jedoch klar gewesen: Man muss sich anpassen an die Maxvorstadt und an ein jüngeres Publikum.
Das Angebot sollte internationaler werden, gleichzeitig aber wollte man den Wirtshauscharakter beibehalten – passend zum gemütlichen, aber modernen Ambiente in den Gasträumen. „Es ist uns wichtig, eine gute Stimmung zu erzeugen“, sagt Schottenhamel. Die Gäste sollen behagliche Stunden verbringen können. Tatsächlich wird es auch zu vollen Zeiten nicht eng im Gastraum. Laut ist es nicht, man kann sich entspannt unterhalten.
Kulinarisch soll jeder auf seine Kosten kommen, gerade zum Brunch sind die Vorlieben ja sehr unterschiedlich: Die einen mögen es leichter, die anderen deftiger. Beides ist in dem Wirtshaus zu haben, angefangen bei den Getränken: Klar, in der Brauerei gibt es Bier, auch zum Brunch (Halbe Löwenbräu-Helles für 5,90 Euro) – aber auch Mimosa mit Orange, Maracuja oder Mango (4,80 Euro). Kaffee steht beim Frühstück sowieso auf der Karte (Espresso 3,10 Euro, Cappuccino oder Haferlkaffee 4,30 Euro).
Wer es süß mag, kommt mit dem Armen Ritter auf seine Kosten, bestehend aus zwei Scheiben French Toast auf Ahornsirup, außen knusprig-zuckrig und innen weich (13,50 Euro). Herzhaft wird es mit dem Strammem Max oder Emanuel. Beide kombinieren geröstetes Sauerteigbrot mit sautiertem Babyspinat, Sauce hollandaise, kleinem Salat und Onsen-Ei. Beim Max ist Wacholderschinken dabei (14,50 Euro), beim Emanuel gebeizte Lachsforelle (16,90 Euro). Ein klassisches Weißwurstfrühstück mit Breze und Senf gibt es freilich auch (11,90 Euro).


Ausgedehnter wird der Brunch mit dem Wiener Gabelfrühstück in drei Gängen: Auf Rinder-Tatar mit Sauerteigbrot folgt ein Wiener Saftgulasch, abschließend gibt es Palatschinken mit Marillenmarmelade (39 Euro). Von zwölf Uhr an erweitert sich das Angebot um Wirtshaus-Klassiker wie Krustenbraten oder Allgäuer Kasspatzen.
Die Vielfalt treibe sehr gemischte Gäste in die Max-Emanuel-Brauerei, wie Schottenhamel sagt. Beim Brunch säßen zwar viele junge Leute im Wirtshaus, „aber wir freuen uns darüber, dass auch viele kommen, die nicht im klassischen Coffee Club frühstücken wollen“. Am Ende macht's eben die Mischung: bei den Gästen wie auf dem Teller.
Max Emanuel Brauerei, Adalbertstraße 33, 80799 München, der Brunch findet jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 15 Uhr statt.

