Der Streit um die Ausrichtung des München-Marathons geht in die nächste Runde: Der langjährige Veranstalter Gernot Weigl hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die Gespräche für eine gemeinsame Organisation mit der Laufstatt Event gGmbH abgebrochen wurden. „Das ist ein einseitiger Bruch und für uns nicht erklärbar“, sagt Anton Martic von Laufstatt. Die bisherigen Gespräche seien alle konstruktiv gewesen. In der Erklärung der München Marathon GmbH hatte Geschäftsführer Weigl geschrieben, die „beiden Gesellschaften weisen grundlegend verschiedene Strukturen und Arbeitsweisen auf“.
Die beiden Gesellschaften hatten sich bei der Gerichtsverhandlung vor einem Monat zusammengerauft und erklärt, Gespräche über eine gemeinsame Ausrichtung zu führen, beide hatten sich zuversichtlich gezeigt. Weigl und seine GmbH hatten den Marathon 25 Jahre lang ausgerichtet, Laufstatt hatte überraschend den Zuschlag erhalten, nachdem ein weiterer Bewerber, die LG Stadtwerke, bei der Bewerbung einen Formfehler begangen hatte und leer ausgegangen war.
Auf Nachfrage, wie es nun zu dem Bruch kam, sagt Weigl über den Konkurrenten Laufstatt: „Wenn auch zelebriert wird, welche Erfahrung sie haben: Sie haben nichts.“ Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter hätten viele Jahre für den München-Marathon gearbeitet. Offensichtlich sieht sich Weigl um seine eigene Arbeit beraubt. „Das Tischtuch ist nicht zerschnitten. Aber es müsste von der anderen Seite nachgedacht werden: Alles, was auf diesem Tischtuch liegt, haben wir von Herrn Weigl bekommen.“ Diese Erkenntnis habe ihm gefehlt.
Seine Hauptkritik richtet sich aber nach wie vor gegen das Kreisverwaltungsreferat und die Entscheidung, die Marathon-Organisation neu zu vergeben. Die Strecke, die Laufstatt plant, sei zu 90 Prozent identisch mit der Strecke früherer Rennen, „es kann nicht sein, dass wegen zwei anderen Straßenzügen ein Unternehmen kaputt gemacht wird“.
Schon vor zwei Wochen habe der bisherige Hauptsponsor Generali fristlos gekündigt. Laufstatt erklärte am Mittwoch, der Marathon am 12. Oktober sei „weit von gefährdet“ entfernt, es gebe bereits 7000 Anmeldungen – und präsentierte Sport Schuster als Namensgeber für den am selben Tag stattfindenden Halbmarathon.
Weigl geht nach dem gescheiterten Vergleich von einer weiteren, zeitnahen Gerichtsverhandlung aus, bei der nun ein endgültiges Urteil fallen oder ein Losverfahren entscheiden müsse.

