Alles begann mit einem Pfannenwender als Mikrofon. Eigentlich wollten Paulus und Benjamin Bohl ein lustiges Geburtstagsvideo drehen und dafür wildfremde Menschen in der Fußgängerzone befragen. Doch da niemand über den ihm unbekannten Jubilar sprechen wollte, interviewten sich die Brüder halt gegenseitig, mit dem Plastik-Pfannenwender aus der heimischen Geschirrschublade. Heraus kam ein schöner Schmarrn, der den Grundstein einer alles andere als geplanten Karriere als Gaudiburschen legen sollte.
Fünf Jahre später ist aus dem Duo „Dr. Bohl“ ein Solo geworden, und genau so heißt auch das Bühnenprogramm des Paulus Bohl, das nun in Schwabing Deutschland-Premiere hatte. Und wenn es nach dem durchwegs jungen Publikum im Lustspielhaus geht, dürfte es nicht der letzte Auftritt des quirligen Lockenkopfs gewesen sein.
Wobei quirlig untertrieben ist, denn so viel Text bekommt man selten fürs Geld. Wäre mal interessant, wie viele Kilometer dieses Energiebündel pro Auftritt auf der Bühne so zurücklegt. Kaum dass er sich mal die Sekunde Zeit gönnt, um einen Schluck Wasser zu trinken. Atemlos geht es dahin, im schönsten Wiener Slang, und dass er dabei eigentlich nur von fünf Tinder-Dates erzählt, fällt gar nicht weiter auf.
Wobei das Thema, „dieses miese Minenfeld, durch das jeder mal durch muss“, in seiner U30-Generation natürlich absolut zielgruppengerecht gewählt ist. Wer einer anderen Generation angehört, lernt aber auch etwas, zum Beispiel die Tinder-Regel „Wer liked, will schmusen“. Ein paar womöglich doch nicht ganz so ernst gemeinte Thesen hat der junge Mann auch noch im Programm: Raucher seien die besseren Menschen, und schwarze Eichhörnchen gehören eingesperrt, da sie die Weltherrschaft anstreben. Damit ist der Ton gesetzt: schön albern – und Spaß dabei.
Wo der junge Mann das herhat? Nun, Papa Herbert – samt Gattin Gast im Lustspielhaus – leitet seit mehr als 30 Jahren das Comedy-Format „Projekt X“, ging mit Robert Palfrader zur Schule, hat dem Junior wohl einiges in die Wiege gelegt. Der hat es mittlerweile auf 120 000 Instagram-Follower gebracht, was ihm Einladungen für „Dancing Stars“ und zum Wiener Opernball bescherte, wo er auch einem im Frack kaum wiederzuerkennenden DJ Ötzi sein Mikro unter die Nase hielt: den Pfannenwender.

