Prozess am Landgericht MünchenMann schubst Einkaufswagen im Berufsverkehr auf den Mittleren Ring

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Liban E. warf Einkaufswagen in den fließenden Verkehr. Am Landgericht München wird nun entschieden, ob er dauerhaft in eine rpsychiatrischer Klinik bleiben muss.
Liban E. warf Einkaufswagen in den fließenden Verkehr. Am Landgericht München wird nun entschieden, ob er dauerhaft in eine rpsychiatrischer Klinik bleiben muss. (Foto: Matthias Balk/dpa)
  • Liban E. hatte im Berufsverkehr einen Einkaufswagen auf den Mittleren Ring vor ein Auto geschubst. Eine weitere Attacke galt einem Radfahrer.
  • Der 42-Jährige leidet an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose und ist derzeit im Isar-Amper-Klinikum Haar untergebracht.
  • Das Landgericht München entscheidet am Donnerstag, ob E. dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik bleiben muss.
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Ein Auto kollidiert mit dem Metallkorb, der Fahrer bleibt unverletzt. Bei einer weiteren Attacke wird ein Radfahrer verletzt. Der Täter leidet unter Psychosen. Nun muss das Gericht entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.

Von Susi Wimmer

Er gab einen Knall, ein Rumpeln „und ich wusste überhaupt nicht, was passiert war“, erzählt der Zeuge. „Auf alle Fälle hatten sie großes Glück“, sagt der Vorsitzende Richter Gilbert Wolf. Wer weiß, was alles hätte passieren können an dem dämmrigen Morgen, als Liban E. einen großen Einkaufswagen auf den viel befahrenen Mittleren Ring schubste. Der Autofahrer kam mit dem Schrecken davon, das Auto mit Blechschaden. Schlimmer traf es einen Radfahrer, dem schleuderte E. einen kleinen Kindereinkaufswagen vor den Reifen, sodass er stürzte und sich verletzte.

Paris, es ist immer wieder Paris. Was Liban E. vor der 8. Strafkammer am Landgericht München I alles erzählt, klingt zunächst schlüssig. Aber dann driftet der 42-Jährige ab, sagt Sätze wie: „Eventuell gehe ich wieder nach Paris. Ich zeichne abstrakt, in Paris kann man pilgern, Paris hat so viel zu bieten.“ Der Angeklagte leidet an einer „paranoid-halluzinatorischen Psychose aus dem Formenkreis der Schizophrenie“, so steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Aktuell nimmt er entsprechende Medikamente und ist im Isar-Amper-Klinikum Haar untergebracht. Das Gericht soll nun entscheiden, ob der Mann dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik bleiben muss.

Die Polizei jedenfalls kannte Liban E. bereits von zahlreichen Einsätzen. Der Mann lebte in der Unterführung am Innsbrucker Ring, Ecke Altöttinger Straße. „Da gab es öfter Anrufe, weil sich Passanten gestört fühlten wegen Uringeruchs und wegen Belästigungen“, erzählt eine Polizistin vor Gericht. Das Lager von Liban E. sollte geräumt werden, so weit kam es aber nicht mehr.

Am Morgen des 21. Oktober 2024, gegen 6.40 Uhr, schubste E. offenbar im Wahn hinter einem geparkten Wohnwagen einen großen Einkaufswagen in den brausenden Pendlerverkehr, direkt vor ein Auto. Dessen Fahrer wusste gar nicht, wie ihm geschah, konnte aber an der Seite den Wagen anhalten, ohne einen weiteren Unfall zu verursachen. An seinem Fahrzeug entstand ein Schaden von gut 4000 Euro. Anschließend griff E. einen Kindereinkaufswagen und warf ihn einem sich nähernden Radler vor den Reifen. Der zog sich beim Sturz eine Gehirnerschütterung zu, Schürfwunden und Prellungen und war 14 Tage arbeitsunfähig.

„Das habe ich absichtlich gemacht, ich hasse alle Deutschen“, brüllte E. den alarmierten Polizeibeamtinnen zu. Die Polizistinnen fesselten den Mann, Kollegen brachten ihn nach Haar.

Auch die Gerichte kennen Liban E. mittlerweile. In Deutschland wegen Drogenverstößen, im niederländischen Apeldoorn deshalb, weil er eine Frau vergewaltigte und ihr Gesicht in ein Kissen drückte, dass sie starb. Anschließend legte er in der Wohnung Feuer und ließ alles verbrennen. Acht Jahre saß er dafür im Gefängnis, bis 2017. „Ich habe damals Crack konsumiert“, sagt er heute dazu.

Warum er die Einkaufswagen auf die Straße geschubst hat, „keine Ahnung“, sagt E. Aber heute gehe es ihm gut. Er könne wieder in eine Wohngruppe, so er entlassen werde. „Oder ich gehe nach Paris.“ Das wird das Gericht am Donnerstag entscheiden.

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SZ PlusVon Susi Wimmer

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