Sozialgericht MünchenIm Massageraum ausgerutscht: Ist das ein Arbeitsunfall?

Über das betriebsinterne Portal ihres Arbeitgebers hatte eine Frau einen Termin für eine Schulter- und Nackenmassage gebucht (Symbolbild).
Über das betriebsinterne Portal ihres Arbeitgebers hatte eine Frau einen Termin für eine Schulter- und Nackenmassage gebucht (Symbolbild).
IMAGO/Cavan Images

Ein Arbeitgeber bietet seinen Mitarbeitenden im Betrieb Massagen an. Eine Frau stürzt – und der Fall landet vor Gericht.

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Der Sturz einer Mitarbeiterin im betriebseigenen Massageraum während der Arbeitszeit ist kein Arbeitsunfall. Das Sozialgericht München urteilte in einem entsprechenden Fall. Die Begründung: Wer ein freiwilliges Massageangebot im Betrieb wahrnimmt, handle vor allem aus persönlichem Interesse an Erholung und Entspannung, teilte das Gericht mit.

Die Richter stellten demnach klar, dass weder die Kostenübernahme der Massage durch den Arbeitgeber noch die Freistellung während der Arbeitszeit den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz automatisch ausweiten.

In dem Fall hatte die Mitarbeiterin eines Münchner Unternehmens über das betriebsinterne Portal ihres Arbeitgebers einen Termin für eine Schulter- und Nackenmassage gebucht. Das Angebot stand allen Beschäftigten als freiwillige Leistung des Arbeitgebers während der Arbeitszeit zur Verfügung. Beim Betreten des Massageraums rutschte die Frau jedoch wegen Massageöls auf dem Boden aus. Sie zog sich eine Kniegelenkprellung und einen Außenmeniskusriss zu.

Die Berufsgenossenschaft lehnte es ab, den Vorfall als Arbeitsunfall anzuerkennen. Auch das Sozialgericht wies die Klage ab. Eine individuelle Massage, selbst wenn sie zur Prävention von arbeitsbedingten Nackenbeschwerden diene, gehöre grundsätzlich zum unversicherten, persönlichen Lebensbereich, hieß es weiter. Auch der Weg zum Massageplatz gelte als unversichert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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